Adnan Maral spielt Toni Freitag

Toni (Adnan Maral) möchte die Hochzeit zwischen einer Tochter Franzi und Osman mit allen Mitteln verhindern
Toni Freitag ist ein stolzer Familienvater, tüchtiger Handwerksunternehmer, aktives Mitglied im Schützenverein und vor allem eines: Bayer aus ganzem Herzen! | Bild: ARD Degeto / Hendrik Heiden

Heizungsinstallateur Toni Freitag lebt mit seiner Frau Anne und Tochter Franziska in der kleinen bayerischen Gemeinde Bergham. Trotz türkischer Eltern fühlt er sich ganz in Bayern verwurzelt. Mehr noch: Er verleugnet insgeheim seine Wurzeln und hat seinen Geburtsnamen Tolga Büyüktürk mit der Hochzeit abgelegt. Sein Traum ist es, der diesjährige Schützenkönig des Ortes zu werden. Umso schockierender ist es für Toni, als seine Tochter Franzi den Deutsch-Türken Osman aus dem Urlaub mitbringt. Und heiraten wollen die beiden auch noch! Toni muss dies um jeden Preis verhindern. Zumal er es viel lieber sehen würde, wenn Franzi wieder mit ihrem Exfreund Bene, dem Sohn seines wichtigsten Auftraggebers Seidel, zusammenkommen würde.

Fragen an Adnan Maral

Vor zwei Jahren haben Sie bereits ihre erste Cross-Culture-Komödie "Zaun an Zaun" für die ARD Degeto mit großem Erfolg produziert und auch hier die Hauptrolle gespielt. Wie sind Sie zu "Servus, Schwiegersohn!" gekommen?

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Ideen und hatte vor einiger Zeit einen Artikel in der Zeitung gelesen, in dem es um einen Schützenkönig ging, der türkische Wurzeln hatte, und weil er muslimischen Glaubens war, ihm der Titel aberkannt wurde. Später, nach langem Hin und Her, wurde ihm dann doch der Schützenkönig-Titel anerkannt. Da dachte ich sofort, das ist ein "yalla-Stoff". Ich habe die Idee unseren Autoren gegeben und sie haben daraus "Servus, Schwiegersohn!" entwickelt.

Sie spielen Toni, einen deutschstämmigen Türken, der in Bayern lebt und seine türkischen Wurzeln aus seinem Leben verdrängt hat. Was sind seine Beweggründe?

In erster Linie geht es um Menschen, die in einem neuen Umfeld bzw. in einer neuen Gesellschaft versuchen, Wurzeln zu schlagen. Da gibt es die einen, die versuchen, ihre "alte" Herkunft zu verleugnen, und natürlich gibt es auch welche, die nur unter ihresgleichen bleiben. Aber ich denke am authentischsten ist man doch, wenn man sich mit seiner Herkunft in einem neuen Ort niederlassen und dazugehören kann. Im Idealfall ist dies eine Bereicherung für die Gesellschaft und für einen selbst. Während unseres Drehs zu "Servus, Schwiegersohn!" hatten wir unsere Basis mit Wohnmobilen usw. auf einem Nachbarshof aufgebaut. Der Bauer war jedes Mal begeistert und überhäufte mich mit Komplimenten, wie gut mir die Tracht steht. Mich hat das persönlich auch immer sehr gefreut, weil ich gespürt habe, wie er stolz war "seine" bayerische Tracht an einem Schauspieler zu sehen, egal, ob ich Bayer bin oder nicht.

Als Tonis Tochter ihren Freund Osman mit nach Hause bringt, wird Toni mit seinen türkischen Wurzeln konfrontiert und kann seiner Tochter nicht zugestehen, dass sie sich für einen türkischstämmigen Mann entschieden hat. Können Sie Tonis Verhalten nachvollziehen?

Jetzt, wo ich die Rolle gespielt habe, kann ich es ein stückweit nachvollziehen. Aber mir persönlich ist das Verhalten von Toni sehr fremd. Ich stehe zu meinen Wurzeln und habe sie auch nie verdrängt. Ich habe das aber in meinem Umfeld gesehen und erlebt. Unseren Kindern wünsche ich glückliche und bereichernde Beziehungen. Dabei spielt für meine Frau und mich die Herkunft überhaupt keine Rolle.

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