Interview mit der Produzentin Doris Zander

Josef und Anna
Der Film erzählt die Geschichte zweier Familien nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Wie ist das Projekt entstanden und wie lange hat es gedauert, bis es realisiert werden konnte?

Das Projekt gab es schon länger – es hat mich gefunden über Carlo Rola und wurde relativ zügig umgesetzt. Da wir ein fantastisches Drehbuch vorliegen hatten, konnten Sascha Schwingel und Birgit Titze von der Degeto sich zügig entscheiden. Ein Glücksfall!

Bisher gab es nicht sehr viele Filme, die das Leben unmittelbar nach Kriegsende thematisieren. Das ändert sich gerade – wie erklären Sie sich das?

Weil es unsere Geschichte ist, und damit meine ich meine Generation. Ich bin 1958 geboren und habe mich immer gefragt, wie unsere Eltern aus dem Nichts etwas aufbauen konnten, wie sie überlebt haben, wo ihre Gefühle von Angst und Entbehrung geblieben sind – sicher nicht aufgearbeitet! So trägt die Nachkriegsgeneration, zu der Carlo Rola und ich gehören, einen Teil auf ihren Schultern.

Was macht einen historischen Film in Ihren Augen erfolgreich?

Ein historischer Film ist dann erfolgreich, wenn der Zuschauer vergisst, dass wir 2014 haben und in die Welt eintauchen kann, die wir ihm bieten.

Das Besondere an "Die Himmelsleiter – Sehnsucht nach morgen" ist …

... eine faszinierende Ausstattung mit großer Liebe zu Details, Schauspieler, die ihre Rollen verkörpern und Anna, Adam, Zettler und viele andere sind. Eine Regie vom Feinsten – eine Auflösung von der man träumt , eine bewegliche Kamera, mit einem Licht zum Niederknien.

Was überzeugte Sie beim Lesen des Drehbuchs?

Der gelungene Spannungsbogen, die wahrhaftigen Dialoge und das Gefühl, so ist die "Stunde Null" noch nicht erzählt worden.

Im Film spielt der Karneval eine große Rolle. Welches Kostüm trugen Sie, als geborene Rheinländerin, letztes Jahr zu Karneval?

Oje, das ist schon länger her, dass ich im Karnevalskostüm unterwegs war. Als ich 20 Jahre alt war, war ein Pop-Duo sehr erfolgreich, zwei Damen, die eine ausschließlich in schwarz, die andere in weiß gekleidet. Meine Freundin nähte uns am Samstagnachmittag aus einfacher Seide die Klamotten und los ging es – großes Make up – großer Auftritt – und: Kölle Alaaf.