Fragen an Friedrich von Thun

Barthl (Friedrich von Thun) möchte seine Ruhe haben.
Barthl möchte seine Ruhe haben. | Bild: ARD Degeto / Susanne Bernhard

Fragen an Friedrich von Thun

Für Barthl ist der Laptop Herzstück seiner Erinnerungen: alte Fotos, Dokumente seiner Pflanzen-Experimente, alles Wichtige ist darauf gespeichert. Wie computeraffin sind Sie selbst?

Ich arbeite damit, aber ich nutze die Kapazitäten dieses Geräts nicht unbedingt voll aus (lächelt). Früher habe ich im Brockhaus nachgeschlagen, wenn ich etwas nicht wusste, und jetzt kann ich mich wirklich über jeden Begriff im Internet informieren oder Themen recherchieren, so gesehen benutze ich den Computer schon relativ oft. Aber ich bin nicht gut darin, zum Beispiel Bilderdateien zusammenzustellen. Da hat man 100.000 Fotos und weiß gar nicht, wo jetzt die wichtigsten sind und wie man alles sortieren soll. Ich finde es schöner, ein richtiges Album in den Händen zu halten, es durchzublättern und gemeinsam mit der Familie anzuschauen. Aber wenn ich mal Schwierigkeiten mit dem PC habe, helfen mir die Kinder oder geben mir telefonische Anweisungen. Gerade haben sie mir einen kleinen Film, den die Enkel gedreht haben, geschickt, und ich hab’s „ums Verrecken“ nicht im Computer gefunden. Sie haben mir alles erklärt, und dann hat’s funktioniert – bei ihnen bin ich gut aufgehoben. Aber wenn man wie der Barthl durch einen Brand fast alle wichtigen Erinnerungen auf dem Computer verliert, ist das natürlich schlimm.

Auf dem Fuchsbichlerhof nisten sich jetzt ungefragt neue Tiere ein: Waschbären. Wie waren denn die Kleinbären als Dreh-Partner?

Mit Tieren zu arbeiten, ist immer sehr speziell, und mit Waschbären hatte ich noch nie zu tun. Anfangs war ich noch ein bisschen vorsichtig, es sind ja wilde Tiere mit Wahnsinnskrallen. Aber sie sind wirklich entzückend, sehr gefräßig und folgten überhaupt nicht (lacht). Die haben nicht wirklich gemacht, was wir oder die Tiertrainerin wollten. Bei Tieren ist das eben so, und es war sehr unterhaltsam. Ich mag Tiere wirklich gern und habe auch keine Angst vor ihnen, vielleicht spüren sie so etwas. Die Waschbären sind mir dann über die Schulter gelaufen oder saßen auf meinem Hut. Eigentlich traurig, dass sie im Grunde nicht in unsere Tierwelt gehören und große Probleme bereiten können, wenn sie Mülltonnen durchwühlen oder Dachböden verwüsten, wie man manchmal liest. Ich fand die kleinen Kerle einfach lustig.

Als pensionierter Apotheker beschäftigt sich Barthl intensiv mit Pflanzen. Haben Sie durch die Dreharbeiten neue Erkenntnisse über die Pflanzenwelt bekommen?

Auch durch die Dreharbeiten bin ich kein Botaniker geworden. Ich mag Pflanzen und vor allem Blumen, aber ich bin eher jemand, der sie nur anschaut. Auf meinem Balkon stehen immer noch verkümmerte Pflanzen, und meine Gärtnerin hatte versprochen, sich darum zu kümmern. Meine Pflanze am Fensterbrett gieß ich alle paar Tage, ein seltsames grünes Ding, das ich irgendwie gernhabe.

Barthl wird für die kleine, hochbegabte Mandy fast so etwas wie ein Großvater und setzt sich intensiv für ihre besondere Förderung ein, die von ihrer Familie eher vernachlässigt wird. Wie denken Sie persönlich über Hochbegabung – Fluch oder Segen für die betreffenden Menschen?

Also, ich finde es hochinteressant, sich vorzustellen, dass ein Mensch besondere Fähigkeiten hat, die ein anderer nicht besitzt. Oder zu ganz neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen kommt, so wie Stephen Hawking. Natürlich sollte man ein Kind wie Mandy fördern und alles unternehmen, um es zu unterstützen. Aber da ich selbst keinerlei Erfahrung mit Hochbegabten habe, kann ich nicht beurteilen, ob der Betreffende es vielleicht auch als belastend empfinden könnte, anders zu sein als die meisten Menschen, oder sich vielleicht im Alltag schwertut.

Sie selbst sind fünffacher Großvater. Was unternehmen Sie am liebsten gemeinsam mit Ihren Enkeln? Was möchten Sie ihnen gern beibringen „fürs Leben“?

Gemeinsame Unternehmungen sind jetzt während der Corona-Krise natürlich ein bisschen schwierig geworden. Keine angenehme Zeit, und man kann nur hoffen, dass es gut ausgeht und bald wieder vorbei ist. Aber wir skypen jetzt viel und sehen uns aus der Distanz. Meine Enkel sind zwischen 6 und 13 Jahre alt, und ich staune, wie unterschiedlich Kinder in einer Familie sein können. Aber das war in meiner Familie genauso, wir waren auch fünf Kinder und total verschieden. Mit meinen Enkeln jedenfalls unternehme ich alles, was man als Großvater so macht. Normalerweise spielen wir viel und gehen mal ins Kino, in den Zirkus oder ins Konzert. Wir lesen viel gemeinsam oder erzählen uns erfundene Geschichten, freuen uns über die Phantasie und haben Spaß miteinander. Als Großvater kann man die Kinder ja nicht so viel beeinflussen wie die Eltern, ich kann Interessen wecken und unterstützen und hoffen, dass sie offen für Neues sind und neugierig bleiben. Dass sie die Vielfalt im Leben entdecken und welche Kulturen es gibt und sich für Geschichte interessieren. Meine Versuche, ihnen auch die klassische Musik näherzubringen, sind mir bisher allerdings nicht gelungen (lacht).

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