Max Riemelt ist Wolfgang Berns

Wolfgang Berns (Max Riemelt) erhält einen Anruf vom Mossad.
Wolfgang Berns erhält einen Anruf vom Mossad. | Bild: ARD/Odeon Fiction / Kai Schulz

Wolfgang Berns arbeitet als Agent beim Bundesamt für Verfassungsschutz. Er berichtet direkt an den Präsidenten des Amtes, Otto John, und wird von diesem für verdeckte Ermittlungen eingesetzt. Wolfgangs Arbeit definiert ihn als Menschen; sie ist alles, was er hat. Was er also nicht hat: ein Privatleben, Freunde, Familie. Die Jagd nach Verbrechern der Nazizeit ist sein ganzer Lebensinhalt — vor allem einen Mann sucht er mit fast schon krankhafter Intensität: den ehemaligen SS-Hauptsturmführer Alois Brunner. Mag der Mittdreißiger nach außen auch wie ein charmanter, selbstbewusster und weltmännischer Mann wirken: Innerlich ist er gebrochen. Der loyale Agent, der seinem Chef und engsten Vertrauten Otto John zuverlässig zur Seite steht, kann dieses Trauma zwar verbergen, aber ob er im entscheidenden Moment nicht doch seine eigene Agenda vor die Erfordernisse seines Jobs setzt, weiß niemand. Vielleicht nicht einmal er selbst. Toni ist für Wolfgang dabei zunächst nur ein Mittel zum Zweck. Doch dann verlieben sich die beiden ineinander — und Wolfgang gefährdet damit nicht nur sie, sondern auch seine eigene Mission.

Was macht „BONN — Alte Freunde, neue Feinde“ so besonders?

Es geht um eine Zeit, in der sich NS-Verbrecher an der Neustrukturierung und dem Aufbau des heutigen BND beteiligten. Indem sie sich unentbehrlich machten, verhalfen sie sich zu einer neuen Identität. Aber die Serie ist auch ein Familiendrama und spiegelt damit die individuellen Probleme der Menschen in dieser Zeit wider.

Was treibt Ihre Figur an und welche Konflikte machen sich in ihrem Innersten bemerkbar?

Die Figur Wolfgang Berns ist ein Agent des Verfassungsschutzes und ein rein fiktiver Charakter. Er hat – wie viele Deutsche zu dieser Zeit – eine dunkle Vergangenheit, die er durch seine Arbeit als „Nazijäger“ bewältigen will. Allerdings verfolgt er gleichzeitig auch seine privaten Interessen und es lässt sich dabei schwer einschätzen, auf welcher Seite er eigentlich steht. Er ist ein sehr zerrissener und durch den Krieg traumatisierter Mensch, der auf Rache aus ist und trotzdem der richtigen Seite dienen will. Deswegen war es sehr reizvoll, diese Figur zu spielen.

Die Serie beruht auf wahren Geschehnissen. Wie wichtig ist dieses Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte in der heutigen Zeit?

Mir war vor den Dreharbeiten gar nicht bewusst, wie viele Fakten zu diesem Thema bereits existieren, aber nie im Schulunterricht oder in der Gesellschaft besprochen werden. Ich denke, dass dieses Thema nicht nur relevant, sondern auch identitätsstiftend ist. Die Geschichte wird sich wiederholen, wenn die Menschen nicht erinnern und daraus lernen.

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