Die Spannende Reise in die Psyche einer Spionin

Statement von Produzentin Ariane Krampe und Redakteruin Dr. Barbara Buhl

UNSICHTBARE JAHRE: Die Stasi-Mitarbeiter Andreas L. (Hannes Wegener) und Gerhard P. (David Rott, r) werben in Frankfurt die VWL Studentin Bea Kanter (Julia Koschitz) an.
Bea lässt sich vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR als Agentin anwerben.

»Als wir das Drehbuch von 'Unsichtbare Jahre' mit der Autorin Hannah Hollinger zu entwickeln begannen, war uns schnell klar, dass wir nicht die typische externale Spionagegeschichte erzählen wollten, sondern das Portrait des Menschen dahinter.

Der Psycho- und Spionage-Thriller 'Unsichtbare Jahre' ist ein atmosphärisch dichter Film, der das Psychogramm einer Frau entblättert, die nach außen hin scheinbar perfekt funktioniert, aber in Wahrheit ein zerrissenes, fast schizoides Leben führt.

Die strebsame, hochrangige Beamtin des Auswärtigen Amtes in Westdeutschland ist auch als Spionin für die Staatssicherheit der DDR tätig. Bea Kanter, die Tochter aus dem gehobenen Bürgertum, schmuggelt jahrelang vertrauliche Unterlagen an den kommunistischen Feind weiter. Sie handelt in dem unbedingten Glauben daran, richtig zu handeln, auch weil sie die konservativen politischen Ansichten ihres Vaters ablehnt.

Unterschätzt hat sie dabei die Last, den Menschen um sie herum eine Person vorspielen zu müssen, die sie im Inneren gar nicht ist. Auch die erdrückende Einsamkeit und die ununterbrochene Angst, entlarvt zu werden, bringen sie an ihre Grenze. Bald weiß sie nicht mehr, was richtig oder falsch ist. Immer öfter stellt sie sich die Frage, wer sie eigentlich wirklich ist. Welche ihrer Vorlieben, Wünsche und Ziele sind real und welche wurden erfunden, um dem höheren Plan, dem Sturz der BRD, zu dienen?

Die Figur der Spionin Bea Kanter und die rein fiktionale Handlung entstanden nach einer intensiven Recherche und sind eine Verschmelzung vieler unterschiedlicher Erlebnisberichte, Artikel und veröffentlichter Stasi-Akten. Von Beginn an war der Film für uns eine spannende Reise in die Tiefen der Psychologie und in die Welt der Ost/West-Spionage, die einen nationalen und internationalen Nerv trifft.

Johannes Fabrick hat die Geschichte sensibel und ohne falsches Pathos umgesetzt, und inszenierte die innere und äußere Einsamkeit von Bea Kanter – von Julia Koschitz unvergleichlich umgesetzt – sehr einfühlsam und bewegend.«

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