Fragen an Elena Uhlig

Das Brautpaar: Sabrina (Elena Uhlig) und Karsten (Stephan Zinner).
Das Brautpaar: Sabrina und Karsten. | Bild: ARD Degeto / Kerstin Stelter

Stichwort Hochzeit - warum haben Sie sich bislang gegen die Ehe entschieden?

Was mich vor allem daran nervt, ist dieses Happy-End-Denken. Warum ist eine Hochzeit das Happy-End? Die Ehe ist ein Vertrag, und man muss sich entscheiden, ob man so eine große Form eines Vertrages eingehen will. Klar wird immer alles romantisiert, aber allein die Vorstellung, dass am Tag der Hochzeit alles perfekt sein soll, würde mir wahnsinnigen Stress machen. Ich muss an dem Tag gesund sein, das richtige Kleid finden – einfach alles muss dann eben stimmen, das ist ja der Horror. Und die ganzen Verpflichtungen einer Ehe einzugehen – man muss schon wissen, was man da tut. Ich möchte verbunden sein, aber nicht gebunden.

Sabrina ist die beste Freundin von Ella. Haben Sie auch eine beste Freundin, mit der Sie schon jahrelang befreundet sind?

Ja. Ich habe sogar ganz viele „alte“ Freundinnen, teils noch aus Krabbelstubentagen und dem Kindergarten. Und eine sehr enge Freundin, die zu meinem Leben dazugekommen ist, als ich sozusagen aus dem Nest gefallen bin und anfing zu studieren. Wir haben das Ablösen von den Eltern, die ersten längeren Beziehungen, alles, was wichtig ist, zusammen mitgemacht. Und auch wenn wir nicht mehr die Zeit haben, täglich zu telefonieren so wie früher, als es das Wichtigste war, sich auszutauschen, ist auch nach längerer Zeit die Vertrautheit da, und ich merke, wie wichtig eine gute Freundschaft ist, nicht nur in Krisensituationen. So wie das auch in unserem Film der Fall ist. Es gibt Freundinnen, mit denen rede ich über Berufliches, mit anderen eher über Privates, und wieder mit anderen kann ich am besten über das Thema „Kinder“ sprechen.

Sie haben unterschiedliche Freundinnen für verschiedene Themen. Wofür sind Sie denn beste Freundin oder Ratgeberin?

Ich glaube, mit Sicherheit in Liebesdingen, obwohl ich da nicht die Expertin bin. Aber ich bin jemand, der eine klare Meinung und eine Haltung hat. Das ist heute oft ein Problem, dass Menschen keine Haltung mehr zeigen. Ich bin nicht jemand, der bloß zuhört, das bringt auf Dauer nichts. Sondern ich sage klipp und klar, was ich davon halte und dann können sie sich immer noch entscheiden, ob sie das so wollen oder nicht. Ja, ich glaube, meine Freundinnen rufen mich an, wenn sie eine Haltung von mir haben möchten. Auch wenn wir uns dann manchmal darüber streiten.

Für den Erhalt der Flusslandschaft im Ort setzt sich Sabrina ebenso wie die übrigen Dorfbewohner ein. Wie sehr liegt Ihnen persönlich der Umweltschutz am Herzen?

Ich bin keine Umweltaktivistin. Aber ich versuche, so gut es geht, umwelttechnisch sauberer zu werden und den Gedanken auch meinen Kindern weiterzugeben. Ich fliege fast gar nicht mehr, sondern fahre mit der Bahn. Das Auto benutzen wir auch seltener und bieten es Freunden zum Carsharing an. Außerdem versuche ich, weniger Lebensmittel in Plastikverpackungen zu kaufen. Aber man kann schon im Kleinen anfangen und z.B. Firmen unterstützen, deren Waren vielleicht ein paar Cent teurer sind, die aber dafür nachhaltig produzieren.

Sie lebten eine Zeitlang im Salzkammergut am Traunsee, heute in München. Wo fühlen Sie sich wohler: auf dem Land oder in der Großstadt?

Ich bin eine Großstadtpflanze, für mich ist das Land gar nichts. Aber mal im Urlaub dorthin zu fahren, ist großartig. Und gerade während der Pandemie hatte ich das Gefühl, wir müssen jetzt aufs Land flüchten. Aber für das alltägliche Leben gehöre ich in die Stadt. Ich muss das Gefühl haben, dass theoretisch das Leben vor der Tür tobt. Was mich vor allem auf dem Land wahnsinnig gemacht hat: dass du für jede Zitrone das Auto gebraucht hast.

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