SENDETERMIN Mo, 25.12.17 | 19:15 Uhr | Das Erste

Erlebnis Erde: Karibik (1) – Nach der Flut

Kapuzineraffe auf Trinidad
Die Kapuzineraffen der Insel haben eine besondere Form der Nahrungsbeschaffung entwickelt: das Schneckenknacken. | Bild: BR/Marion Pöllmann

Wie kaum ein anderes Gebiet unserer Erde verbindet man die Karibik mit dem Paradies, einem Garten Eden. Doch hinter diesem gängigen Klischee gibt es eine weitaus interessantere Karibik zu entdecken, artenreich wie kaum eine andere Region, ein Modell der Evolution, das Leben in ständiger Bewegung und es scheint, als ob alles einem wilden Rhythmus folgt.

Keine Insel der Karibik gleicht ihrem Nachbarn, eine jede hat eine andere Geschichte, andere Flora und Fauna. Eine ganz besondere Stellung in der Vielfalt der karibischen Inselwelt besitzen Trinidad und Tobago. Die Inseln liegen zwar in der karibischen See, haben aber eine enge Verbindung zum südamerikanischen Kontinent. Beide waren einst Teil des südamerikanischen Festlandes, sie besitzen eine reiche, dem Kontinent ähnliche Fauna und Flora. Und doch sind sie ganz anders: Die Zeit der Isolation hat sie verändert.

Karibisch entspannt

Eine Legende der Warao-Indianer erzählt von "der großen Flut", die Trinidad vom Festland vor 1500 Jahren trennte, das wissen die Geologen heute. Für viele Arten ein Glücksfall, ihr Leben ist nun karibisch entspannt. Denn die großen Räuber konnten sich auf der Insel nicht halten. Seither sind die größten Räuber an Land ziemlich klein, wie die etwa dackelgroße Tayra, ein Marder und der Ozelot – eine kleine Raubkatze. Das gibt anderen Inselbewohner Raum.

Ozelot
Der kleine Ozelot ist eines der wenigen Raubtiere auf Trinidad. | Bild: BR/Marion Pöllmann

Nur in den Flüssen und Sümpfen herrschen noch Anakonda und Krokodilkaiman. Aber auch dort ist Trinidad für eine Überraschung gut: Kapuzineraffen nutzen Äste als Amboss, um an das Fleisch großer Schnecken zu gelangen, den Kaiman haben die schlauen Affen dabei immer im Blick.

Tobago, die kleinere Insel ist schon seit 10000 Jahren vom Kontinent getrennt: Hier haben sich am Boden nur wenige Arten wie Boa Konstriktor, Aguti oder Gürteltier gehalten. Die Insel ist ein Vogelparadies und sicherer Hafen für zahllose Meeresvögel.

Der Film "Nach der Flut" zeigt, wie sich Flora und Fauna entwickeln, wenn sich die Voraussetzungen ändern. Auf einmal Insel: Was macht das mit der Natur? Was blieb vom Kontinent? Wer gewinnt, wer verliert im Überlebensspiel der Insel?

Sensationelle Bilder in tiefster Nacht

Für die Natur sind die Inseln ein Sprungbrett zwischen Südamerika und den Kleinen Antillen. Diese Brückenlage und die vielfältigen Lebensräume machen sie reich an Arten. Dank besonders lichtempfindlicher Kameras aus der Weltraumforschung kann der Film mit sensationellen Bildern aus den dunkelsten Höhlen und in tiefster Nacht aufwarten. Extrem lichtempfindliche Vögel konnten zum ersten Mal überhaupt gefilmt werden und bei der Eiablage von Lederschildkröten konnte erstmals das natürliche Verhalten beobachtet und gefilmt werden.

Zweiteiliger Film von Marion Pöllmann