SENDETERMIN Di., 24.11.20 | 22:50 Uhr | Das Erste

NACHTCAFÉ

PlayMichael Steinbrecher und seine Gäste der Show vom 24.11.2020
NACHTCAFÉ | Die Sendung vom 24. November 2020 | Video verfügbar bis 24.11.2021 | Bild: SWR / Baschi Bender

Thema: Der ewige Kampf ums Erbe

Ob jahrzehntealte Konflikte, das Gefühl zeitlebens benachteiligt worden zu sein oder einfach nur blanker Neid – Gründe gibt es viele, warum mit der Testamentseröffnung auch ein Schlachtfeld eröffnet wird. Mitunter wittern Familienmitglieder eine Chance, ein vermeintlich erlittenes Unrecht auszugleichen. Warum sollten der Bruder oder die Schwester ein größeres Stück vom Kuchen bekommen, obwohl sie schon ihr ganzes Leben bevorzugt wurden? 

Doch nicht nur die Kernfamilie ist betroffen; mitunter entzündet sich der Streit mit Außenstehenden, mit der neuen Liebe, dem Pflegedienst oder gar einem ganz Fremden. Schnell steht ist da der Vorwurf "Erbschleicherei!" im Raum. 

Wenn Verstorbene dann auch noch Personen der Öffentlichkeit waren, und der eigentlich private Zwist zur öffentlichen Schlammschlacht wird, geht es häufig nicht mehr nur um materielle Dinge, sondern auch um den Ruf. 

Warum wird häufig so erbittert um das Erbe gestritten? Wie kann man einen schwelenden Konflikt wieder befrieden? Und was können wir bereits im Vorfeld tun, damit es gar nicht erst zum Streit kommt? 

Die Gäste

Joachim Unseld
Joachim Unseld  | Bild: SWR / Baschi Bender

Lange Zeit war für Joachim Unseld klar: Ich werde der Nachfolger meines Vaters. Und so richtete er sein Leben darauf aus, eines Tages den renommierten Suhrkamp-Verlag von seinem Vater, dem Verleger Siegfried Unseld zu übernehmen. Doch nach einem Streit zerplatzte dieser Traum auf einen Schlag. "So einen Vertrauensbruch kannte ich von meinem Vater nicht."

Henry Nold und Michael Steinbrecher
Henry Nold und Michael Steinbrecher | Bild: SWR / Baschi Bender

Ganz im Gegensatz dazu erwartete Henry Nold, gar nichts zu erben. Damit hatte ihm sein Vater immer gedroht, ein zwar sehr reicher, aber auch sehr geiziger Unternehmer und Aktienhändler. "Das Geld hat ihn nicht glücklich gemacht. Er war für mich ein Vorbild wie ich nicht sein will", sagt Nold, der nach dem Tod des Vaters überrascht feststellte, dass er doch einen beträchtlichen Betrag erben sollte.

Monika Pollen
Monika Pollen | Bild: SWR / Baschi Bender

Monika Pollen hatte zeitlebens ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Umso größer war der Schock, als sie bei der Testamentseröffnung erfuhr, dass sie lediglich den Pflichtteil erben sollte. "Ich habe noch nicht mal alte Fotos. Ich durfte nichts mehr aus dem Elternhaus mitnehmen." Mehr als der materielle Aspekt schmerzt Pollen aber die emotionale Enttäuschung und der gestörte Familienfrieden.

Nicola Tyszkiewicz
Nicola Tyszkiewicz | Bild: SWR / Baschi Bender

Nicola Tyszkiewicz‘ Großvater Heinz Erhardt ist eine Legende der deutschen Nachkriegszeit. Über Jahrzehnte begeisterte er das Publikum und bringt bis heute Menschen zum Lachen. Als Tyszkiewicz eines Tages unveröffentlichte Werke Erhardts fand, war klar, dass sie diese publizieren wollte: "Er hatte panische Angst, vergessen zu werden. Das war seine wundeste Stelle, deswegen hat er so geackert." Doch mit der Veröffentlichung kam es zu einem erbitterten Erbstreit innerhalb der Familie.

Leopold Altenburg
Leopold Altenburg  | Bild: SWR / Baschi Bender

Ein großes Erbe trägt Leopold Altenburg mit sich: Denn er ist als Ur-Ur-Enkel von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin "Sisi" Elisabeth von Österreich ein Spross der Habsburger-Dynastie. Doch diese Abstammung barg immer wieder auch Herausforderungen: "In der Schule wusste keiner, dass ich ein Prinz bin. Die wunderten sich nur, warum ich so komisch angezogen bin." Erst spät machte er seine Herkunft öffentlich – und war überrascht über die Reaktionen.

Angelika Kallwass
Angelika Kallwass | Bild: SWR / Baschi Bender

Als Psychotherapeutin weiß Angelika Kallwass, warum es so häufig zu Streit kommt, wenn es ums Erben geht: "Erbe wird schlichtweg mit Liebe assoziiert. Es geht um die Frage 'Was war ich dir wert?'" Und so wird Ungleichheit im Erbe schnell zum Stein des Anstoßes. Doch Kallwass hat auch Erfahrungen gemacht, was man tun kann, damit es nach dem Tod nicht zu Problemen unter den Nachkommen kommt.

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