Interview mit Diana Amft

Schluss mit traurig: Toni (Dianan Amft) flirtet wieder!
Schluss mit Traurigkeit: Toni flirtet wieder! | Bild: ARD Degeto / Martin Rottenkolber

Diana Amft als Antonia Janssen

Hing beim letzten "Meine Mutter…"-Film der Himmel noch voller Geigen, sehen wir Toni nun Rotz und Wasser heulend im Bett sitzen, die Scheidung von Rufus läuft. Was ist passiert?

Toni befindet sich definitiv gerade nicht in der glücklichsten Phase ihres Lebens, aber auch sowas kann passieren. Ja, Sie deuten es schon an, es sieht danach aus, dass Rufus und sie sich getrennt haben. Und so sehr sie ihn auch geliebt hat, ist es natürlich nicht einfach mit einem so neuen Lebensabschnitt umzugehen. Aber eine Toni gibt ja so schnell nicht auf.

Es bedarf schon einer gehörigen Kraftanstrengung, Toni aus dem Bett zurück ins Leben zu locken. Was sind Sie für ein Typ? Igeln Sie sich bei Problemen lieber ein oder halten Sie es wie Tonis Mutter: "Aufstehen, durchatmen, weitermachen"?

Ich glaube, es gibt immer mal so Tage, an denen es schwerer fällt, sich zu motivieren. Es mag vielleicht absurd klingen, aber erfahrungsgemäß kommt die Motivation schneller wieder, wenn man es einfach angeht. Mal muss man über seinen Schatten springen, aber wenn man es dann geschafft hat, spürt man wozu es auch gut war.

In "Meine Mutter im siebten Himmel" verliebt sich Tonis Mutter in den wesentlich jüngeren Gärtner Ron, was Toni sehr irritiert und schnell zum Dorfklatsch wird. Rein theoretisch: Wie würden Sie als Tochter reagieren, wenn Ihre Mutter Ihnen einen erheblich jüngeren Lover präsentieren würde?

Ich würde ihm wahrscheinlich gleich das "Du" anbieten (lacht). Nein, ernsthaft: Ich glaube, generell möchte man doch gerne, dass es den Menschen, die man liebhat, gut geht. Daher finde ich es schwer, hierzu eine konkrete Antwort zu geben. Ich denke einfach nur, wenn man mit Situationen konfrontiert wird (wie z.B. die Mutter mit einem jüngeren Lover), sollte man versuchen, die Situation für die betreffenden Personen abzuwägen. Und wenn beide glücklich damit sind, sollte ich mich für sie freuen und meine persönliche Einstellung hierzu hintanstellen.

Zwischen dem neuen Koch Sebastian Holtmann und Toni gibt es schon ganz am Anfang der Zusammenarbeit Auseinandersetzungen. Wie haben Sie sich mit ihrem Kollegen Lucas Prisor hinter der Kamera verstanden?

Wir sind uns natürlich aus dem Weg gegangen (lacht). Lucas ist ein sehr sympathischer Kollege und wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Es ist ja auch schön, dass man vor der Kamera eine gewisse Anspannung herstellen kann. Um ehrlich zu sein, macht das auch ziemlich Spaß. Konflikte zu spielen, ist irgendwie prickelnd. Daher freue ich mich auch sehr, dass zwischen Toni und ihrer Mutter nicht immer "Friede, Freude, Eierkuchen" ist.

In "Meine Mutter und plötzlich auch mein Vater" trifft Toni erstmals in ihrem Leben bewusst auf ihren Vater, gespielt von Uwe Ochsenknecht. Welchen Einfluss hat diese Begegnung auf ihr Verhältnis zu Mutter Heidi?

Es stellt nochmal alles auf den Kopf. Es ist emotional kaum auszuhalten, da es ein Thema ist, das Toni seit Kindestagen immer wieder beschäftigt. Im Laufe des Films kommen auch Dinge ans Tageslicht von denen Toni jahrelang nichts wusste. Sagen wir mal so, es wird sicherlich eine neue Herausforderung, was das MutterTochter- Verhältnis betrifft. Achso ja, und mal wieder mit Uwe zu spielen, war wie immer eine große Freude.

Unüberhörbar der deftige Rülpser von Hajü, gespielt von Nikolaus Benda, als er Toni rumkriegen will. Wie oft musste die Szene wiederholt werden und kann man dabei ernst bleiben?

Für den Rülpser war Nik vorher wochenlang im Trainingslager (lacht). Es hat sich in der Szene so ergeben und ich muss schon sagen, es hat uns alle kurzzeitig an die Grenzen gebracht, damit niemand in den Take lacht. Ja Nik, ich kann noch viel von dir lernen (lacht). Nein, das ist herrlich, wenn sich solche Situationen ergeben und natürlich muss man dann zugunsten der Komödie ernst bleiben. Aber da liegt ja auch manchmal die Kunst: Man möchte den Zuschauer zum Lachen bringen, und wenn man selber drüber lacht, wird es nicht lustig, sondern eher albern.

Wo wir gerade bei Hajü sind – der Archetyp des Hinterwäldlers mit Hang zu schlechter Musik. Was mag Toni trotzdem so an ihm?

Er hat einfach ein ganz liebes, unschuldiges Wesen. Ich konnte über die Jahre immer mehr verstehen, warum Toni gar nicht anders kann, als ihn liebzuhaben, auch wenn er natürlich seine Fehler hat. Ich würde sogar fast behaupten, wenn es wirklich drauf ankommt, wäre auch ihre Mutter Heidi jederzeit für ihn da ...

Sie haben unter erschwerten Corona-Bedingungen gedreht – was war dabei die größte Herausforderung für Sie?

Sämtliche Verantwortliche für diese Produktion haben alles gegeben, um die Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten und zudem noch jedem einzelnen von uns zu jedem Zeitpunkt ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. An jedem Punkt, und es gab ja viele neue Situationen für uns alle, hatte man das Gefühl, dass die Sicherheit und Gesundheit an erster Stelle stehen. Wir mussten ja tatsächlich auch "Meine Mutter im siebten Himmel" aufgrund der Situation im März unterbrechen. An dieser Stelle ziehe ich wirklich meinen Hut, wie Produktion und Sender mit dieser Herausforderung umgegangen sind.

Wir erleben gerade den zweiten Lockdown, wie gehen Sie damit um?

Ich persönlich habe tatsächlich meinen Weg damit gefunden. Da ich auch als Kinderbuch-Autorin der Reihe "Die kleine Spinne Widerlich" tätig bin, kann ich mich auch neben der Schauspielerei sehr gut beschäftigen. Was alles andere betrifft, ist es natürlich dramatisch und fast unwirklich, wenn man mitbekommt, was da gerade passiert. Ich hoffe sehr, dass diese schreckliche Phase bald ein Ende hat. Chapeau den Ärzten, Pflegern und allen, die alles geben, um uns zu helfen, da durchzukommen.

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