Interview mit Ismail Şahin

Regisseur

Mehmet Özakin (Erol Sander, re.) stellt den Ladenbesitzer Hektor (Yiannis Niarros) zur Rede.
Mehmet Özakin stellt den Ladenbesitzer Hektor zur Rede. | Bild: ARD Degeto / Marilena Anastasiadou

Corona hat Sie während der Dreharbeiten in die außergewöhnliche Situation versetzt, aus der Quarantäne heraus Regie zu führen. Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Als ich erfuhr, dass ich ein Erstkontakt war und in Quarantäne musste, bekam ich von der Produktion sofort die Möglichkeit, aus dem Hotelzimmer heraus weiterzuarbeiten. Ich hatte meine Zweifel, da das Ganze für mich Neuland war. Aber das Vertrauen, das mir von der Produktion, der Redaktion und den Schauspielern entgegengebracht wurde, hat mich dazu ermutigt, es zu versuchen. Es war nicht leicht, acht Drehtage von 22 aus dem Hotelzimmer zu inszenieren – nicht für mich und auch nicht für mein Team. Aber Dank einer schnellen Internetverbindung, einer Live-Übertragung der Kamera und einer eingerichteten Videoverbindung zum Team und den Schauspielern ist uns die Umsetzung tatsächlich gelungen. Wir hatten in dieser wirklich außergewöhnlichen Zeit unsere Höhen und Tiefen, das Team seine am Set und ich meine allein im Hotelzimmer. Natürlich gab es dabei auch Momente, in denen ich an der Technik verzweifelt bin. Aber nichtsdestotrotz war ich froh, dass ein Weiterarbeiten aus der Ferne möglich war.

Was war, abgesehen davon, die größte Herausforderung bei den Dreharbeiten unter Corona-Bedingungen?

Jeder Film ist eine Herausforderung. Allerdings: In Zeiten von Corona gab es so einiges zu berücksichtigen. Szenen auf einem Basar oder in Innenräumen konnten wir aufgrund der Abstandsregelung nicht mit Komparsen "füllen". Bei Drehorten im Freien mussten wir darauf achten, dass kein Außenstehender mit einer Mundschutzmaske im Bild war, was sich sehr schwer kontrollieren ließ, da wir an bestimmten Orten nicht absperren durften. Wir mussten Quarantänezeiten mit einplanen: Wenn es beispielsweise einen Kuss gab oder eine Kampfszene, mussten die Darsteller vorher für fünf Tage isoliert werden. Dies und vieles mehr. Aber das Wichtigste und die größte Herausforderung war für uns alle, über die gesamte Drehzeit gesund zu bleiben. Dafür, dass wir den Film ohne Zwischenfälle – bis auf meine Quarantäne – fertigstellen konnten, bin ich wirklich sehr glücklich und dankbar.

Was waren die besonderen Momente bei den Dreharbeiten?

Der erste Tag nach meiner Quarantäne wieder am Set war ein besonderer Moment. Wir alle, das Team und ich, waren erleichtert, diese schwierige Zeit gemeinsam gemeistert zu haben. Es fühlte sich einfach großartig an.

Sie kennen beide Seiten der "Mordkommission Istanbul": Sie waren vor zwölf Jahren Schauspieler in der Folge "Mord in der Zisterne" und nun führten Sie Regie …

Ich war schon immer mehr Regisseur als Schauspieler. Es hat nur bei mir etwas länger gedauert, bis ich das für mich begriffen hatte. 2013 traf ich dann die Entscheidung, nur noch Regie zu führen. Damit bin ich heute sehr glücklich, und das wird auch weiter so bleiben.

2 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.