Adnan Maral als Toni Freitag

Toni (Adnan Maral) sieht sich bereits als künftiger Bürgermeister.
Toni sieht sich bereits als künftiger Bürgermeister. | Bild: ARD Degeto / Yalla Productions

Schützenkönig Toni Freitag platzt vor Stolz, als er von seinen Schützenbrüdern zum nächsten Bürgermeisterkandidaten von Bergham ausgerufen wird. Für den Muster-Bajuwaren mit türkischen Wurzeln bedeutet das die Krönung seiner Integration. Auch sonst läuft alles bestens: Tochter Franzi leitet den Berghamer Kindergarten, Schwiegersohn Osman und Ehefrau Anne halten den Betrieb in Schwung und Enkelin Shirin ist Opa Tonis größter Stolz. Doch dann taucht Tonis Gegen-Schwiegermutter Farah in Bergham auf, die sich gerade von ihrem „Paschamann“ Mesut getrennt hat. Die „türkische Alice Schwarzer“, wie Toni sie nennt, zieht Ehefrau Anne auf ihren Emanzipationskurs und bewegt sie dazu, ebenfalls für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Toni muss das um jeden Preis verhindern.

Fragen an Adnan Maral

Sie haben bereits „Servus, Schwiegersohn!“ erfolgreich produziert und auch hier die Hauptrolle des Toni Freitag übernommen. In „Servus, Schwiegermutter!“ spielen die Frauen eine noch stärkere Rolle. Was waren die Impulse, die Geschichte um die Familie Freitag so weiter zu erzählen?

Die Geschichten, die wir bei der Yalla Productions erzählen wollen, sind Geschichten, die die Gleichheit für alle fördern und zu mehr Selbstverständnis in der Gesellschaft beitragen sollen. In „Servus, Schwiegersohn!“ hat Toni die Erfahrung gemacht, trotz seiner Liebe zum Bayerischen, ist er noch glücklicher, wenn er seine türkischen Wurzeln in sein Leben integriert und es ihn nicht weniger zu einem Teil der Gesellschaft macht, wenn er beide „Heimaten“, die Bayerische und die Türkische, lebt. Bei „Servus, Schwiegermutter!“ geht es um die Feinjustierung der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Klar ist, die Frauen heute sind schon näher dran an der „Gleichstellung“ der Männer, nur stimmt das so noch nicht ganz. Es gibt da noch einige Schritte, die zu gehen sind, damit Frau und Mann auf gleicher Augenhöhe sind, mit deutschen oder türkischen Wurzeln. Manchmal schleichen sich im Alltag noch alte Muster ein, die zuerst entlarvt werden müssen.

Welche Themen stehen in „Servus, Schwiegermutter!“ für Sie im Vordergrund?

Einerseits die Beziehung eines Paares. Wie gehen Anne und Toni miteinander um, wenn Wünsche und Träume gelebt werden möchten. Toni denkt, wenn er ein erfolgreicher und angesehener Bürgermeister wird, findet das Anne sowieso toll. Nur vergisst er, dass sie auch Träume hat. Anhand dessen, wie Toni und Anne mit den eigenen Träumen umgehen, kann man das Thema der Gleichstellung der Frau zum Mann in letzter Konsequenz sehr gut sehen. Wer hält wem den Rücken frei? Zu guter Letzt finden Toni und Anne eine wunderbare Lösung, bei der nur noch die letzte Frage zu klären bleibt: Wieso braucht man die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit; mache ich es für mich oder für die Gemeinschaft? Gerade heute in unserer Gesellschaft und in der Politik eine sehr wichtige Frage!

Toni Freitag durchläuft im Kampf um das Amt des Bürgermeisters gegen seine Frau eine entscheidende Wandlung. Wie kommt es dazu?

In einer Beziehung geht es ja immer wieder um das Austarieren der eigenen Träume. Wer nimmt sich wieviel Raum? Oft sind es immer noch die Frauen, die sich zurücknehmen. Anne arbeitet mit Toni in der gemeinsamen Firma und badet oft die etwas chaotischen Handlungen von Toni aus und macht vor allem die Buchhaltung. Eine Firmenstruktur, die es in Deutschland ganz oft gibt. Ist die Buchhaltung der Firma Freitag Annes Traum? NEIN! Die Sturheit, sowohl von Toni als auch die von Anne, lassen sie bei der Bürgermeisterwahl gegeneinander antreten. Doch es ist die Liebe und das Verständnis, die letztendlich siegen und Toni und Anne noch mehr zusammenschweißen lässt. Ein kleiner Fakt am Rande: In Deutschland sind rund 10% Bürgermeisterinnen in den 10.790 Gemeinden.

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