Fragen an Ulrich Friedrich Brandhoff

Paul (Christoph Schechinger) und seine Therapiehündin Käthe müssen einen jungen Patienten von Pflegerin Hildegard (Mariele Millowitsch) wieder aufrichten.
Paul und seine Therapiehündin Käthe müssen einen jungen Patienten von Pflegerin Hildegard wieder aufrichten. | Bild: ARD Degeto / Britta Krehl

Fragen an Ulrich Friedrich Brandhoff

Eric ist der neue Arzt in der Tierarztpraxis. Wie wurden Sie im Team empfangen?

Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Das ganze Team vor und hinter der Kamera ist ein humorvoller und herzlicher Haufen von Menschen, in den man sich gerne reinbegibt und auch nach Drehschluss noch gerne Zeit zusammen verbringt.

Wie würden Sie die Rolle Eric beschreiben? Was ist er für ein Typ?

Eric ist ein unkonventioneller Typ Mensch. Er macht sich nichts aus unnötigem Smalltalk oder erzwungener Harmonie. Er ist direkt und ehrlich, weshalb er auch immer wieder aneckt und dies auch gerne in Kauf nimmt. Er ist ein guter Beobachter und interessiert sich für das, was unausgesprochen zwischen seinen Mitmenschen geschieht. Wenn ihm etwas wichtig ist, dann kämpft er dafür. Zugleich gibt er nicht viel Preis von sich und wägt sehr genau ab, wer ihm wann und wie zu nahekommt. Diese Unnahbarkeit lässt ihn mitunter arrogant wirken, aber auch das nimmt er gerne in Kauf.

Eric scheint ein Geheimnis verbergen zu wollen. Wie nähern Sie sich als Schauspieler dieser Figur, über die Sie vielleicht selbst noch nicht alles wissen?

Eric ist keine lupenreine und klar durchdefinierte Figur, die ohne anzuecken durchs fiktive Leben spaziert. Sein Handeln und seine Entscheidungen bergen oft in sich die Gefahr, sich unbeliebt zu machen. Gleichzeit gibt er nur wenig bis gar nichts von sich Preis. Als Schauspieler mag ich solche Figuren, die im Idealfall immer ein Geheimnis bewahren und sich nicht sofort erklären. Das ist sehr menschlich und deshalb auch erzählenswert. Oft ist das Schöne beim Drehen, dass man im Spiel oder im Probieren Dinge über seine Figur erfährt, die man sich rein intellektuell nicht erschließen konnte. Da fängt der Beruf an Spaß zu machen.

Paul ist nicht erfreut, dass sich Eric so um seine Frau kümmert und Erina ihn mehr an sich heranlässt als ihren eigenen Mann. Woher kommt Erics Interesse für Erina?

Eric ist ein guter Beobachter. Er kann nicht anders als bestimmte Mechanismen zwischen Paul und Erina zu erkennen und beide damit zu konfrontieren. Das tut er aus Überzeugung. Er glaubt daran, Dinge und Umstände verbessern zu können. Dazu kommt Erics eigener Familienhintergrund, der auch maßgeblich zu seinem Handeln in Bezug auf Erina beiträgt. Doch da will ich noch nicht zu viel verraten.

Wie empfanden Sie die Dreharbeiten mit der Hündin Hoonah?

Das hat sehr viel Spaß bereitet. Hoonah ist einfach top. Man kann viel von ihr lernen. Sie konzentriert sich immer auf eine Sache, spielt unfassbar authentisch, weiß immer ihren Text und ist nie auf ihre eigene Wirkung bedacht. Max Reinhardt wäre begeistert.

Wir kennen Sie als Schauspieler oft in der Rolle als „Bösewicht“. Eric hingegen animiert die Menschen in seinem Umfeld über sich hinauszuwachsen. Welche Bedeutung hat die Rolle für Sie? Kam das Angebot überraschend?

Es soll auch schon „Bösewichter“ gegeben haben, die die Menschen in ihrem Umfeld animiert haben, über sich hinauszuwachsen. Und darin liegt für mich ein erzählenswerter Aspekt von Eric. Wir wissen eigentlich nicht, was das für ein Typ ist und wohin er sich entwickelt. Er hat nicht den Drang, sich zu erklären und sich auf einer Seite einzurichten, die es seinen Mitmenschen und vielleicht auch ihm vereinfacht, ihn und sich selbst zu beurteilen. Er macht sich nichts daraus auch mal unliebsame Entscheidungen zu treffen. Das finde ich sehr spannend und es macht Spaß zu spielen und ich habe mich sehr über das überraschende Angebot gefreut.

Mit Christoph Schechinger teilen Sie eine gemeinsame Zeit an der Schauspielschule in Wien. Macht diese Verbindung Ihr erstmaliges Zusammenspiel in „Käthe und ich“ besonders?

Absolut. Christoph war einen Jahrgang über mir an der Schauspielschule und als ich angefangen habe zu studieren, habe ich zu Christoph und seinen Kommilitoninnen und Kommilitonen aus den höheren Jahrgängen aufgeschaut. Daran hat sich bis heute eigentlich nichts geändert. Christophs Ehrlichkeit und Humor, seine Art die Welt zu betrachten und wahrzunehmen, haben mich immer beeindruckt. Es mussten einige Jahre ins Land gehen, bis wir endlich miteinander spielen durften und es fühlt sich ein bisschen an, wie nach Hause kommen. Und wir lachen unentwegt. Wunderbar.

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