500 Jahre Reformation

Schwerpunkt im Ersten für das Reformationsjahr

Auch Protestanten meditieren. Martin Luther soll nach der Art der Wüstenväter des frühen Mönchtums gebetet haben: Er übte die "Ruminatio", das Wiederholen und ‚Wiederkäuen‘ von Schriftworten. "Zwei Stunden täglich meditiert er", berichtet der evangelische Pfarrer Andreas Ebert, Leiter des Spirituellen Zentrums St. Martin in München. "Meditation ist für ihn die innere Aneignung des äußeren Gotteswortes", so Ebert. Dass diese Tradition in der evangelischen Kirche heute wieder groß geschrieben wird, belegt der Status Eberts: Er ist Beauftragter für Meditation und Geistliche Übung in Südbayern.
Martin Luther, der Begründer der Reformation

Eine ARD-weite Koproduktion für das Reformationsjahr (31. Oktober 2016 bis 31. Oktober 2017) ist der spannende Film mit dem Arbeitstitel "Die Luther-Matrix" (AT). In der Form eines Krimis beleuchtet in ihm eine fiktive 'Recherchegruppe Luther' mit realen Interviews und Ermittlungen die historische Figur und das Umfeld des Reformators aus Wittenberg. Dieses neuartige Format, das eine Verbindung zwischen dem Wirken Luthers und der Gegenwart herstellt, will eine spielerische und dennoch seriöse Informationsvermittlung leisten und damit auch ein eher kirchenfernes Publikum ansprechen. Die Federführung für dieses gemeinsame Projekt liegt beim SWR. Eine Ausstrahlung im Ersten ist für den Karfreitag 2017 angedacht.

"Katharina Luther" (AT) mit Karoline Schuch in der Hauptrolle und Devid Striesow als Luther

Karoline Schuch und Devid Striesow als Katharina Bora und Martin Luther
Beim Dreh zu "Katharina Luther" (AT): Karoline Schuch und Devid Striesow

Im Frühjahr kommenden Jahres wird im Ersten der Film "Katharina Luther" (AT) mit Karoline Schuch in der Hauptrolle und Devid Striesow als Luther zu sehen sein. Entstanden ist der Film, der in großen Teilen in Mitteldeutschland – unter anderem auf Schloss Reinhardsbrunn in Thüringen – gedreht wurde, unter redaktioneller Federführung des MDR, gemeinsam mit ARD Degeto, BR, SWR.

'Spielorte' des reformatorischen Geschehens

Für die Dritten Programme sowie für das Schulfernsehen produziert eine Gemeinschaft aus dem federführenden MDR, NDR, SWR, WDR und dem Schweizer Fernsehen eine Serie von acht fünfzehnminütigen Folgen über "Die Tatorte der Reformation". Diese von dem jungen Theologen, Sänger und Schauspieler Julian Sengelmann präsentierte Reihe wird wesentliche 'Spielorte' des reformatorischen Geschehens näher vorstellen und zielt auf ein junges Publikum.

Die Neuerfindung der Welt durch die Reformation

In einem weiteren Schwerpunkt befasst sich ein vom RBB (Federführung), von Radio Bremen und dem SWR für arte produzierter Sechsteiler unter dem Titel "Der Luther-Code" mit der 'Neuerfindung der Welt' durch die Reformation. Die Reihe arbeitet mit aufwendigen szenischen Rekonstruktionen und zeigt deutlich auf, dass die digitale Revolution auf einen humanistisch-reformatorischen Wertekanon zurückgreift, in dessen Zentrum Verantwortung und Nachhaltigkeit stehen.

Gottesdienste und Worte zum Sonntag

Im Bereich der Verkündigungssendungen und Gottesdienste wird das Reformationsjubiläum in vielen der wöchentlichen Worte zum Sonntag eine Rolle spielen.

Mo, 31.10.16 | 15:00 | live im Ersten

Das Erste überträgt zudem am 31. Oktober von 15:00 bis 16:00 Uhr aus der Berliner Marienkirche den offiziellen Gottesdienst zur Eröffnung des Reformationsjahres. Zu diesem Anlass wird viel Prominenz aus den Kirchen, aus Politik und Gesellschaft erwartet. Auch der Gottesdienst zum Ende des 500. Jubiläums der Reformation wird im Ersten übertragen. Er wird am 31. Oktober 2017 in Wittenberg stattfinden

Sa, 11.03.17 | 17:00 Uhr | live im Ersten

Als ein Zeichen der Buße und Versöhnung zwischen den Kirchen ist der ökumenische Gottesdienst zu verstehen, der am Samstag, dem 11. März 2017, zwischen 17:00 und 18:00 Uhr in Hildesheim gefeiert wird. Dieser von den Spitzen der evangelischen und der katholischen Kirche in Deutschland gemeinsam gestaltete Gottesdienst wird ebenfalls live im Ersten zu sehen sein.

Höhepunkt der Reformationsfeierlichkeiten

Einen Höhepunkt der Reformationsfeierlichkeiten erwartet die Evangelische Kirche Deutschlands überdies mit einem Open-Air-Gottesdienst, zu dem als Abschluss des Evangelischen Kirchentags am 28. Mai 2017 mit mehreren hunderttausend Menschen in der Lutherstadt Wittenberg an der Elbe gerechnet wird.  Selbstverständlich wird auch dieses Ereignis im Ersten zu sehen sein.