Fragen an Tanja Wedhorn

In „Vatertag auf Rügen“ stellt Nora Kaminski (Tanja Wedhorn) eindrucksvoll unter Beweis, dass die Rügen-Ärztin alles andere als eine gewöhnliche Medizinerin ist.
In "Vatertag auf Rügen" stellt Nora Kaminski eindrucksvoll unter Beweis, dass die Rügen-Ärztin alles andere als eine gewöhnliche Medizinerin ist. | Bild: ARD Degeto / Boris Laewen

Wie haben Sie die Dreharbeiten erlebt?

Es war ja in diesem besonderen Jahr 2020 vieles anders. Wir haben uns mit "Praxis mit Meerblick" Ende Mai 2020, vier Wochen später als ursprünglich geplant, vorsichtig an die Dreharbeiten unter Corona herangetastet. Alles war neu. Niemand hatte diesbezüglich Erfahrungen. Letztendlich waren die Dreharbeiten trotz all der Einschränkungen, der Masken, des Abstandhaltens etc. großartig. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass wir arbeiten durften und Noras Geschichte weitererzählen konnten.

In einer Folge haben auch Ihre Söhne mitgespielt, wie war das für Sie?

Dass meine Jungs mitspielen durften, war sehr unerwartet und für uns ein kleines Highlight im Corona-Sommer. Es gab im Drehbuch die Rollen eines Bruderpaares, das exakt das Alter meiner Kinder hat. In der Drehvorbereitung hockten alle zu Hause im Lockdown mit Homeoffice und Homeschooling und wir überlegten, wie wir trotz des Virus drehen und den Personenkreis kleinhalten können. Und im Zuge dessen hab‘ ich laut gedacht: Also dieses Bruderpaar hab‘ ich ja eigentlich zu Hause ...

Mittlerweile gibt es bereits zwölf Filme mit der Ärztin Nora Kaminski. Die Reihe ist überaus beliebt, wird sogar von Jahr zu Jahr beliebter.Wie erklären Sie sich den großen Erfolg von "Praxis mit Meerblick"?

Wir sind einfach ein tolles Ensemble, jede Generation ist hier vertreten. Angefangen von unserer bezaubernden Pensionistin und weltoffenen Künstlerin Roswitha und Herrn Kubatzki, der gefühlt jeden Stein in der Gegend um Rügen kennt. Dann Noras Kolleginnen und Kollegen in der Praxis und in der Klinik, welche durch sehr menschliche Schwächen, Sehnsüchte und Eitelkeiten das Herz rühren. Und schließlich unsere Youngsters, die ein ganz anderes Lebensmodell als wir Eltern leben möchten. Es ist ein sehr bunter, quirliger Kosmos von Menschen wie du und ich.

Inwiefern hat sich Nora im Laufe der Folgen verändert? Ist sie noch der gleiche Mensch wie damals, als sie neu auf die Insel kam?

Als Nora in der ersten Folge auf die Insel kam, war sie am Boden: Ihr Privatleben war lausig. Sie war geschieden, alleinstehend und ihr erwachsener Sohn lebte mehr beim Vater als bei ihr. Beruflich sah es nicht besser aus: Sie hatte ihren Job verloren, war pleite und hatte eine Klage am Hals. Rügen machte es der "Ruhrpottbraut" als Neustart auch nicht gerade einfach. Noras Panzer war enorm dick und sie ließ nach all den Erfahrungen nichts und niemanden an sich ran. Um die Tatsache, dass Nora eine sehr gute Ärztin ist, kamen die Insulaner aber irgendwann nicht mehr herum und so öffneten sich die Rügener mehr und mehr, einschließlich Nora, natürlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und ihrer pragmatisch bisweilen spöttischen Grundhaltung. In unseren beiden neuen Filmen, "Herzklopfen" und "Vatertag auf Rügen", ist Nora ungewöhnlich weich, offen und zugänglich. Sie ist schwer verknallt in ihren Ex und gibt ihre vorsichtige Haltung ihm gegenüber Stück für Stück auf. Tief in ihrem Herzen hofft sie, dass es diesmal zwischen den beiden klappt als Mann und Frau, als Ehepaar.

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