Fakten rund ums Ei

Tim Mälzer will wissen: Gibt es noch glückliche Hühner?
Tim Mälzer will wissen: Gibt es noch glückliche Hühner?

Welche Eier kaufen wir?

  • Mit etwa 63 Prozent verbrauchen wir Deutsche am häufigsten Eier aus Bodenhaltung. Käfigeier, also aus Kleingruppenhaltung, sind frisch kaum noch im Handel.
  • Über 80 Prozent der Eier kaufen wir im Supermarkt und Discounter.
  • Ob Eier braun oder weiß sind, hängt von der Rasse ab, nicht von der Farbe des Huhns.
  • Nur Eier der Güteklasse A dürfen als frische Eier in den Handel. Solche mit Unebenheiten oder Rissen dürfen nur industriell verarbeitet werden.

Das Huhn als Legemaschine

  • Heutige Legehennen produzieren fast täglich ein Ei, das macht rund 300 pro Jahr. Noch 1950 war die Legeleistung wesentlich geringer – etwa 120 Eier.

Das kennzeichnet Bio-Haltung

  • Etwa 10 Prozent der in Deutschland verkauften Eier stammen aus ökologischer Erzeugung. Damit haben sie den höchsten Bio-Anteil aller Lebensmittel.
  • Biohennen bekommen nur Futter aus ökologischem Anbau.
  • Außerdem dürfen bei dieser Haltungsform keine Schnäbel gekürzt werden.
  • Einige Biobetriebe verwenden mobile Ställe, so bekommen Hennen öfter frisches Gras rund um ihre Behausung.
  • Die Herden sind deutlich kleiner als bei konventioneller Haltung.

Darum dürfen Eier nicht gewaschen werden

  • 28 Tage beträgt die Mindesthaltbarkeit von Eiern. Ab 10 Tagen vor Ablauf müssen sie gekühlt werden.
  • Eier sollten nicht gewaschen werden. Wird die Außenhaut verletzt, können Keime ins Innere gelangen. Der Industrie ist es deshalb sogar verboten, Eier zu waschen.

Käfigeier weltweit immer noch in der Mehrzahl

  • In Deutschland werden fast 14 Milliarden Eier produziert.
  • Weitere  knapp 7 Milliarden Eier importieren wir aus Ländern wie Holland oder Polen.
  • Seit 2012 sind Legebatterien EU-weit verboten. Käfige gibt es in der sogenannten Kleingruppenhaltung trotzdem. Und weltweit stammen immer noch etwa 60 Prozent aller Eier aus Käfigen.

Trauriges Schicksal der männlichen Küken

  • Mit 18 Wochen kommen Junghennen in die Legebetriebe.
  • Bei Hühnern gibt es zwei Zuchtrichtungen: Legehennen, die besonders viele Eier produzieren und Masthühner, die viel Fleisch ansetzen.
  • 45 Millionen männliche Küken der Legehennen-Zuchtlinie werden in Deutschland jedes Jahr aussortiert, also getötet.

Legehennen-Fleisch oft verramscht

  • Bundesweit werden jährlich bis zu 40 Millionen Hennen nach einem Jahr Eierlegen geschlachtet.
  • Das Fleisch der aussortierten Legehennen taugt nur noch für Tierfutter oder als Suppenhuhn. Was nicht in Deutschland bleibt, wird in Entwicklungsländer verramscht. Dort nimmt das Billig-Fleisch den Hühnerbauern auch noch die Lebensgrundlage weg.