Interview mit Martin Bretschneider

Heidi (Magarita Broich) hat Ron (Martin Bretschneider) für den Garten engagiert.
Heidi hat Ron für den Garten engagiert. | Bild: ARD Degeto / Martin Rottenkolber

Martin Bretschneider als Ron Hellenthal

Sie spielen den Gärtner Ron Hellenthal in "Meine Mutter im siebten Himmel". Bitte umreißen Sie die wichtigsten Charakterzüge Ihrer Figur.

Ron liebt die Natur und die Menschen, mit denen er arbeitet. Er führt seine Gärtnerei mit großer Hingabe und wird dafür von seinem Team und den Kunden geschätzt. Darüber hinaus ist er ein liebender Vater zweier Kinder. Die Trennung von ihrer Mutter war ein schwerer Schlag für ihn, doch nun hat er die Trauer verarbeitet und ist offen und neugierig auf Neues.

Ron verliebt sich in die wesentlich ältere Heidi. Was macht sie für ihn so attraktiv?

Heidi trägt ihr Herz auf der Zunge, sie ist mutig, unkonventionell und ein bisschen verrückt. Sie packt die Dinge an und lässt sich von Rückschlägen nicht unterkriegen. Ron liebt ihren Humor, ihr wunderbares Lachen und ihre blitzenden Augen. Darüber hinaus findet er sie unglaublich attraktiv und einfach sexy.

Warum, denken Sie, ist es für viele Menschen noch ein Tuschelthema, wenn sich ein jüngerer Mann in eine ältere Frau verliebt?

In unserer Mainstream-Beziehungsnorm ist die Konstellation "jüngerer Mann – ältere Frau" immer noch nicht völlig akzeptiert. Das Bild irritiert uns, während der umgekehrte Fall völlig selbstverständlich und normal zu sein scheint. Die Film- und Fernsehindustrie tut ihren Teil daran, wenn zum Beispiel Liebespaare oft von älteren Männern und jüngeren Frauen gespielt werden. Ich finde es toll, dass wir mit diesem Film zeigen, dass es auch anders sein könnte.

Haben Sie abseits der Kamera mit ihrer Spielpartnerin Margarita Broich über das Thema Altersunterschied in der Liebe gesprochen?

Margarita und ich haben uns vor dem Dreh in Berlin getroffen. Ich war schon immer großer Bewunderer ihrer Spielkunst und hatte nur das Beste über sie als Kollegin gehört. Als ich im Café vor ihr saß, war mir vom ersten Augenblick an klar, dass es für mich kein Problem sein würde, diese Liebe zu spielen. Wir haben uns sofort super verstanden, und spätestens nach dem ersten Drehtag hatte niemand im Team mehr Zweifel.

Ihre Figur Ron hat Heidis Garten in ein blühendes Paradies verwandelt – haben Sie privat auch einen grünen Daumen?

Ich bin auf dem Land aufgewachsen und liebe die Natur, besonders den Wald. Meine Gartenkünste gehen dennoch nicht wirklich über Rasenmähen und Baumfällen hinaus. Ich liebe es aber, mit Holz zu arbeiten und konnte diese Leidenschaft spielerisch auf das Gartenhandwerk übertragen.

Die Szenen zwischen Ihnen und Margarita Broich sind teilweise sehr eng – welche Maßnahmen wurden getroffen, damit die Romantik nicht unter dem Gebot von Social Distancing in Corona-Zeiten leidet?

Margarita und ich haben die Drehzeit im Juli in einer sogenannten Quasi-Quarantäne verbracht. Wir durften uns nur im Hotel oder am Set aufhalten, wurden regelmäßig getestet und konnten somit vor der Kamera den Mindestabstand unterschreiten. Unser Dreh fand zeitlich sehr konzentriert statt und wir waren – bis auf Margaritas Ehemann, der sie in der Quarantäne begleitete – die jeweils einzigen Menschen, mit denen wir uns auch nach dem Dreh treffen konnten. Das hat sich auf unser Spiel und den ganzen Film letztlich total gut ausgewirkt.

Wir befinden uns gerade bereits im zweiten Lockdown, wie gehen Sie privat mit Social Distancing um und was vermissen Sie am meisten?

Am meisten vermisse ich das Theater, sowohl das Spielen als auch das Schauen. Meine letzte Vorstellung in Bochum war am 30. Oktober und bisher ist keine neue in Sicht. Aber auch der Verzicht auf Freizeitaktivitäten – zum Beispiel Fußball – mit der Familie oder mit Freunden schmerzt mich sehr.

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