SENDETERMIN Mo, 22.02.16 | 20:15 Uhr | Das Erste

Amerikas Naturwunder (2) – Die Saguarowüste

Saguaro Nationalpark
Das Gebiet des Saguaro Nationalparks wurde bereits 1934 von Präsident Hoover als Nationaldenkmal ausgerufen.

In Arizona liegt die wohl ungewöhnlichste Wüste Nordamerikas. Extreme Temperaturen, scheinbar endlose Dürren, teuflische Winde und gefräßige Raubtiere stellen die Wüstenbewohner vor eine nicht enden wollende Probe. Doch trotz all dieser widrigen Umstände ist der Saguaro-Nationalpark eine der artenreichsten Wüsten der Welt.

Inmitten der kargen Landschaft stehen stille Wächter, wahre Giganten. Das Symbol für den Wilden Westen: die gewaltigen Saguaro Kakteen verleihen dem Nationalpark seinen Namen und bieten vielen Tieren einen gut geschützten Lebensraum.

Kakteen erst mit 200 Jahren ausgewachsen

Der Saguaro Nationalpark wurde 1994 zum Schutze der einzigartigen Kakteen gegründet und ist damit der erste Nationalpark, der zum Wohle einer Pflanze errichtet wurde. Unter Schutz stand das Gebiet jedoch schon seit 1934. Besonders spektakulär sind die Wälder aus Kakteen, in denen die stacheligen Gewächse besonders dicht beieinander stehen. Erst mit 200 Jahren erreichen die Giganten der Wüste mit knapp 14 Metern ihre volle Größe.

Ideale Wüstenbewohner – ein Pekari mit ihrem Jungen
Ideale Wüstenbewohner – ein Pekari mit ihrem Jungen

Eine weitere Besonderheit des Parks sind die Halsbandpekaris, sie stammen ursprünglich aus Südamerika und fanden erst vor etwa 100 Jahren ihren Weg nach Norden bis nach Arizona. Auf den ersten Blick scheinen sie Wildschweinen sehr ähnlich zu sein, doch sind sie nicht wirklich nah verwandt. Die rotbraunen Neugeborenen müssen bereits an ihrem zweiten Tag flink auf den Beinen sein und ihrer Herde folgen.

Aus der Müste wird ein Meer aus Blüten

Das wahre Geheimnis dieses Nationalparks offenbart erst der Regen: Nach einem feuchten Winter verwandelt sich die Wüste in ein Meer aus Blüten. Aber die Menge des Regens kann sich von Jahr zu Jahr stark ändern und hat nach einer schlechten Saison verheerende Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt. Nach einem guten Winter hingegen ist die sonst so karge Landschaft in alle nur erdenklichen Farben getaucht.

Sonnenuntergang über dem östlichen Gebiet des Saguaro Nationalparks
Sonnenuntergang über dem östlichen Gebiet des Saguaro Nationalparks

Diese atemberaubenden Bilder werden nur noch von dem Paarungstanz der Veilchenkopfelfen übertroffen. Diese besonders farbenfrohen Kolibris werden im Frühling von dem Duft blühender Bartfäden angelockt, das sind Pflanzen, die mit unserem Wegerich verwandt sind. Deren Nektar ist ein wichtiger Energielieferant für die kleinen Vögel. Die Weibchen bauen winzige Nester aus Pflanzenfasern, Flechten und Federn, die sie mit Spinnweben zusammen halten.

Klapperschlange geht auf Mäusejagd

Die felsigen Regionen des Parks sind das Reich der Klapperschlange, die auf den aufgeheizten Steinen Sonne tankt. Dieser faszinierende Bewohner des Saguaro Nationalparks kann dank seines besonderen Sinnesorgans Wärmestrahlung wahrnehmen und sogar nachts jagen. Dadurch hält er die Anzahl an Ratten und Mäusen gering und schützt die Kakteen somit vor Verbiss.

Roadrunner oder Rennkuckuck
Nicht nur ein weltberühmter Comic-Held: der Rennkuckuck

Ein weiteres weltberühmtes Tier nennt den Saguaro Nationalpark sein Zuhause. Der Roadrunner oder Rennkuckuck läuft mit einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 30 Kilometer pro Stunde durch die Wüste. Obwohl er durchaus fliegen kann, versucht er sich lieber als Zweibeiner.

Eine Wüste voller Leben. Das Land der Riesenkakteen. Ein wahres Naturwunder Nordamerikas.

Ein Film von Henry Mix