"Sherlock Holmes ist die meist verfilmte Figur in der gesamten Literatur"

Interview mit Mark Gatiss

Sherlock: Mark Gatiss und Steven Moffat am Set
Die Drehbuchautoren Mark Gatiss und Steven Moffat am Set | Bild: Hartswood Films / Robert Viglasky

Wann hatten Sie das erste Mal die Idee einer viktorianischen Version von "Sherlock"?

Die Idee entstand in der Nacht, als wir Pressefotos für die dritte Staffel der Serie machten. Steven Moffat und ich begannen draußen in der eiskalten Nacht mit der Entwicklung der Idee.

Was geschah, als Sie dem Rest des Teams von der Idee erzählten?

Naja, als wir Benedict und Martin von der Idee erzählten, war das eine sehr außergewöhnliche Situation, weil bis jetzt Rathbone und Bruce die einzigen waren, die schon beides gemacht hatten. Ab dem Punkt, als wir uns in den Sherlock Holmes und Doktor Watson der ursprünglichen Fassung vernarrten, wurde die Idee, die Serie im 21. Jahrhundert spielen zu lassen, der aufregende neue Teil. Aber natürlich ist die Idee, die Serie mit Gaslampen, Zylindern und Droschken als eine Art schonungsloses gotisches Vergnügen zu verfilmen, schlichtweg unwiderstehlich. Das ist jetzt unser zehnter Film und die Serie war bisher international unglaublich erfolgreich. Deshalb dachten wir, wir hätten das Recht, solch ein Special zu drehen.

Mussten Sie die Darsteller von der Idee überzeugen?

Lustigerweise nicht, denn Benedict wollte schon seit dem Beginn der Serie unbedingt einen anderen Haarschnitt. Also priesen wir es ihm nur kurz wie folgt an: „Wir befinden uns im Jahr 1895 …“ Wir erklärten ihm die Geschichte, den Fall und alles andere. Er hörte gespannt zu und fragte schließlich: „Kann ich meine Haare schneiden lassen?“ Und das war es … es war einfach. Und Martin fand die Idee sofort toll.

Als Sie mit der Verfilmung der Serie anfingen, wurden Sie gefrat, wie "Sherlock" in einer Welt mit E-Mails und Smartphones funktionieren würde. Wie sind Sie nun mit der Technik der Vergangenheit zurechtgekommen?

Wir entwickelten alle Fragen, mit denen wir uns vor sechs Jahren beschäftigt hatten, wieder zurück. Wie gehen wir damit um? Genau wie Doyle es gemacht hat! Der Punkt ist, dass Holmes ein moderner Mann war und das haben wir auch gesagt, als wir die Serie ursprünglich modernisierten. Man findet alles in den ursprünglichen Geschichten. Es gibt zum Beispiel ein Telefon in der Baker Street. Er lebte nicht in einer altmodischen Welt – er wollte alles so schnell wie möglich.

"Sherlock" kam auf der ganzen Welt sehr gut an – Wie erklären Sie sich das?

Sherlock Holmes ist die meist verfilmte Figur in der gesamten Literatur, er ist traditionell etabliert in Japan und Russland und wo auch immer. Man rennt praktisch offene Türen ein. Was auch immer wir richtig gemacht haben, die Chemie auf der Leinwand stimmt.

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