Fragen an Bianca Nawrath

Die 16-jährige Mia (Bianca Nawrath) begleitet ihren Vater Jan (Lucas Gregorowicz) nach Italien.
Die 16-jährige Mia begleitet ihren Vater Jan nach Italien. | Bild: ARD Degeto / Daniela Incoronato

Mia wirft ihrem Vater vor, 13 Jahre lang kein Interesse an ihr gezeigt zu haben. Wie sieht Ihrer Meinung nach eine gute Eltern-Kind-Beziehung aus, auch wenn die Eltern getrennt leben?

Für mich macht Familie aus, dass jeder sich der bedingungslosen Liebe der anderen bewusst sein kann. Und dieses Gefühl der bedingungslosen Liebe kann in jeder Familie bestehen – egal, ob die Eltern getrennt sind oder nicht. Respekt ist für alles die Grundvoraussetzung. Kinder und ihre Empfindsamkeit dürfen nicht unterschätzt werden. Sie sehen mehr als Eltern häufig denken und wollen ernstgenommen werden. Ich beobachte häufig, dass die Reife von Kindern und Jugendlichen unterschätzt wird.

Wie war es, in dieser wunderschönen Region Italiens zu drehen?

Wenn ich an Wiedergeburt glauben würde, dann würde ich schwören, dass ich mal eine italienische Nonna in einem kleinen Dorf in der Nähe der Amalfiküste war. Das Tollste an Italien sind die Menschen! Sie haben verstanden, dass es im Leben um menschliches Miteinander geht. Tagsüber wird übel gestritten, abends sitzen alle an einem Tisch und nehmen sich in den Arm. Ich kann gar nicht aufhören, von der Natur, der Architektur, der Mentalität und dem Essen zu schwärmen.

Haben Sie die Wasserski-Szenen selbst gedreht?

Für den Film durfte ich Wasserski fahren lernen, und ab jetzt wird es keinen Strandurlaub mehr ohne geben. Ein toller, schnell zu erlernender Sport! Das ist sowieso mit das Beste am Job der Schauspielerin. Dass man ständig tolle, neue Sachen lernen darf. So z. B. auch das Gnocchi kneten.

Wie war die Zusammenarbeit mit Lucas Gregorowicz?

Aufgrund der Thematik des Films haben wir uns viel über Familie ausgetauscht, und da wir beide Wurzeln in Polen haben, war das auf mehreren Ebenen spannend. Er hat mich dazu gebracht zu reflektieren, warum ich mich als junges Mädchen manchmal dafür geschämt habe, aus Polen zu kommen. Etwas, das mich jetzt stolz und froh macht! Seinen Buchtipp "Wir Strebermigranten" ebe ich heute noch fleißig weiter. Abgesehen davon ist Lucas ein toller Schauspieler, der intuitiv genau weiß, wie er seine Rolle richtig erzählt. Ich konnte viel von ihm lernen.

Ihre eigenen Teenager-Jahre sind noch nicht so lange her. Wie haben Sie sie erlebt? Wie ticken Teenager heute?

Teenager zu sein ist anstrengend. Plötzlich sprießen Haare an irgendwelchen Körperstellen. Die Laune macht, was sie will. Man vergleicht sich. Körperteile wachsen zu schnell oder zu langsam. Ich hasse es, wenn Erwachsene diese Zeit glorifizieren. Ich habe oft die Sätze gehört: „Ich wäre so gerne wieder in deinem Alter. Da war alles leichter.“ Heute weiß ich, dass da sehr viel Verdrängung mitmischt. Erwachsen zu werden ist eine echte Herausforderung für Körper und Geist – und eine Mammutaufgabe. Eigentlich müssten wir Teenies viel mehr dafür feiern, wie sie das alles gebacken bekommen. Und wie Teenager ticken? Sie ticken auf jeden Fall ganz richtig, so wie sie sind, und sollen sich bloß nichts anderes von irgendwelchen Werbungen, Influencern und Co. einreden lassen.

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