SENDETERMIN Di., 16.11.21 | 22:50 Uhr | Das Erste

Nachtcafé

PlayModerator Michael Steinbrecher im alten E-Werk in Baden-Baden.
Nachtcafé | Bild: SWR / Tom Oettle

Gäste: Hilde Gerg, Rolf und Ulrich Guttmann, Walter Sittler und Sigrid Klausmann-Sittler, Vincent Zeitler und Markus Kaufmann, Ursula Nuber

Es gibt Menschen, ohne die das eigene Leben kaum vorstellbar ist. So eng ist die Verbindung zueinander. In jeder Lebenslage sind sie für uns da und stehen an unserer Seite. So geht es zum Beispiel dem langjährigen Liebespaar, das trotz mancher Turbulenzen stets fest zusammensteht. Oft ist es auch die beste Freundin, die zu jeder Tages- und Nachtzeit ein offenes Ohr hat und sei das Problem noch so groß. Doch was, wenn das Gegenüber eines Tages nicht mehr da ist? Nicht selten entsteht eine große Leere, die nur schwer zu füllen ist. Da ist etwa die Tochter, die ihren geliebten Vater durch einen Autounfall verloren hat. Oder der Ehemann, der trotz aller Bemühungen nicht über die schmerzhafte Trennung von seiner Frau hinwegkommt. Für andere wiederum ist die Loslösung von ihrem Gegenüber eine regelrechte Befreiung. Manchmal wird einem erst mit Abstand bewusst, wie groß die eigene Abhängigkeit eigentlich war und wie viel Freiheit ein eigenständiges Leben bringen kann. Was macht die besondere Verbindung zwischen zwei Menschen aus? Und was, wenn dieses enge Band doch getrennt wird?

Die Gäste

Ski-Olympiasiegerin Hilde Gerg führte eine glückliche Ehe, bis ihrem Mann beim Autofahren plötzlich die Aorta riss und er tödlich verunglückte. Es folgte eine schwere Zeit voller Wut und Verzweiflung: "Die Beziehung wurde beendet, ohne dass ich noch ein Gegenüber hatte. Mein Mann war einfach plötzlich nicht mehr da." Mühsam kämpfte Gerg sich ins Leben zurück.

Vincent Zeitler war gerade einmal 22 Jahre alt als er die Diagnose Leukämie erhielt. Schnell war klar: Nur eine Stammzellentransplantation kann sein Leben retten. Es begann eine bange Zeit des Wartens voller Hoffnung und Rückschläge - auch für seinen Spender Markus Kaufmann. Aus der Schicksalsgemeinschaft wurde eine tiefe Freundschaft: "Jetzt sind wir sozusagen Blutsbrüder. Das ist das, was uns immer verbinden wird", sagt Markus Zeitler.

Seit 36 Jahren sind Walter Sittler und Sigrid Klausmann-Sittler glücklich miteinander verheiratet. Trotz einiger Aufs und Abs in der Beziehung stehen die beiden stets fest zueinander. "Wir haben viel in unsere Ehe investiert", sagt Walter Sittler. "Man muss in einer Beziehung aufeinander zugehen und kann nicht erwarten, dass man alles von allein kriegt."

Ursula Nuber weiß, wie wichtig enge Beziehungen für jeden Menschen sind. "Wir alle sind Bindungswesen", so die Diplompsychologin. "Diese Nähe zu anderen gibt uns Sicherheit und Zuversicht im Leben." Ebenso wichtig ist es laut ihr jedoch, dass auch in engen Beziehungen, genügend Platz für die eigene Entfaltung bleibt.

16 Jahre waren die eineiigen Zwillinge Rolf und Ulrich Guttmann gegen ihren Willen voneinander getrennt. Während Rolf nach brutaler Haftstrafe in der DDR von Westdeutschland freigekauft wurde, blieb Ulrich in Ostdeutschland zurück. Erst durch die deutsche Wiedervereinigung fanden die beiden wieder zueinander. Heute sind die Berliner Zwillinge Kult und unzertrennlich. "Ohne meinen Bruder bin ich ein Nichts, ich kann es mir nicht vorstellen, ohne ihn zu leben", so Rolf Guttmann.

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