Fragen an Benjamin Grüter

Dr. Stresow (Benjamin Grüter)
Benjamin Grüter in seiner Rolle als Dr. Stresow.  | Bild: ARD Degeto / Boris Laewen

Neustart auf Rügen: Wie ist es f̈ur Sie – als gebürtiger Schweizer – im hohen Norden mit frischer Meeresbrise um die Ohren zu drehen?

Rügen war wunderschön. Geblieben ist mir vor allem, dass sich die Lichtverhältnisse auf Rügen mit denen in den Bergen ähneln. Es verändert sich ständig und hat eine große Farbpalette. Ein schönes und imposantes Naturschauspiel, bei dem es sich auch wunderbar spazieren gehen lässt.

Dr. Hannes Stresow kommt nicht ganz freiwillig nach R̈ugen und hält sich bedeckt – fast schon geheimnisvoll, was seine Person angeht – was hat Sie an dieser Rolle so gereizt?

Stresow ist eine interessante Figur: Ich denke auf der einen Seite kann er sehr emphatisch und dann auch wieder sehr verschlossen sein. Diese Ambivalenz gibt ihm tatsächlich auch etwas Geheimnisvolles – er ist nicht leicht zu durchschauen.Vielleicht wirkt Stresow schnell auf andere Menschen arrogant. Ich glaube aber nicht, dass er es wirklich ist. Was er schon hat, ist ein hoher Anspruch an seine Umwelt, aber ich denke, vor allem hat er diesen auch an sich selbst. Dieser hohen inneren Messlatte kann er wahrscheinlich selbst nicht immer gerecht werden.

Stichwort: "Auf zu neuen Ufern" – z.B. für eine begrenzte Zeit woanders leben und arbeiten: Wohin würde es für Sie gehen?

Da gibt es sicher viele Länder, die mich reizen könnten. Italien oder England finde ich schon schön. Beide Länder sind kulturell sehr interessant. Im Moment aber bin ich durch Film und Theater doch eher an den deutschsprachigen Raum gebunden.

Dr. Hannes Stresow ist ein Experte auf seinem Gebiet: Wie war es für Sie, sich in die Rolle eines Mediziners einzufinden? Wie haben sie sich auf die Rolle "fachlich" vorbereitet?

Tatsächlich habe ich mich mit einigen Ärzt*innen über ihren Beruf unterhalten. Dabei hat mich aber vor allem der Alltag in der Praxis oder im Krankenhaus interessiert. Ich habe mich mit ihnen über die alltäglichen Widrigkeiten, über die Verantwortung gegenüber ihren Patienten und nicht zuletzt über ihren Arbeitsethos unterhalten.

Sie sind viel am Theater unterwegs – wie ist es für Sie wieder mit einer Hauptrolle in die TV-Welt einzutauchen? Was macht für Sie den entscheidenden Unterschied?

Wohl einer der entschiedensten Unterschiede ist, dass ein Theaterstück an einem Abend von Anfang bis Ende durchläuft, ohne dass jemand zwischendurch "CUT" ruft. Theater ist für mich unmittelbarer. Der Schauspieler, ob er nun eine kleine oder große Rolle spielt, muss eine gewisse Präsenz haben, um die Bühne füllen zu können. Das heißt auch, dass er manchmal spielerische Vorgänge vergrößern muss, damit es alle im Zuschauerraum nachvollziehen und lesen können. Im Film wirkt hingegen die Kamera wie ein Vergrößerungsglas und fängt jede noch so kleine Geste ein. Man kann beim Dreh Szenen wiederholen, was man im Theater nicht kann, aber manchmal schon gerne möchte... Beide, Theater wie auch Film, haben ihre Vorzüge, die aber ein unterschiedliches Spiel verlangen. Das macht es interessant, und ich schätze es sehr, die Möglichkeit zu haben, auf der Bühne und vor der Kamera arbeiten zu können.

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