Gespräch mit Athena Strates

Nora Schneider (Athena Strates) hofft, dass der Alptraum endlich ein Ende hat.
Nora Schneider hofft, dass der Alptraum endlich ein Ende hat. | Bild: WDR

Kai Wessel sagte, Sie seien sofort auf die Geschichte des Films angesprungen und bereit gewesen, sich – ich zitiere – "da voll reinzuschmeißen". Warum war das so?

Die Geschichte ist der meiner Oma ähnlich, die Deutschland nach dem Krieg per Schiff verlassen hat und dann in Namibia versucht hat, sich ein neues Leben aufzubauen. Es sind die gleichen Schwierigkeiten und inneren Konflikte, die man erlebt, wenn man sein Zuhause aufgeben und woanders eine Zukunft finden muss. Mir war bewusst, dass die Rolle anspruchsvoll sein würde. Allerdings war mir ja das Umfeld, sprich Namibia und Südafrika, bekannt.

Ist es für Sie etwas Besonderes, dass Ihr erster großer Film eine deutsche Produktion ist?

Für mich ist es wie für jede Schauspielerin, die gerade anfängt, sehr wichtig, Jobs zu bekommen. Aufgrund der Tatsache, dass mich die Botschaft dieses Films sofort angesprochen hat, und des zusätzlichen Bonus’, dass es eine deutsche Produktion ist, hatte ich das Gefühl, dass die Rolle wie für mich gemacht war.

Wie nah ist Ihnen die Figur Nora?

Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren, in gewisser Weise ist sie ein Spiegelbild meiner selbst. Weil ich den Vorteil hatte, etwas älter zu sein als die Rolle, hatte ich ein besseres Verständnis dafür, was sie in dem Alter durchmacht. Irgendwann waren wir alle in der Phase, in der wir rebellieren, unsere Eltern hassen und von Jungs, Freunden und Technologie besessen sind. Ich hab mich einfach in diese Lage zurückversetzt und mich daran erinnert, wie es für mich in dem Alter war.

Was haben Sie als besonders herausfordernd empfunden?

In Bezug auf die Erfahrungen, die sowohl für Nora in der Geschichte als auch für mich neu waren, bestand die Herausforderung darin, ein Gleichgewicht zwischen Ausdauer und emotionaler Kontrolle zu finden. Es ist sehr schwierig, jeden Tag so starke Emotionen zu durchleben. Es war das erste Mal, dass ich einen Monat lang jeden Tag am Set war, also musste ich lernen, am Ende des Tages abzuschalten und zu meinem eigenen Leben zurückzukehren. Obwohl man weiß, dass man am Set ist und irgendwie in den "falschen Schuhen" eines Flüchtlings lebt, hat es mir trotzdem die Augen geöffnet in Bezug auf die Dinge, die um uns herum passieren.

In Europa sind Migration, Zuwanderung und Asylpolitik Themen, mit denen erfolgreich Wahlkampf gemacht wird. Wie ist das denn in Südafrika?

Es ist dem sehr ähnlich, jedoch fühlt sich die Regierung in Südafrika den afrikanischen Nationen für die Hilfe verpflichtet, die sie während der Apartheid-Ära erhalten hat. Diese Nationen haben damals den Menschen geholfen, die aus politischen Gründen das Land verlassen mussten und später zu Führungskräften geworden sind.

Wie haben Sie die Atmosphäre am Set empfunden?

Als angehende junge Schauspielerin, für die die erste große Produktion eine entscheidende Erfahrung ist, hatte ich das große Glück, die unglaubliche Unterstützung des Regisseurs und Teams zu haben, die einen als Person wertschätzen und Beiträge zur Produktion willkommen heißen. Kai zeigte vom ersten Tag an großes Vertrauen und Unterstützung – mit einer Echtheit, die mir in diesem Prozess sehr geholfen hat. Ich habe von allen sehr viel gelernt, sei es von der Besetzung, der Crew oder der Produktion. Maria Simon und Fabian Busch waren für mich Mentoren und eine echte Inspiration. Hinter den Kulissen hat Fabian immer einen Witz gerissen, bevor wir in eine wirklich ernste Szene eintreten mussten. Alle kamen gut miteinander aus und arbeiteten harmonisch zusammen; für jeden Job gab es Respekt und Verständnis, und wir haben einige unglaublich schöne Erinnerungen. Ich bin mit vielen Schauspielern und der Crew in Kontakt geblieben und habe ein paar tolle Freundschaften aufgebaut.

Wie geht es denn nun mit Ihrer Karriere weiter?

Die Erfahrungen, die ich während des Drehs machen durfte, haben mich darin bestärkt, dass die Schauspielerei das ist, was ich für den Rest meines Lebens machen möchte. Ich habe auch schon Vorbereitungen getroffen habe, Anfang 2018 nach Berlin zu ziehen, um dort meine Schauspielkarriere fortzusetzen.

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