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Begegnungen mit außergewöhnlichen Weggefährten

Der vielfach ausgezeichnete Regisseur, Drehbuchautor und Produzent von Klassikern wie "Der Pate" 1-3 (1972, 1974 und 1990) und "Apocalypse Now" (1979) zählt zu den bedeutendsten Filmschaffenden des US-amerikanischen Kinos. Francis Ford Coppola erhält fünf Oscars bei vierzehn Nominierungen, vier Golden Globes sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen. 1978 holt er Wim Wenders nach Hollywood und produziert mit ihm als Regisseur den Film "Hammett" (1982).

Der vielfach ausgezeichnete Regisseur, Drehbuchautor und Produzent von Klassikern wie "Der Pate" 1-3 (1972, 1974 und 1990) und "Apocalypse Now" (1979) zählt zu den bedeutendsten Filmschaffenden des US-amerikanischen Kinos. Francis Ford Coppola erhält fünf Oscars bei vierzehn Nominierungen, vier Golden Globes sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen. 1978 holt er Wim Wenders nach Hollywood und produziert mit ihm als Regisseur den Film "Hammett" (1982).

Der Regisseur, Schauspieler und Produzent ist einer der ältesten Wegbegleiter von Wim Wenders. Beide haben den sogenannten "Neuen Deutschen Film" maßgeblich beeinflusst. Mit "Aguirre – der Zorn Gottes", dem ersten von fünf Spielfilmen mit Klaus Kinski in der Hauptrolle, erlangt Werner Herzog bereits 1972 internationale Bekanntheit. In zwei Dokumentarfilmen von Wim Wenders taucht Werner Herzog als Protagonist auf: in "Chambre 666" (1982) und in "Tokyo-Ga" (1985). Werner Herzog erhält für sein Schaffen nationale und internationale Preise, ist 2010 Jury-Präsident der Berlinale, ihm wird 2012 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Der Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler studiert Jura, bevor er sich Ende der 60er Jahre dem Filmemachen widmet. Zunächst als Darsteller in einigen Fassbinder-Filmen. 1971 gründet er gemeinsam mit Kollegen, zu denen auch Wim Wenders gehört, einen genossenschaftlich organisierten Filmverleih, den Filmverlag der Autoren. Er arbeitet als Regisseur und Drehbuchautor und hat mit "Nordsee ist Mordsee" (1976) seinen ersten großen Erfolg. 1979 gehört Hark Bohm zu den Gründern des Hamburger Filmbüros und initiiert gemeinsam mit Wim Wenders, Werner Herzog und Volker Schlöndorff das Hamburger Filmfest. 1993 gründet er das Filmstudium an der Universität Hamburg. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen u.a. "Moritz, lieber Moritz" (1978), der mehrfach ausgezeichnete Film "Yasemin" (1988) und das DDR-Drama "Herzlich willkommen" (1990). Gemeinsam mit seinem Hamburger Kollegen Fatih Akin verfasst er die Drehbücher zu "Tschick" (2016) und "Aus dem Nichts" (2017), der 2018 mit dem Golden Globe für den Besten Fremdsprachigen Film ausgezeichnet wird.

In Wim Wenders‘ Thriller "Am Ende der Gewalt" (1997) spielt Andie MacDowell die Ehefrau eines entführten Hollywood-Filmproduzenten, die sein Geschäft übernimmt. Die aus den amerikanischen Südstaaten stammende Schauspielerin geht als junge Frau nach New York und wird zunächst als Model für einen großen Kosmetikkonzern bekannt. Ihr Leinwanddebüt gibt sie 1984 an der Seite von Christopher Lambert in "Greystoke – Die Legende von Tarzan, Herr der Affen". Es folgen zahlreiche bekannte Kinofilme wie "Sex, Lügen und Video" (1989), "Short Cuts" (1993) oder "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" (1994), die Andie MacDowell zum internationalen Star machen. Andie MacDowell wird dreimal für den Golden Globe nominiert.

Nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung dreht Wim Wenders "In weiter Ferne, so nah!" (1993). Der US-amerikanische Ausnahmeschauspieler William "Willem" Dafoe spielt darin die doppelbödige, mitunter böse und verführerische Figur "Emit Flesti" – ein Anagram von "Time Itself". Willem Dafoe hat 1986 seinen Durchbruch mit Oliver Stones "Platoon". Er spielt in zahlreichen erfolgreichen amerikanischen Kinoproduktionen wie "Mississippi Burning" (1988) oder "Wild at Heart" (1990) und übernimmt 2018 die Titelrolle in der viel beachteten Künstlerbiografie "Van Gogh". Auf der Berlinale 2018 hält Wim Wenders die Ehrenbären-Laudatio auf Willem Dafoe. In Eric Friedlers und Andreas Freges "Wim Wenders, Desperado" vergleicht er Wenders' künstlerische Bandbreite mit der von van Gogh und zitiert den Post-Impressionisten: "... wer viel liebt, leistet viel und kann viel erreichen, und was aus Liebe getan wird, wird gut gemacht."

Erika Pluhar gilt als eine der bekanntesten Schauspielerinnen Österreichs. Die Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin spielt in "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" (1971) eine Kinokassiererin, die erdrosselt wird. 1972 erhält der Film in Venedig den Preis der Internationalen Filmkritik. Die FAZ schreibt: "Seine Technik, die Handlung anhand von Bildern aufrecht zu erhalten, macht "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" zu einem Meilenstein für das junge deutsche Kino." 40 Jahre gehört Erika Pluhar zum Ensemble des Burgtheaters. Zahlreiche Film- und Fernsehrollen machen die Österreicherin, die 2019 mit der Platin-Romy für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wird, über die Grenzen des Alpenlandes bekannt.

Mit den frühen Filmen von Wim Wenders – "Alice in den Städten" (1973) und "Im Lauf der Zeit" (1976) – startet der Theaterschauspieler Rüdiger Vogler seine Kinokarriere. Mehr als zwei Jahrzehnte verbinden ihn mit Wim Wenders eine enge Zusammenarbeit. Er spielt in weiteren Wenders-Filmen: "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" (1971), "Der scharlachrote Buchstabe" (1972), "Falsche Bewegung" (1975), "Bis ans Ende der Welt" (1991), "In weiter Ferne, so nah!" (1993) und in "Lisbon Story" (1994). Häufig schlüpft er in die Rolle von Phillip Winter, ein Alter Ego von Wim Wenders, das dieser so beschreibt: "Phillip Winter ist jemand, der einfach immer weitermacht, ganz unbeirrt, auch wenn er zwischendurch Pleiten erlebt. In dieser Beharrlichkeit hat er stets etwas Komisches besessen." (DER SPIEGEL, 15.05.1995).

Hanns Zischler, vom französischen Regisseur Jean-Luc Godard einmal als "Gentleman Actor" bezeichnet, spielte bis heute in mehr als 200 Kino- und Fernsehfilmen. Er arbeitet unter der Regie von Claude Chabrol, Helmut Dietl, Margarethe von Trotta oder Wim Wenders. Mit Wenders dreht er bereits 1967 den Kurzfilm "Same Player Shoots Again" und übernimmt in dessen Hochschul-Abschlussfilm "Summer in the City" (1970) die Hauptrolle. Seinen Durchbruch als Schauspieler hat Hanns Zischler mit Wenders‘ legendärem Roadmovie "Im Lauf der Zeit" (1976). 1993 spielt er eine kleine Rolle in "In weiter Ferne, so nah!". Neben seiner Arbeit als Schauspieler ist Hanns Zischler als Autor und Herausgeber tätig. 2009 erhält er den Heinrich-Mann-Preis der Berliner Akademie der Künste, 2011 wird er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Der in Brüssel geborene Schauspieler Patrick Bauchau beginnt seine Karriere im französischen Nouvelle Vague-Kino. Einem breiten Publikum bekannt wird er durch seine Rolle als Schurke "Scarpine" in "James Bond 007 – Im Angesicht des Todes" (1985). Mit Wim Wenders arbeitet er zweimal zusammen, ist ihm aber seit der ersten Zusammenarbeit freundschaftlich verbunden. In beiden Filmen – "Der Stand der Dinge" (1982) und "Lisbon Story" (1994) – spielt er den Regisseur Friedrich "Fritz" Munroe (in Anspielung auf den deutschen Stummfilmregisseur Friedrich Murnau). Die Figur des Friedrich Munroe bezeichnet Wim Wenders als sein "ungeliebtes Alter Ego", das abstruse Thesen verbreitet, viel zu verkopft ist und das es zu bekämpfen gilt: "Den Friedrich hatte ich schon mal erschießen lassen . . ."

Amanda Plummer ist eine vielfach ausgezeichnete US-amerikanische Theater- und Filmschauspielerin. Ihr Filmdebüt gibt die damals 24jährige New Yorkerin an der Seite von Burt Lancaster in dem Western "Zwei Mädchen und die Doolin-Bande" (1981). Neben großen Kinoproduktionen wie "Hotel New Hamphire" (1984), "König der Fischer" (1991) oder "Pulp Fiction" (1994) ist sie auch am Theater tätig und wird mit mehreren Emmys und dem renommierten Tony-Award ausgezeichnet. In Wim Wenders‘ "The Million Dollar Hotel" (2000) spielt sie die Rolle des verlebten Starlets Vivienne. Die Idee zum Film stammt übrigens vom irischen Musik-Star Bono, der auch für die Filmmusik verantwortlich ist.

Der Schauspieler Tom Farrell studiert in New York Schauspiel und Regie bei dem legendären Regisseur Nicholas Ray ("…denn sie wissen nicht, was sie tun", 1955), einem Freund von Wim Wenders. In dem halbdokumentarischen Film "Nick’s Film – Lightning Over Water" (1980) begleitet dieser die letzten Monate im Leben des an Krebs erkrankten Nicholas Ray. Rays Student Tom Farrell gehört zum Team dieses Films, er dreht bestimmte Szenen mit einer Videokamera. Die Hauptkamera übernimmt Ed Lachmann, der für Eric Friedlers und Andreas Freges "Wim Wenders, Desperado" ebenfalls interviewt wurde. Seit der ersten Zusammenarbeit taucht Tom Farrell immer wieder in kleinen Rollen bei Wim Wenders auf. Unter anderem verkörpert er den schreienden Mann in "Paris Texas" (1984).

Der US-amerikanische Kameramann und Fotograf Edward "Ed" Lachman studiert zunächst in Frankreich Kunstgeschichte und widmet sich dann in Harvard den Filmwissenschaften. Ab Mitte der 70er Jahre arbeitet er drei Mal mit Wim Wenders zusammen: In "Der amerikanische Freund" (1977), in "Nick’s Film – Lightning over Water" (1980) und in "Tokyo-Ga" (1985). Mit Hollywood-Produktionen wie "Susan… verzweifelt gesucht" (1985), "Erin Brockovich" (2000) oder "Carol" (2015) prägt Ed Lachman seit mehr als 30 Jahren das US-amerikanische Kino.

Der international gefragte und preisgekrönte Toningenieur Jean-Paul Mugel arbeitet häufig mit Wim Wenders zusammen: bei den Spielfilmen "Paris Texas" (1984), "Der Himmel über Berlin" (1987) und "Bis ans Ende der Welt" (1991) sowie in den Dokumentarfilmen "Chambre 666" (1982) und "Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten" (1989). Jean-Paul Mugel arbeitet auch mit vielen anderen bekannten Regisseuren wie Pedro Almodóvar, Julian Schnabel oder Fatih Akin. 1995 erhält er den französischen Filmpreis, den César, für den besten Ton in "Farinelli" (1994).

Nach ihrer Arbeit als Kamera-Assistentin bei dem Spielfilm "Der Stand der Dinge" (1982) engagiert Wim Wenders die französische Kamerafrau Agnès Godard noch im selben Jahr für seinen Dokumentarfilm "Chambre 666" (1982). In "Paris Texas" (1984) arbeitet sie an der Seite des niederländischen Kameramannes Robby Müller und in "Der Himmel über Berlin" (1987) unterstützt sie den von Wenders aus dem Ruhestand geholten, legendären Kameramann Henri Alekan. Für ihre Arbeit erhält Godard 2001 den französischen Filmpreis, den César, und wird 2012 mit dem Marburger Kamerapreis geehrt.

Dagmar Forelle ist die stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Wim Wenders Stiftung. Sie ist wie Wenders in Oberhausen verwurzelt, der Stadt des "Oberhausener Manifests", in der junge Filmemacher einst den sogenannten "Neuen Deutschen Film" ausriefen. Von 1986 bis 1993 ist sie Wim Wenders‘ persönliche Assistentin. In dieser Zeit arbeitet sie auch als Regieassistentin bei "In weiter Ferne, so nah!" (1993) und als Produktionsleiterin bei "Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten" (1989), einem Dokumentarfilm über den japanischen Modedesigner Yohji Yamamoto. Nachdem sie in den 90er Jahren für Yamamoto in Paris arbeitete, kehrt sie 2000 nach Berlin zurück – als Chefin der Sponsorenabteilung der Berlinale, die sie 16 Jahre lang mit Erfolg leitet.

Die Wege von Wim Wenders und der Kostümbildnerin Judy Shrewsbury kreuzen sich schon früh. Für seinen in Lissabon und Los Angeles spielenden Film "Der Stand der Dinge" (1982) engagiert er sie das erste Mal. Doch erst 34 Jahre später ergibt sich eine erneute Zusammenarbeit. Mit der Verfilmung von "Die schönen Tage von Aranjuez" (2016) nach dem gleichnamigen Zwei-Personen-Stück des österreichischen Schriftstellers Peter Handke. Ihre lange erfolgreiche Karriere bringt Shrewsbury mit namhaften Kollegen und Kolleginnen zusammen, darunter Claire Denis, Cathérine Deneuve, Juliette Binoche und Robert de Niro.

Die US-amerikanische Lyrikerin, Sängerin und Singer-Songwriterin ist seit langen Jahren mit Wim Wenders befreundet. Als Musikerin ist Patti Smith berühmt für ihre Art, Poesie und Rock ´n´ Roll verschmelzen zu lassen. "Because the Night" (1978) ist bis heute ihr bekanntester und erfolgreichster Song. Die renommierte Musikzeitschrift Rolling Stone listet sie auf Rang 47 der 100 größten Musiker*innen, auf Rang 74 der besten Songwriter*innen und auf Rang 83 der 100 besten Sänger*innen aller Zeiten. 2007 wird Patti Smith in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen. Für Wenders‘ Dokumentarfilm "Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes" (2018) schreibt sie das Lied "These are the Words". In Eric Friedlers und Andreas Freges "Wim Wenders, Desperado" schwärmt sie von Wenders: "Seine Ideen scheinen unerschöpflich zu sein."

Der gebürtige Düsseldorfer Andreas Frege, alias Campino, Sänger der Band "Die Toten Hosen", übernimmt bei "Wim Wenders, Desperado" die Co-Regie neben Eric Friedler. Seit langem verbindet ihn eine Freundschaft mit Wenders, die auch mitunter in Kollaboration mündet. 2000 dreht Wim Wenders das Video zum Song der Toten Hosen "Warum werde ich nicht satt". 2008 spielt Campino neben Schauspielikone Dennis Hopper in Wenders‘ Film "Palermo Shooting" (2008) die Hauptrolle. Campino sieht gewisse Parallelen in seinem und in Wenders‘ Schaffen, charakterisiert in dem Dokumentarfilm "Wim Wenders, Desperado" Wenders augenzwinkernd als Punk: "Der Anspruch, zu sagen, es muss nicht perfekt sein, wir fangen jetzt erstmal an … Das ist ja eigentlich eins der großen Punk-Gebote gewesen. Und ich glaube, dass vieles seiner Art des Filmemachens aus diesem Spirit heraus natürlich gelebt hat."

Seit 1993 ist Wim Wenders mit der Berliner Fotografin Donata Wenders verheiratet. Nach dem Studium der Film- und Theaterwissenschaften arbeitet sie als Kameraassistentin und seit 1995 ausschließlich als Fotografin. International bekannt ist sie für ihre eindringlichen Porträts von Menschen, überwiegend in schwarz-weiß. Die Poesie ihrer Bilder entsteht aus der Komposition von Texturen, Licht und Schatten, Schärfen und Unschärfen, es verwischen die Grenzen zwischen Zeichnung, Malerei und Fotografie. Die Arbeiten von Donata Wenders werden weltweit in Museen und Galerien gezeigt.