Katja Flint und Axel Milberg im Doppelinterview

Krisenstimmung bei Familie Teuffel: Als im Dorf der Inhalt von Steffens (Axel Milberg, re.) Buch bekannt wird, eskaliert die Situation. Empört wenden sich die Krummenwalder vom schreibenden Wessi ab. Li. Beate Teuffel (Katja Flint), im Hintergrund Kai (Martin Aselmann) und Lisa (Anke Retzlaff).
Krisenstimmung bei Familie Teuffel: Als im Dorf der Inhalt von Steffens Buch bekannt wird, eskaliert die Situation. Empört wenden sich die Krummenwalder vom schreibenden Wessi ab.

Wie war es, nach acht Jahren Pause nach Krummenwalde und zur Familie Teuffel zurückzukehren?

Katja Flint (KF): Wunderbar, die Grundidee "durchgedrehte ehemalige Wessifamilie lebt in einem Dorf mitten unter ehemaligen Ossis" macht nach wie vor viel Spiellaune.
Axel Milberg (AM): Überraschend war, dass die ARD eine dritte Folge bestellte. 2002, 2009 und 2017, was für eine Chronik. Alles hatte sich natürlich inzwischen verändert. Wir hatten neue großartige Darsteller für unsere drei Kinder. Wir konnten nicht wieder in unserem alten Haus drehen. Das war verkauft. Wir fanden ein wunderbares neues Motiv in einem anderen Dorf, bei einer sehr netten Familie. Ein Reiterhof. Und fühlten uns sofort heimisch.

Warum werden sich Beate und Steffen niemals trennen?

KF: Die beiden gehören zur Spezies der Topf-Deckel-Paare. Die Deckel-Deckel-Paare funktionieren auch gelegentlich, aber wenn sich die Unterschiede so optimal ergänzen wie bei Beate und Steffen, sind die Aussichten auf eine langlebige Beziehung besser. In ihrer Ehe gibt es zwar heftige Tropenstürme, aber die gewachsene Liebe, die sich ausgleichenden Gegensätze und die nach wie vor vorhandene Sehnsucht nach der körperlichen Nähe des anderen schweißt die beiden zusammen.
AM: Ich bin mir nicht so sicher, ob diese Ehe für alle Zeiten hält. Aber worüber streiten sie? Abwechselnd fühlen sie sich zu wenig vom anderen beachtet, übersehen oder nicht wertgeschätzt und sind deshalb gekränkt; da beziehen sie sich ja doch aufeinander. Sie sind immer aneinander interessiert.

In welchen Punkten ist Ihnen Ihre Figur vertraut, Frau Flint?

Einen Betrieb mit vielen Angestellten zu leiten, wäre nichts für mich. Aber Beates Harmoniebedürfnis – beruflich wie privat – und die Liebe zu Mann und Kindern kann ich gut nachvollziehen. Dass man in Stress-Situationen auch mal zu fragwürdigen Mitteln wie winzig kleine Notlügen greift, ist nachvollziehbar. Und dass sich Beate gelegentlich bedingungslos dem Freudvollen hingibt, ist ganz nach meinem Geschmack.

Und wann würden Sie Ihrer Figur am liebsten mal die Meinung sagen?

KF: Bei Beate wird aus der kleinen Notlüge ein umfangreiches Lügenkonstrukt. So etwas geht meist in die Hose. In einer Komödie dabei zuzusehen, macht aber viel Spaß.
AM: Also, Steffen Teufel  ist schon sehr verträumt. Herrje! Und ungeschickt, ja unentschlossen, seine Ziele zu erreichen. Macht sich ständig was vor, ist ungenau, hört nicht zu und erzählt zu wenig. Das alles hängt miteinander zusammen und lässt ihn in einer Parallelwelt dahintrudeln. Das würde ich ihm mal gerne deutlich sagen.

Frau Flint, warum macht es Spaß, mit Axel Milberg eine Komödie zu drehen?

Axel ist ein komödiantisches Naturtalent. Er hat immer großartige Ideen und ist für alles offen. Unser Regisseur Oliver Schmitz hat uns viel Raum für Improvisation gelassen. Das haben wir mit großem Vergnügen angenommen. Und noch etwas: Als Tatortkommissar erreicht man in Deutschland außerordentliche Berühmtheit. Auch am Theater und als Sprecher hat Axel sein Können bewiesen. Er hätte allen Grund, sich etwas darauf einzubilden. Aber mit Starallüren hat er nichts am Hut. Wir arbeiten schon seit Jahrzenten immer wieder miteinander, und es hat sich nichts daran geändert.

Und warum macht es Spaß, mit Katja Flint eine Komödie zu drehen, Herr Milberg? 

Katja und ich kennen uns fast 30 Jahre, sind Freunde. Und ja, sie ist sehr professionell und strukturiert. Beides kann man nicht hoch genug einschätzen. Sie ist an allem interessiert, mitteilsam und lacht gerne. Selbst wenn mal etwas nicht klappt oder jemand distanzlos und ruppig auftritt, Katja schüttelt lachend den Kopf und staunt darüber eher, als dass sie schwierig wird. 

Was wird Ihnen von den Dreharbeiten besonders in Erinnerung bleiben?

KF: Unsere Kiffszene und wie‘s dann weiterging. Leider musste ein Teil rausgeschnitten werden, wahrscheinlich, damit der Film  jugendfrei bleibt und um 20.15 Uhr ausgestrahlt werden kann (lacht).
AM: Ossis spielen hier ja Ossis, Wessis Wessis. Das ist wirklich ein Vergnügen. Man spürt eine andere Schule, ein anderes Handwerk – großer Respekt!


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