Fragen an Minh-Khai Phan-Thi

Lani (Minh-Khai Phan-Thi) ist in der Familie beliebt.
Lani ist in der Familie beliebt. | Bild: ARD Degeto / Stefan Erhard

Was war Ihr erster Gedanke, nachdem Sie das Drehbuch gelesen haben und warum haben Sie sich dafür entschieden, die Rolle der Lani anzunehmen?

Dass es eine bezaubernde Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen ist, die in gewisser Weise Außenseiter in der Gesellschaft sind und die sich auf genau dieser Ebene treffen und von dem jeweils anderen verstanden werden.

Wie haben Sie sich auf die Rolle der Lani vorbereitet?

Da es erst die zweite oder dritte Rolle war, in der ich Deutsch mit Akzent spreche, habe ich meinen Eltern genau zugehört und mir manches von ihnen vorsprechen lassen.

Das Thema Pflegepersonal und vor allem der gesellschaftliche Umgang damit werden in Deutschland seit Jahren diskutiert. Was war Ihnen an Ihrer Interpretation der Rolle besonders wichtig?

Ich kenne im Bekanntenkreis meiner Eltern einige Frauen, die in der Altenpflege tätig sind. Der Beruf wird wenig wertgeschätzt, schlecht bezahlt, ist eine körperlich, aber auch seelisch anstrengende Arbeit, die meistens von Frauen ausgeübt wird. Ich weiß von ihnen, dass zu wenig Zeit ist, um auf die Bedürfnisse der älteren Menschen einzugehen, und alles minutiös durchgetaktet ist. Ein privater Pflegedienst unterscheidet sich aber natürlich stark von der Arbeit im Altenheim. Lani liebt ihre Arbeit und ist stolz darauf, es in Deutschland geschafft zu haben. Ihre Unabhängigkeit ist ihr wichtig. Diese Freude und den Stolz auf ihre Eigenständigkeit wollte ich gerne rüberbringen.

Sie haben seit Juli den Podcast "anderssein". Wie geht unsere Gesellschaft Ihrer Meinung nach mit Menschen um, die anders sind?

In den letzten Jahren hat sich der Tonfall – durch die zahlreichen Populisten, die in der ganzen Welt an der Macht sind – stark verändert. Tabus werden gebrochen und sind gesellschaftsfähig geworden. Dem wollte ich mit meinen Gesprächen entgegensteuern. Es geht mir im Podcast darum, Sensibilität, Akzeptanz und detaillierte Wahrnehmung zu schaffen. Auch wir haben hier in Deutschland ein Rassismus-Problem, weil wir in einer strukturiert rassistischen Gesellschaft leben und wir alle viel zu lange weggeguckt haben. Durch die Black lives Matter Bewegung ist einiges sichtbarer geworden. Ich lerne durch jeden Gast etwas Neues und erfahre so viel, wofür ich unendlich dankbar bin.

Welche Rolle spielt das "Anderssein" in "Papa auf Wolke 7"?

Eine Große! Beide Hauptfiguren sind stark durch ihr Anderssein geprägt, was aber eher von außen kommt. Klemens und Lani fühlen sich aber nicht anders. Das haben sie im Übrigen gemein mit den meisten Menschen mit Migrationshintergrund: Wir fühlen uns nicht anders, sondern werden von anderen zu etwas anderem gemacht!

Was behalten Sie von den Dreharbeiten besonders in Erinnerung?

Wir waren einfach eine so harmonische und tolle Truppe. Egal, ob vor oder hinter der Kamera. Wir haben uns so wohl miteinander gefühlt. Ich bin jeden Tag glücklich ans Set und glücklich vom Set gegangen und wir halten miteinander noch regelmäßig Kontakt. Das spricht doch für sich!

Was wünschen Sie sich, welche Botschaft die Zuschauer*innen aus dem Film mitnehmen?

Dass man den Mut haben soll zu gehen. Lani war eigentlich in einer glücklichen Beziehung, aber die Begegnung mit Klemens und seiner Familie hat etwas mit ihr gemacht. Und diesem Gefühl ist sie irgendwann gefolgt. Das Leben ist eben nicht immer stringent und es passieren unerwartete Dinge, denen man sich nicht verschließen sollte …

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