Über Deutsche und Russen: Statements der Darsteller

Irina (Barbara Prakopenka) und Johannes (Anton von Lucke) geraten zwischen die Fronten im Streit ihrer Eltern.
Irina und Johannes geraten zwischen die Fronten im Streit ihrer Eltern. | Bild: ARD Degeto/Mona Film/Tivoli Film / Petro Domenigg

»Anton von Lucke

Ich denke über die Russen, dass sie unglaublich tolle Geschichtenerzähler sind. Man denke nur an Tolstoi oder Dostojewski. Gerade letzterer hat mich, mit seiner Lebendigkeit, die manchmal fast bis ins Hysterische geht, sehr für diese Komödie inspiriert. Von mir selbst steckt immer etwas in der Rolle, schließlich ist es ja mein Körper, den die Kamera einfängt und meine Stimme, die spricht. Ich bin ich selbst – nur in anderen Umständen.«

»Barbara Prakopenka

Ich glaube, dass die Russen denken, dass es den Deutschen guttun würde, nicht alles nach Plan machen zu müssen. Es gibt für alles ein Formular in Deutschland – das macht Russen manchmal wahnsinnig. Im Großen und Ganzen weiß ich aber, dass Russen sehr positiv über Deutsche denken. Und die Deutschen denken über die Russen, dass sie wahrscheinlich ein lautes, trinkfestes und abergläubisches Volk sind. Und es stimmt: Wenn du einmal mit einem Russen gefeiert hast, dann weißt du, was es bedeutet, wirklich gefeiert zu haben!

Meine Rolle Irina Galkin und mich verbindet natürlich die Tatsache, dass wir beide die zweite Generation einer ausländischen Familie sind, die in den 90er Jahren, nach dem Zerfall der Sowjetunion, nach Deutschland ausgewandert ist. Meine Familie wird sich immer mehr russisch fühlen, weil sie die prägendsten Jahre in ihrer Heimat Weißrussland verbracht hat. Ich dagegen fühle mich mehr deutsch, da ich in Deutschland erwachsen geworden bin. Und doch wird mich immer ein unsichtbares Band mit meinem Geburtsort verbinden. Irina Galkin und mich verbindet ebenso die Liebe zu unserer Familie – auch für mich steht meine Familie immer an oberster Stelle.«

»Wolfgang Stumph

Michael Vershinin als Autor von "Ziemlich Russische Freunde" ist mir ein guter alter Partner. Wir haben bei manchem Krimi und mancher Komödie zusammengearbeitet. Aber zum ersten Mal durfte ich in einem Buch von ihm eine Nebenrolle spielen. Dies habe ich mit großer Freude getan, auch deshalb, weil ich mich in eine erstklassige Besetzung einbringen durfte. Im Gegensatz zu meinen anderen Produktionen brauchte ich mich nur auf meine Rolle zu konzentrieren und habe dies genossen. Ja genossen, auch in der Beobachtung der Umsetzung komödiantisch gespielter und geschriebener Situationen. Gerade in der aktuellen Zeit ist es wichtig, das deutsch-russische Thema bei einer Komödie auf das Kleine, Alltägliche der Menschen zu reduzieren.«

»Natalia Bobyleva

Russen und Deutsche haben historisch sehr enge Beziehungen zueinander, obwohl sie nicht immer gut miteinander ausgekommen sind. Wahrscheinlich erklärt sich diese gegenseitige Anziehungskraft durch die absolute Polarität der Charaktere. Seit Jahrhunderten existiert ein Sprichwort in der russischen Sprache: "Was für die Russen gut ist, bedeutet für die Deutschen den Tod." Das heißt, was die Russen normal finden und machen können, ist für die Deutschen absolut unvorstellbar. Meine Figur in diesem Film ist eine vollkommen russische Mutter, und für sie bleibt ein Kind immer ein Kind. Sie kümmert sich also darum, mischt sich in sein Leben ein, gibt immer Ratschläge. Das ist für sie der Inbegriff von mütterlicher Liebe.«

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