Shenja Lacher spielt Ferdinand Wildenstein

Ferdinand (Shenja Lacher) lässt sich auf dubiose Finanzgeschäfte ein.
Shenja Lacher in seiner Rolle als Ferdinand Wildenstein. | Bild: ARD Degeto / Kerstin Stelter

Rikes Bruder ist gleichzeitig ihr schärfster Gegner im Kampf um die Führung des Familienhofs. Der Druck, der offenbar sein Leben prägt, begann schon in der Kindheit. So sehr er sich auch anstrengte, die ersehnte Anerkennung des Vaters blieb zeitlebens aus. Dass Ferdinand bei seinen späteren Geschäften nicht unbedingt eine glückliche Hand besaß, sorgte für zusätzlichen Streit. Seine Verletzlichkeit verbirgt er mittlerweile unter einer harten Schale, die Rike jetzt – in Kindertagen noch seine engste Verbündete – zu spüren bekommt. Zwei Alphatiere stehen sich gegenüber, denn Ferdinand will den Reiterhof ausgerechnet im Sinne seines Vaters weiterführen, angespornt von seiner Verlobten Loretta. Diesmal will Ferdinand buchstäblich aufs richtige Pferd setzen und überrascht seine Familie mit einem Plan, der für neuen Zündstoff sorgt.

Fragen an Shenja Lacher

Konnten Sie sich gut in einen schwierigen Charakter wie Ferdinand hineinversetzen?

Charaktere wie Ferdinand finde ich immer spannender, als den guten Freund des Nachbarn zu spielen. Ich liebe Rollen mit Ecken und Kanten. Auch wenn mir Ferdinands Verhalten selbst fremd ist, kann ich ihn gut verstehen. Im Grunde ist er kein böser Mensch, sondern er fühlt sich sein Leben lang unfair behandelt. Unter seinem strengen Vater hat er sehr gelitten und sich seinetwegen immer als Loser gefühlt. Nach dessen Tod könnte er jetzt durchstarten – und dann kommt Rike nach 13 Jahren zurück, als wär’ nix passiert! Und prompt geht der Kampf zwischen ihnen los – um die Gunst der Mutter und um den Hof.

Erst gegen seinen autoritären Vater, jetzt gegen die eigensinnige Schwester: Woher kommt Ferdinands Kampfgeist?

Ferdinand hat sein Leben lang um die Liebe seines Vaters gekämpft. Er hätte sich sicherlich anders entwickelt, wenn er nur einmal von ihm gehört hätte: Junge, das hast du gut gemacht! Vielleicht wäre es für Ferdinand besser gewesen, wenn er statt Rike in die USA gegangen wäre, um sich zu finden. Seine verzweifelte Suche nach Liebe wird, wenn man sich die Beziehung so anguckt, auch von seiner adligen Verlobten nicht erfüllt. Außerdem wird er über seinem eigenen Stand heiraten und somit wieder versuchen, etwas zu sein, was er eigentlich nicht ist.

Wie gehen Sie selbst mit familiären Unstimmigkeiten um?

Im Gegensatz zu meinen Rollen bin ich privat tatsächlich sehr harmoniesüchtig und gehe Konflikten lieber aus dem Weg. Werde ich damit konfrontiert, bin ich eher schweigsam. Ich hoffe dann, sie aussitzen zu können, oder hoffe auf eine Lösung von außerhalb. Meine laute Seite tobe ich lieber vor der Kamera oder auf der Bühne aus.

Sind Sie pferdeaffin?

Ich bin ja halber Tatar und hab‘ wohl einen Draht zu Pferden, auch wenn ich nicht wirklich reiten kann. Meine Eltern hatten ein kleines Ferienhaus in Ungarn, in der Nähe vom Balaton, und mein Vater sagte damals: "Du willst auf die Schauspielschule – als Schauspieler muss man auch reiten können." Und spendierte mir dort einen Reitkurs. Die Pferde hatten keinen Sattel, sondern nur eine Decke. Ein Junge hielt die Longe und ich sollte einfach losreiten. Tatsächlich hatte ich gedacht, als ich auf dem Pferd saß, ich hätte in meinem Leben nie etwas anderes gemacht. Natürlich war meine Haltung schlecht, doch da ich kein Wort Ungarisch sprach, konnte ich auch nicht verstehen, was der Junge mir sagte. Aber die Woche hat mir trotzdem gut gefallen. Richtig reiten zu lernen, hat sich nie ergeben. Aber für einen Film würde ich es sofort lernen, zum Beispiel, wenn Ferdinand mal reiten sollte.

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