Mariele Millowitsch über ihre Rolle als Klara Sonntag

Die arrogante Ex-Unternehmerin Merle (Nadja Becker, li.) ist wenig begeistert von ihrer Bewährungshelferin Klara (Mariele Millowitsch).
Die arrogante Ex-Unternehmerin Merle ist wenig begeistert von ihrer Bewährungshelferin Klara. | Bild: ARD Degeto / Frank Dicks

Sie spielten in Produktionen schon eine Hotelfachangestellte, eine Krankenschwester, eine Kommissarin, eine Familienanwältin und eine Ärztin – jetzt eine Bewährungshelferin.Was war Ihr erster Gedanke, als man Ihnen diese Rolle angeboten hat?

Gemeinsam mit dem Produzenten Ivo Beck von Gaumont Film haben wir schon lange überlegt, was es denn noch zu erzählen gibt – außer Kriminalfälle.Da kamen die genannten Berufe alle vor.Die Idee zur Bewährungshelferin hatte Ivo Beck. Mir hat die Idee gefallen, ich fand es sehr reizvoll, diese Rolle zu übernehmen.

Welche Kriterien muss eine Rolle erfüllen, dass Sie sie annehmen und vor allem auch gerne spielen?

Mir ist wichtig, dass eine Rolle, die ich übernehme, einen echten, wahrhaften Menschen abbildet. Ich möchte keine Klischees bedienen. Mir gefällt es, wenn die Menschen Fehler machen dürfen, sich mit Glück, Freude, aber auch Trauer auseinandersetzen müssen – einfach ganz normale Menschen.

Wie wichtig ist Ihnen, dass die Rollen Humor haben?

Ohne Humor geht gar nichts! Ich bin nur mit meinem Humor gut durch das Leben gekommen. Ohne ihn kann man keine Geschichten erzählen.Humor ist die gute Grundlage einer Geschichte.

Mit Bewährungshilfe oder -helfern hat man nicht jeden Tag zu tun.Wie haben Sie sich dem Thema angenähert?

Ich habe in meinem Bekanntenkreis Menschen, die in dem Bereich arbeiten und mit denen habe ich gesprochen.

Hatten Sie professionelle Unterstützung bzw. haben Sie sich mit dem Beruf des Bewährungshelfers im Vorfeld auseinandergesetzt?

Es gab bei der Entwicklung des Buches sachverständige Beratung.Der Autor hat sich damit auseinandergesetzt, damit das Arbeitsleben eines Bewährungshelfers oder einer Bewährungshelferin richtig abgebildet wird.Wir Schauspieler sind für die Emotionen zuständig.

Klara ist der festen Überzeugung, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat. Entspricht das auch Ihrem Lebensmotto?

Im Grunde ja, aber es gibt bei mir auch Grenzen. Es kann jedem passieren, dass er einmal falsch abbiegt und einen Fehler macht, der sich auf sein ganzes Leben auswirkt. Darum bin ich schon der Meinung, dass man dann eine zweite Chance bekommt. Bedenklich wird es, wenn es z. B. um Kapitalverbrechen oder z. B. um Rassismus geht. Da ist bei mir Schluss!

Klara hatte es – wie ihre Schützlinge – nicht immer leicht im Leben.Was hat Klara aus dieser Zeit für ihren Beruf mitgenommen?

Sie hat die Überzeugung mitgenommen, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient, und sie hat gelernt, dass sie den Respekt gegenüber ihren Schützlingen nicht verlieren darf. Außerdem kann sie gut zuhören und fordert von ihren Mitmenschen, dass diese über den eigenen Tellerrand hinausschauen und auch mal über den anderen nachdenken.

Welche Eigenschaften mögen Sie an Klara?

Dass sie gerade heraus ist, das mag ich natürlich sehr. Dass sie nicht immer politisch korrekt handelt. Sie hat keine Schere im Kopf. Klara ist nicht auf den Mund gefallen, sie denkt manchmal nicht darüber nach, was sie sagt. Das wiederum unterscheidet sie von mir.

Klara hat aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit große Bindungsängste, was im Film zu ihrer Beziehung mit Thomas Aschenbach sehr deutlich dargestellt wird. Können Sie Klara verstehen oder denken Sie, irgendwann muss man auch mal "den Sack" zumachen können?

Ja, ich verstehe sie! Warum soll man einen Sack zu machen? Es ist doch viel schöner, wenn er offenbleibt, da kommt frische Luft rein.

An welche Szene erinnern Sie sich besonders gerne?

Ganz ehrlich? Die Nudeln im Bett mit meinem Kollegen Bruno Cathomas – das hat mir Spaß gemacht.

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