Die Familie

»Die Geschichten über den Osten drehen sich meistens um Menschen, die weg wollten aus der DDR. Dieser Film zeigt auch diejenigen, die dableiben wollten – aus unterschiedlichsten Gründen. Weil sie nach den Schrecken des Krieges die Utopie einer gerechteren Welt verwirklichen wollten, wie z.B. im Falle meiner Figur im Film. Der Riss ging oft direkt durch die Familien. Ich erinnere mich, wie mein Vater darunter gelitten hat, dass sein geliebter Bruder ganz kurz vor Mauerbau die DDR fluchtartig verlassen hatte und wir ihn praktisch nie sehen konnten. Oder wie meine Eltern immer wieder an ihren unterschiedlichen politischen Ansichten verzweifelt sind.«

(Susanne Bormann)

Eine Familie vor der Teilung: Die überzeugte Kommunistin Marlis (Susanne Bormann) und ihr regimekritischer Ehemann Gerd (Jan Krauter) mit Tochter Elke (Klara Metten) und Sohn Willi (Kolja Rashed).
Eine Familie vor der Teilung: Die überzeugte Kommunistin Marlis und ihr regimekritischer Ehemann Gerd mit Tochter Elke und Sohn Willi. | Bild: ARD Degeto/REAL FILM/AMALIA Film / Bernd Schuller

Die Küglers waren in München bei Verwandten. Jetzt sind sie auf dem Heimweg nach Ost-Berlin und wollen am Abend den Geburtstag von Marlis’ Vater feiern. Unterschiedliche politische Ansichten sorgen seit einiger Zeit immer wieder für Spannungen innerhalb der Familie.

Susanne Bormann spielt Marlis Kügler, eine überzeugte Kommunistin, Ökonomin in der Planungskommission der SED. Der Bau der Mauer ist für sie keine Überra-schung, aber das darf niemand wissen – nicht einmal ihr Mann Gerd

Jan Krauter ist Gerd Kügler. Er liebt seine Frau, seine Kinder und vor allem seine Arbeit als Flugzeugingenieur. Dass er in der DDR nur Erntemaschinen bauen darf, lässt ihn stark am System zweifeln. Die Information über den Bau der Mauer bestätigt seine Zweifel und seine Kritik an dem Land.

Klara Metten und Kolja Rashed spielen die beiden Kinder: die achtjährige, hochbegabte Tochter Elke, die unbedingt Pilotin werden will, und den 13-jährigen Sohn Willi, der sein Zuhause über alles liebt und immer ein wenig im Schatten seiner Schwester steht. Beide Kinder müssen in dieser Situation plötzlich erwachsener sein als ihre Eltern.