Fragen an Morgane Ferru

Mandy (Morgane Ferru) mit Baby und den beiden Vätern Kai (Lukas Zumbrock) und Jan Claasen (Thomas Schimanski)
Mandy mit Baby und den beiden Vätern Kai und Jan Claasen  | Bild: ARD Degeto / Boris Laewen

Können Sie in wenigen Worten beschreiben, was Mandy für ein Typ ist?

Offenherzig, loyal, manchmal etwas impulsiv.

Welche Entwicklung hat sie in den vergangenen Episoden durchlaufen?

Ich denke, dass die Ereignisse der vergangenen Episoden sie dazu zwingen, weniger unbedarft durchs Leben zu gehen. Sie muss bedeutende Entscheidungen treffen, die nicht nur ihr Leben verändern werden.Was das genau meint, möchte ich sie eigentlich in den neuen Filmen lieber selbst entdecken lassen.

Mandy plagen Schuldgefühle, denn sie hat das Gefühl, Kai seine beruflichen Chancen zu verderben. Dass das Kind nicht von ihm ist, macht die Situation nicht einfacher.Was würden Sie ihr als enge Freundin in dieser Situation raten?

Ich würde ihr raten, nicht zu versuchen, Kai zu schonen oder vor möglicher Reue schützen zu wollen, sondern ihm zu vertrauen, dass er diese Entscheidung durchaus für sich treffen kann und auch für sein ganz persönliches Glück selbst Verantwortung übernimmt. Und ich würde ihr aber auch raten, ihre Sorgen offen mit ihm zu besprechen und nicht in sich "reinzufressen" bis sie aus ihr rausplatzen oder sie unüberlegte Dinge tun lässt.

Sie sind in Zürich geboren, leben inzwischen in Berlin. Könnten Sie sich vorstellen, dem Großstadtleben den Rücken zu kehren und ihr Glück auf einer Insel zu suchen?

Ja, durchaus! Ich liebe es, in Berlin zu leben, vor allem, weil ich einen engen Freundeskreis habe und mich auch gerne mal in der bunten Vielfalt der in Berlin lebenden Menschen verliere. Das kulturelle Angebot ist sagenhaft; ich kann es kaum erwarten, dass die Theater, Kinos und Museen wieder öffnen. Und ich mag manchmal das Chaos durchaus. Aber nirgends fühle ich mich so energiegeladen, ausgeglichen und glücklich wie in der Natur, vor allem am Meer. Ich bin schon mein ganzes Leben jeden Sommer mit meiner Familie in ein kleines Dorf an der Atlantikküste Frankreichs gefahren und habe dort zwei Monate in einem kleinen Holzbungalow ohne Strom und Internet verbracht.Wir sind dort den ganzen Tag an der frischen Luft und können in die Wellen des Atlantiks springen. Und jedes Mal, wenn ich wieder in die Stadt zurückfahre, habe ich das Gefühl, ich hätte noch mindestens doppelt so lang dortbleiben können. Berlin schluckt nun mal auch viel Energie, im Gegensatz zu Orten wie diesem und auch auf Rügen, die mir Kraft geben. Am liebsten würde ich irgendwo am Meer leben, in einem kleinen Dorf mit meinen besten Freundinnen und Freunden und der Familie – und noch in Berlin ein kleines Zimmer haben, um auch mal ein paar Wochen im Jahr das Stadtleben zu genießen.

In der Reihe geht es auch um den Culture Clash zwischen Ost und West.Wie ist das in ihrem Alltag, spüren Sie noch Unterschiede zwischen Ost und West?

Ich spüre es nicht am eigenen Körper. Aber ich setze mich manchmal damit auseinander, weil es Menschen beschäftigt, die mir nahe sind und unsere Politik nach wie vor stark beeinflusst. Es herrscht in vielen Bereichen noch ein großes Ungleichgewicht zwischen Ost und West – z.B. die Repräsentanz in Führungspositionen oder die Bezahlung – und solange dies nicht konsequenter angegangen wird, kann meiner Meinung nach ein "Clash" nicht wirklich heilen.

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