Interview mit Ann-Kathin Kramer

Claudia (Ann-Kathrin Kramer) und Alex (Ferdinand Seebacher) sind heimlich ein Paar.
Ann-Kathrin Kramer als Claudia | Bild: ARD Degeto / Arnaldur Halldórsson

Wie waren die Dreharbeiten in Island? Wie sind Land und Leute?

Was mich neben der unglaublichen Natur und der Wildheit des Klimas an Island besonders fasziniert hat, sind die Isländer selbst. Ich bin tief beeindruckt von der Freiheit und Individualität, die diese Menschen ausstrahlen. Vielleicht hat das mit den Lebensbedingungen zu tun, die in Island immer auch von der Willkür der Natur beeinflusst werden. Das haben wir beim Drehen oft am eigenen Leib erfahren, wenn zum Beispiel von jetzt auf gleich ein Sturm aufkam, der uns beinahe umgepustet hat. Unser kleines Ensemble hat das sehr zusammenrücken lassen.

Wie fühlt es sich an, wenn es im Island-Sommer immer taghell ist?

andere Stille. Wir waren ja im September in Island, da gibt es schon wieder – wenn auch kurze – Nächte. Das war auch gut so, denn so kamen wir tatsächlich in den Genuss, die Nordlichter zu sehen. Ein unglaubliches Schauspiel!

Wie finden Sie Beziehungen mit großem Altersunterschied? Denken Sie es gibt hier besondere Herausforderungen?

Man sagt ja so leicht, das Alter spielt keine Rolle – und das stimmt sicher bis zu einem gewissen Maße. Ich denke aber doch, dass es eine besondere Herausforderung ist. Na ja, genaugenommen ist jede Beziehung, die lange dauern soll, die gut und erfüllend sein soll, eine besondere Herausforderung.

Ist es immer noch so, dass Beziehungen von Männern mit jüngeren Frauen gesellschaftlich eher akzeptiert sind, als Beziehungen von Frauen zu jüngeren Männern?

Ja, das ist so! Das sind nach wie vor zwei total unterschiedliche Paar Schuhe. Das ist nicht schön, aber ich befürchte, es wird auch noch mindestens ein, zwei Generationen lang so bleiben. Und zwar genau so lange wie Jugend und Schönheit die maßgeblichen Attribute für die Attraktivität von Frauen sind und Status und Erfolg die der Männer.

Claudia hält ihre Beziehung zu Alex vor ihrem Sohn geheim. Wie würden Sie die Mutter-Sohn-Beziehung beschreiben?

Ich glaube, die beiden haben eine gute Beziehung. Die Lüge ist eher aus einem „Verschweigen“ entstanden und wurde größer, je mehr Zeit verging. Sie hat irgendwann eine Beziehung begonnen zu dem Freund ihres Sohnes, den sie, und das macht es so schwierig, schon als Kind kannte. Ich denke, als Mutter versucht man immer, sein Kind zu schützen. Und da Claudia nicht klar war, wie ernst diese Beziehung im Laufe der Zeit werden würde, behielt sie es einfach für sich. Jetzt will Alex sie heiraten und da kommt sie nicht mehr raus.

Sind Geheimnisse innerhalb der Familie etwas ganz Normales?

Ich glaube, Geheimnisse sind überhaupt etwas ganz Normales. Ich glaube nicht, dass alle immer alles wissen müssen. Ich glaube aber auch, dass die Geheimnisse giftig werden können, die den anderen etwas angehen. Da propagiere ich eine größtmögliche Offenheit.

Könnten Sie sich vorstellen, in ein Land wie Island auszuwandern?

Auswandern steht nicht auf meinem Lebensplan, aber ein Urlaub in Island ist fest geplant. Dieses Land ist so unfassbar schön, ich bin dort sicher nicht zum letzten Mal gewesen.

Claudia gibt einem Mitreisenden Tipps, weil die Ehe mit seiner Frau an seiner Sturheit zu scheitern droht. Gibt es eine Blaupause für eine gute Ehe?

Eine Blaupause gibt es natürlich nicht, dafür sind Menschen einfach zu verschieden. Jeder sucht und findet sein Glück individuell. Trotzdem ist es sicher hilfreich, den anderen zu schätzen, nicht ändern zu wollen, mit seinen eigenen Bedürfnissen nicht hinterm Berg zu halten und viel, viel miteinander zu lachen.

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