Interview mit Katharina, Anna und Nellie Thalbach

Erstmals gemeinsam vor der Kamera begeistern Anna, Katharina und Nellie Thalbach als Mutter, Großmutter und Enkelin in der Komödie "Wir sind die Rosinskis".
Erstmals gemeinsam vor der Kamera begeistern Anna, Katharina und Nellie Thalbach als Mutter, Großmutter und Enkelin in der Komödie "Wir sind die Rosinskis".

Sie haben bereits zu dritt auf der Bühne gestanden, für "Wir sind die Rosinskis" haben Sie zum ersten Mal gemeinsam gedreht. Wie hat sich der Dreh von der Theaterarbeit unterschieden? Und können Sie gegenseitig voneinander lernen oder gibt es klare Hierarchien in der Familie?

Katharina Thalbach: Natürlich gibt es eine Art Hierarchie, die hat aber auch mit Respekt vor dem Alter zu tun. Die Alten müssen ja auch die Weisen sein, mit mehr Ruhe und Erfahrung, von denen die Jungen dann wieder zehren können, oder zumindest wäre es schön, wenn es so wäre …
Anna Thalbach: Wenn wir nicht stets voneinander lernten, würden wir nicht so intensiv miteinander arbeiten.
Nellie Thalbach: Jedes Projekt ist eine neue Herausforderung. Ich probiere immer, alles mitzunehmen und zu lernen. Durch alles und von jedem. Der Dreh hat großen Spaß gemacht.

Katharina, gab es dennoch Momente, in denen Sie sich gewünscht haben, Ihre Tochter hätte einen anderen Beruf ergriffen als Sie?

Katharina Thalbach: Diese Momente gibt es oft, denn der Beruf kann sehr hart sein. Doch vor allen Dingen hat Anna auch wunderbare andere Talente, wie Schreiben und sehr filigrane Zeichnungen zu zaubern. Ja und dann denke ich, tu das doch noch mehr, meine Süße.

Die Rosinskis sind wahrlich keine Gewinner der Gesellschaft. Trotzdem zeigen sie sich immer solidarisch mit Anderen. Was bewahrt sie davor, sich einen Sündenbock für ihre Situation zu suchen?

Anna Thalbach: Die Liebe!
Nellie Thalbach: Liebe, Hoffnung, Durchhaltevermögen und Humor.
Katharina Thalbach: Man sollte die Schuld sowieso immer erst bei sich selbst suchen. Die großen politischen Probleme sind jedoch nicht alleine lösbar und bedürfen immer einer großen Solidarität und vor allen Dingen eines großen Mutes. Den hat man selbst nicht immer. Demut dem Leben gegenüber kann übrigens auch nicht schaden.

Käsebrunnen, Dosenbier und Grillfleisch. Gelegentlich wird auch geklaut und in Ausnahmefällen ein Kinnhaken verteilt. Selbstoptimierung und gewaltfreie Kommunikation sind also nicht unbedingt das Motto der Rosinskis. Trotzdem: Können wir uns auch eine Scheibe von ihnen abschneiden?

Nellie Thalbach: Manche Methoden der Rosinskis sind vielleicht fragwürdig, manchmal aber auch hilfreich. Der Zuschauer sollte sich sein eigenes Bild machen.
Anna Thalbach: Ja, das finde ich auch. Diese Frage muss der Zuschauer selbst beantworten.
Katharina Thalbach: Die Familie war immer die kleinste Zelle in der Gesellschaft, schon in der Steinzeit. Sie sollte zusammenhalten mit Verständnis füreinander und vor allen Dingen mit Liebe.

Apropos Verständnis: Nellie, Oma Angelika hat mehr Distanz zu den Kindern als Peggy, schneit nur gelegentlich vorbei. Vertraut sich Angelique ihr gerade deshalb an?

Nellie Thalbach: Angelika und Angelique verbindet der ausgeprägte Geschäftssinn und natürlich genießt sie es sehr, jemanden zu haben, der etwas mehr Distanz zu ihren alltäglichen Problemen hat. Bei Angelika kann sie sich immer ausheulen. Sie versteht ihre Sehnsüchte.

Peggy schuftet den lieben, langen Tag in der Wäscherei – für einen Hungerlohn. Manch anderer kann allein von seinen Dividenden leben. Zahlt sich harte Arbeit nicht genug aus?

Katharina Thalbach: Nein, oft genug leider nicht. Die Welt ist nicht gerecht.
Anna Thalbach: Aus Peggys Sicht natürlich nicht.
Nelli Thalbach: Aber aus Angeliques Sicht zahlt sich harte Arbeit schon aus. Man muss nur einen Traum haben und an ihn glauben. Dann wird man eines Tages belohnt. Auf welche Art auch immer. Trotzdem geht die Realität auch an ihr nicht vorbei.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Geld?

Katharina Thalbach: Wir leben im Kapitalismus, da regiert das Geld, Mammon ist der Gott. Ich bete auch für andere Werte, aber muss leider auch zahlen.

"Wir sind die Thalbachs"! Drei Begriffe, mit denen Sie Ihre Familie beschreiben würden.

Katharina Thalbach:
1. großäugig und manchmal weitsichtig
2. nicht sehr groß, aber riesig im Träumen
3. fast immer weiblich, doch mit Neigung zum Macho

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