Fragen an Barbara Philipp

Das Tierärztepaar Henning (Matthias Brenner) und Beate (Barbara Philipp) freuen sich über den Besuch von ihrem Sohn Martin (Oliver Konietzny).
Das Tierärztepaar Henning und Beate freuen sich über den Besuch von ihrem Sohn Martin. | Bild: ARD Degeto / Christine Schröder

Fragen an Barbara Philipp

Sie spielen in „Viele Kühe und ein schwarzes Schaf “ eine Tierärztin in einer Gemeinschaftspraxis für Klein- und Großtiere. Wie ist Ihr Verhältnis zu Tieren?

Als Kind hatte ich nur Hamster, die alle nicht alt wurden, und ein Kaninchen, das acht Jahre alt wurde. Keine Hunde oder Katzen, aber wenn, lieber Katzen. Ich bin nicht wirklich ein guter Kümmerer, mir tun schon meine Topfpflanzen leid – ich finde nie genug Zeit. Tiere mag ich lieber in freier Wildbahn, am liebsten Elefanten! Bei den Dreharbeiten war ich mit Oliver Konietzny – meinem Filmsohn – auf dem Hof unserer Tierbetreuer. Das war toll, da haben wir mit den Stachelschweinen gekuschelt, uns Schlangen umgelegt und mit den Nasenbären gespielt.

Als Kleintierpraktikerin wohnen Sie idyllisch-ländlich in den niedersächsischen Elbmarschen, privat wohnen Sie seit vielen Jahren in Berlin-Kreuzberg, kommen aber eigentlich von der Mosel … Was fühlt sich denn mehr zuhause an?

Es fühlt sich beides zuhause an. Ich bin beruflich ja viel in ganz Deutschland unterwegs – und wenn das gerade in der Nähe meiner alten Heimat ist, dann bin ich auch gerne und oft bei meiner Familie und genieße die Natur, aber genauso wichtig ist es mir, dass ich in Berlin meinen Alltag leben kann, in meiner Wohnung, meinem Kiez und mit meinen Freunden. In der Großstadt bekomme ich einfach einen stärkeren kulturellen Input, aber ich liebe es eben auch – wie jetzt im Herbst – durch den Wald zu laufen und Pilze zu sammeln. Oder – wie wir es während der Dreharbeiten in dem wunderschönen Haus an Elbe machen durften – den großartigen Nussbaum zu plündern.

Beate kann schwer loslassen – auch wenn Martin erwachsen und schon lange von zu Hause ausgezogen ist. Können Sie die ständige Sorge Ihrer Filmfigur nachvollziehen?

Eine Mutter möchte ja immer, dass es ihrer Familie gut geht. Beate spürt ja auch ganz richtig, dass ihr Sohn nicht glücklich ist. Sie versteht nur halt nicht, dass ihm in dieser Lebensphase nicht damit geholfen ist, wenn sie die Kontrolle über ihn behalten will.

Um Martin aus seiner Misere zu helfen, greift Beate zu einer Notlüge – und ist froh, dass diese ihren Sohn wieder nach Hause in die elterliche Tierarztpraxis holt. Sind Notlügen, Ihrer Meinung nach, legitim?

Ich glaube, jeder hat sich schon mal mit einer Notlüge durchgehangelt, meistens sind solche Lügen ja auch harmlos. Aber es passiert eben auch schnell, dass man sich verzettelt und dann wird aus einer Mücke ein Elefant. Um mal in der Tierwelt zu bleiben.

Beate engagiert sich für ein Frauenprojekt in Afrika. Ist soziales oder kulturelles Engagement für Sie auch ein Thema?

Tatsächlich wurde ich gefragt, bei einem neuen Afrika-Projekt mitzumachen und nach Äthiopien eingeladen, wo die Initiative junge Unternehmerinnen unterstützt.

In „Viele Kühe und ein schwarzes Schaf“ war Ihnen Ihr Mann nicht immer treu. Auch wenn die Liaison schon beendet ist, kommt die Untreue auf den Tisch …

Wir haben bei den Dreharbeiten lange darüber diskutiert, wie Beate auf den Seitensprung ihres Mannes reagiert. Natürlich ist es schrecklich verletzend, hintergangen zu werden, und man kann das erst mal nicht richtig verzeihen. Aber für mich war auch immer klar, dass das ein Wake up-Call und sogar eine neue Chance für diese Beziehung sein musste, denn Beate war ja auch diejenige, die vor lauter „Heile Welt“-Planung gar nicht mehr gespürt hat, was gerade um sie herum wirklich passiert. Und sie hat ihren Mann und seine Bedürfnisse wohl auch nicht mehr ernstgenommen. Ich denke mal, dass das in eingefahrenen Beziehungen oft ein großes Problem werden kann.

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