Statements

Toni (Leo Reisinger, re.), Josie (Maria Monsorno) und Ferdi (Fabian Axer Avila) stoßen auf den Geburtstag von Franzl (Frederic Linkemann, li.) an.
Toni, Josie und Ferdi stoßen auf den Geburtstag von Franzl an. | Bild: ARD Degeto / Jacqueline Krause-Burberg

Statement von Regisseurin Sibylle Tafel

»Toni ist ein Mann, ja – und er ist Hebamme oder besser Entbindungspfleger. Diese Grundvoraussetzung für eine Figur hat mich als Frau und Regisseurin von Anfang an sehr gereizt. Die Prämisse der Reihe stellt nicht nur die klassischen Rollenbilder auf den Kopf, sondern bietet große Freiheiten, unterschiedlichste Geschichten zu erzählen. Denn im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft und Geburt kann ja so ziemlich alles passieren. Die Idee ist, dass die Geburt gar nicht im Fokus steht, sondern zum Katalysator wird, der ein ganz anderes Thema zum Vorschein bringt. In dritten Film wird Toni vorgeworfen, für einen Geburtsschaden verantwortlich zu sein, und er muss erkennen, dass es Menschen, die mit ihrem Schmerz nicht fertig werden, nicht immer um die Wahrheit geht. Film 4 hingegen führt uns in die Welt des Profifußballs: Toni betreut Spielerfrau Kathie, deren Mann, genannt ‚Walli‘, ‚the german wall‘, einen großen Schritt wagen muss, bevor er für die Vaterschaft gewappnet ist. Dabei ahnt nicht mal Toni, wo die eigentliche Gefahr lauert.«

Statement von Drehbuchautor Sebastian Stojetz

»Als ich die Idee hatte, haben mich viele gefragt: Gibt es das überhaupt, Männer als Hebammen? Heißen die dann ‚Hebammerich’? Das ist natürlich erstmal ein Lacher, wird diesem knallharten Job aber in keiner Weise gerecht. Jeder, der schon mal in einem Kreißsaal war, weiß das. Das Spiel mit solchen Erwartungen an Geschlechter-Rollenbilder finde ich wichtig. Denn im Moment gibt es nur eine Handvoll Männer in dem Beruf. Ich würde mir wünschen, dass es bei der Berufswahl irgendwann egal ist, welches Geschlecht man hat. Beim Begriff ist das schon so: Es heißt Hebamme. Egal ob Mann oder Frau. Bei ‚Toni’ erzählen wir keine Geburts-Geschichten, sondern Hebammen- Geschichten. Es geht ganz bewusst nicht darum, die hundert spektakulärsten Geburts-Fälle Deutschlands zu zeigen. Es geht vor allem um eine neue Lebens-Phase für alle Beteiligten und die Herausforderungen, die durch Schwangerschaft, Geburt, Baby entstehen können. Bei der Kreation der Konflikte ist es uns ganz wichtig, dass Toni kein „Helfer-Syndrom“ hat und sich nicht um jeden Preis in fremde Angelegenheiten einmischt. Das würde ich als übergriffig empfinden. Er hat zwar ein großes Herz, ist nahbar und empathisch. Aber Toni ist definitiv kein Heiliger. Er baut selbst mal Mist. Das finde ich sympathisch, weil ich das auch kenne.«

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