SENDETERMIN Do, 08.09.16 | 22:45 Uhr | Das Erste

Nuhr im Ersten

"Nuhr im Ersten - Der Satiregipfel", angriffslustiges und scharfzüngiges politisches Kabarett mit Dieter Nuhr (Foto) im Ersten.
"Nuhr im Ersten - Der Satiregipfel", angriffslustiges und scharfzüngiges politisches Kabarett mit Dieter Nuhr im Ersten.

Gäste: Ingo Appelt, Florian Schroeder, Sarah Bosetti, Torsten Sträter

Ingo Appelt garantiert messerscharfe Beobachtungen, brillanten Wortwitz, sowie freche und verschmitzte Pointen. Als "Enfant terrible der Comedy" wird er gerne ins kommerzielle, wie ins öffentliche Fernsehen eingeladen. In seinem runderneuerten Programm "Besser ist besser!" zeigt Ingo Appelt den modernen Weg zu einem besseren Leben.

Florian Schroeder zeichnet sich durch eine erfreuliche Respektlosigkeit aus und nimmt kein Blatt vor den Mund. Scharfzüngig und hintersinnig kommentiert er das tagespolitische Geschehen. Dabei macht er auch Gebrauch von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten als Parodist..

Sarah Bosetti ist eine Erfindung ihrer Eltern. Seit 1984 ist sie anwesend, halb Mensch und halb Frau, studierte zunächst Filmregie in Brüssel und zog dann nach Berlin. Seit Jahren ist sie bereits auf den Bühnen Deutschlands unterwegs. Das führte sogar so weit, dass sie 2013 mit ihrem Team "Mikrokosmos" deutschsprachige Vizemeisterin im Poetry Slam wurde. Bei "Nuhr im Ersten“ gibt es Sarah Bosetti pur. Mit viel Raum für ihre ungewöhnlich klugen Gedanken.

Bei Torsten Sträter ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber er lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus. Und das alles mit einer angenehmen Stimme.

Ingo Appelt

Ingo Appelt
Ingo Appelt

1967 in Essen geboren, beginnt Ingo Appelt 1982 nach der Schule eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Wie im "Pütt" verbreitet, schlägt Ingos Herz schon bald links und Ende der 1980er Jahre hat er seinen ersten Auftritt bei der Jugendkonferenz der IG Metall, der 1990 in die erste Tournee mündet: mit dem Programm "Heiter Be-Sinnlich" tourt Ingo durch die Republik.

1991 folgt der Zivildienst, Ingo intensiviert nebenbei seine Auftrittstätigkeit. 1993 stehen bereits 130 Gastspiele mit dem Programm "Wir sterben und Sie machen Witze" in seinem Kalender, 240 Gigs sind es in 1994 – außerdem wird das Fernsehen auf Ingo aufmerksam: Er ist bei "RTL Samstag Nacht", der "RTL Nachtshow" und bei "Late Night mit Thomas Gottschalk" (RTL) ein gern gesehener Gast.

1996 ist Zeit für ein neues Programm. "Der Abräumer" macht seinem Namen alle Ehre und so lassen auch weitere TV-Highlights nicht auf sich warten. 1999 genießt Ingo geradezu ein Popstar-Image: Er tritt bei der Echo-Verleihung auf und Marius Müller-Westernhagen lädt ihn als Supporting-Act für die Abschiedstournee ein – das beschert Ingo einen Stadion-Auftritt vor 75.000 Zuschauern. Das hat auch Auswirkungen auf Ingos eigene Tournee: Jeweils 120.000 Zuschauer sehen Ingos "Wet Side Tour" 1999 und 2000.

2000 erhält Ingo auch seine eigene Fernsehshow: "Die Ingo Appelt Show" geht bei ProSieben auf Sendung. Nach einem "ersten offiziellen Babyjahr" 2001 startet Ingo 2002 und 2003 mit seinem neuen Programm "Superstar" wieder voll auf der Bühne durch. 2005 läuft das Programm "Superstar" mit zwei Highlights aus: die CD zur Tour wird veröffentlicht und ProSieben strahlt einen Live-Mitschnitt der Show aus. Aber Ingo gönnt sich keine Pause: Schon im Herbst 2005 tourt er wieder – mit dem neuen Programm "Retter der Nation". 2006 vergeht kaum ein Tag, an dem Ingo nicht mit seinem neuen Programm auf der Bühne steht. Überdies nimmt er sich wieder Zeit für Gastauftritte.

Ende 2008 steht der programmatische Titel für das erste Buch, Hörbuch und des nächsten Tourprogramms fest: "Männer muss man schlagen!". 2009 und 2010 wird die "Männer muss man schlagen!-Tour" erfolgreich fortgesetzt und Ingo ist im Kinofilm: "Morgen, ihr Luschen! Der Ausbilder-Schmidt-Film" auf der Leinwand zu sehen. Seit 2010 ist Ingo auch regelmäßig bei "Nuhr im Ersten" zu Gast. 2011 beginnt mit neuen Folgen des Quatsch Comedy Club – und es geht wieder auf die Bühne. Das Motto: "Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten!" Halleluja!

2014 ist Ingo erstmals seit 1999 nicht nur Gast, sondern regelmäßiger Gastgeber einer Fernsehsendung: Er übernimmt als Moderator die traditionsreiche Satiresendung "Kabarett aus Franken" im Bayerischen Fernsehen.

Anfang 2015 folgte das runderneuerte Programm: "Besser ist besser!" und Ingo ist weiterhin regelmäßiger Gast bei "Nuhr im Ersten".

Florian Schroeder

Gastgeber Florian Schroeder empfängt vor Publikum im Kulturzentrum KUZ Mainz vier bis fünf Kabarettisten und Comedians zu 45 kurzweiligen Minuten.
Florian Schroeder

Florian Schroeder (Jahrgang 1979) mischt die Polit-Kabarettszene gehörig auf. Der Junge Wilde unter Deutschlands Kabarettisten ist bekannt aus TV-Sendungen wie Ottis Schlachthof, Mitternachtsspitzen und TV Total. In seinem Bühnenprogramm begeistert er die Zuschauer mit einer atemberaubenden Mischung aus beeindruckenden Parodien, politischem Kabarett und intelligentem Nonsens. Die ersten kabarettistischen Gehversuche machte Florian Schroeder bereits auf dem Schulhof. Nach Abitur und Zivildienst begann er im Jahr 2000 ein Studium der Germanistik und Philosophie in Freiburg.

Parodien von Kohl, Blüm und Lindenberg brachten ihm als Vierzehnjährigem seinen ersten Fernsehauftritt bei Harald Schmidt (WDR "Schmidteinander") ein. Sein weiterer Weg führte Schroeder über Radiomoderationen bei SWR3 schließlich auf die Bühne. Außerdem war Florian Schroeder vier Jahre lang Ensemblemitglied des Kabarettquartetts "Heinz!", einer Heinz-Erhardt- Revue. Im Fernsehen moderierte er auf 3sat und ist seit Mai 2014 Moderator der "Spätschicht" im SWR.
Seit September 2014 ist Florian mit seinem aktuellen Programm "Entscheidet Euch!" auf Tour.

Die Liste seiner Erfolge ist lang, die seiner Opfer länger. Kabarettist Florian Schroeder zeichnet sich durch eine erfreuliche Respektlosigkeit aus und nimmt kein Blatt vor den Mund. Scharfzüngig und -sinnig kommentiert er das tagespolitische Geschehen. Dabei macht er auch Gebrauch von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten als Parodist.

Schroeder erhielt mehrere Kabarettpreise, darunter den ffn Comedy Award, den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg, den Jurypreis bei der Tuttlinger Krähe, den silbernen Stuttgarter Besen, sowie den Jury- und Publikumspreis der St. Ingberter Pfanne. Er ist besonders bekannt für sein Talent als Parodist, für das er Stimme, Gestik und Mimik gekonnt einsetzt

Sarah Bosetti 

Sarah Bosetti ist eine Erfindung ihrer Eltern. Seit 1984 ist sie anwesend, halb Mensch und halb Frau, wuchs in Aachen auf und studierte Filmregie in Brüssel. Anschließend zog sie über Sardinien, Venedig, Edinburgh und Lissabon nach Berlin. Seitdem wärmt sie sich zur Ersparnis eigener Heizkosten im Scheinwerferlicht deutscher Bühnen und wurde 2013 mit ihrem Team "Mikrokosmos" deutschsprachige Vizemeisterin im Poetry Slam.

Wenn sie nicht gerade als Kolumnistin auf radioeins zu hören oder bei Gastauftritten in der ARD zu sehen ist, schreibt sie Bücher mit Titeln wie "Mein schönstes Ferienbegräbnis" oder "Wenn ich eine Frau wäre", ist Gastautorin bei "Das Magazin", liest bei ihrer Berliner Lesebühne "Couchpoetos", moderiert die Bühnenliteraturshow "Peace, Love & Poetry" und tourt mit humoristischen Lesungen durch den gesamten deutschsprachigen Raum.

Mit Feingefühl, Sprachwitz und trockenem Humor philosophiert sie über die wichtigsten Themen unseres Daseins: hässliche Kinder, brechende Rosen, Scheitern, Brustbehaarung und die Backstreet Boys. Die Presse sagt, es gebe "nur wenige Autoren in Deutschland, die auf so charmante Weise gehässig sein sein können wie Sarah Bosetti". Das ist wahrscheinlich nett gemeint.

Sarah Bosetti
Sarah Bosetti

Torsten Sträter

Torsten Sträter
Torsten Sträter

Torsten Sträter – Bei ihm ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus.

»Ich bin Torsten Sträter.

Ich wiege bei 1,80 Höhe etwa eine halbe Tonne, weswegen ich nicht damit rechne, Booking-Anfragen für Katalogfotos zu bekommen. Ich komme darüber weg. Wenn ich nicht an meinen Geschichten für Bücher und Lesungen arbeite, sitze ich auf dem rapide durchschimmelnden Holzmobiliar meines Balkons. Ich weiß nicht, was in diese Baumarktleute gefahren ist – man bricht sich sicher keinen Zacken aus der Krone, wenn man Gartenmöbeln aus Holz einen Zettel beilegt: Bitte einölen, imprägnieren oder nur in der Wohnung benutzen! Wer soll das wissen? Bis Ende des Sommers, vermutlich arbeite ich dann grade an einem Essay über Pudding oder sowas, wird im hellen Sonnenlicht das Holz unter mir explodieren und ich werde von einem Stuhlbein gepfählt. Gut, dass ich den Bon noch habe.

Ich bin, wenn ich mich nicht in Gefahr begebe, in der Republik unterwegs und lese vor – bei Poetry Slams, auf Sololesungen, Lesebühnen und bizarren Mixed Shows (Ein Orgelspieler, ein Luftballontier-Clown, eine Frau, die mit Küchengeräten spricht, ich. So in der Art.) Fakt ist: Der Poetry Slam hat mich hervor gebracht … allerdings bin ich, was meine Teilnahme an Slams angeht, so unzuverlässig, dass gemunkelt wird, in meinem Keller stände ein Glücksrad, das folgende Felder aufweist:

- Playstation spielen
- Urologe
- Paniermehl kaufen und Brot klonen
- Liegen
- Caprisonne-Tüten abheften
- Zum Poetry Slam fahren

Das ist natürlich Unfug. "Urologe" ist nicht drauf. "Playstation spielen" dafür zwei Mal. Was noch?

Ich stehe (jugendliche Formulierung) auf Musik von Sinatra, Rammstein und Bach, beneide Menschen, die gut Piano spielen können (und mit "beneide" meine ich "hasse"), kann z. B. über Horst Evers, Fritz Eckenga, Malmsheimer, Onkel Fisch, Helge Schneider und Stromberg lachen, nicht aber über den Psychopathen, der bei uns frühmorgens durch die Siedlung fährt und beschissene Flötenmusik vom Band spielt, damit man ihm Metallschrott bringt. Was denkt der Vogel sich? Dass ich da um sieben aus der Kiste schnelle und ausrufe:

'POTZTAUSEND! Da isser wieder! Da werde ich doch direkt mal eine Heizungsverkleidung abschrauben und sie noch in Unterhose feilbieten! Ich wusste doch gar nicht, wohin damit! Endlich wird dieser Klumpen Blech seiner wahren Bestimmung zugeführt: Unter die Fittiche des kettenrauchenden Schrott-Eumels mit seiner völlig unmelodischen, ja kakophonischen Drecksflöte! Hurra!'

Dafür unterstütze ich den deutschen Buchhandel. Durch massives Einkaufen und Auftritte. Lassen Sie sich gesagt sein: Kleine Buchläden sind schöner. Und besser. Warum? Fragen Sie sich einfach, was Sie lieber tun …

a) über Bücher reden.
b) Rolltreppe fahren.

Der neue Roman über mittelalterliche Reiseprostitution kostet übrigens überall das gleiche. Also kann es kein Fehler sein, dort zu kaufen, wo man Sie wiedererkennt.
Na ja …
Halten Sie die Ohren steif – und wenn Sie das anatomisch nicht geregelt kriegen, blicken Sie einfach nach vorn. Hinter Ihnen ist meistens nix.

Ihr Torsten Sträter«

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