Vier Fragen an Jörg Himstedt

Redakteur

Merle Schlien (Luise Befort) und ihr Vater Lutz Schlien (Marko Dyrlich).
Szenenbild: Merle und ihr Vater Lutz Schlien.

Herr Himstedt, der neue Fall von Anna Janneke und Paul Brix ist eine Mischung aus klassischem Kriminalfall und zahlreichen Horror-Elementen. Was waren die Herausforderungen beim Entwickeln des Drehbuchs?

Die Herausforderung war, einen Genremix zu finden, der mit den eigenen Mitteln souverän umgeht. Das heißt, wir mussten einen Weg finden, den klassischen Ermittler-Tatort mit dem Genre des Horrorfilms zu verbinden und beide Genres dabei ernst zu nehmen. Ein "Hybrid-Tatort" sozusagen.

Wie schafft es der Film, sowohl Krimi- als auch Horrorfans zufriedenzustellen?

Indem wir zwei Stränge parallel erzählen. Der Nukleus des Unheils befindet sich im Haus des Kommissars. Er öffnet die Büchse der Pandora, und ab da beginnt der Horror. Während Anna Janneke und Brix‘ Mitbewohnerin Fanny im Haus mit übernatürlichen Phänomenen konfrontiert werden, beginnt der Kommissar mit den Ermittlungen in einem Mordfall, die für ihn zu einer Reise in die finstere Vergangenheit seines Hauses und dessen ehemaliger Bewohner werden. Die Lösung des Falles und das Brechen des Fluchs können am Ende aber nur im "Haunted House" geschehen.

Was war das Besondere beim Dreh? Wie sind die Schauspieler mit dem Genremix des Films am Set umgegangen?

Der Horrorfilm und der Aufbau von Schockmomenten erfordern eine gewisse Arithmetik, die dazu führt, dass die Schauspieler manchmal sehr "technisch" agieren müssen und dass der Dreh dadurch etwas kleinteilig wird. Ein Horrorfilm erfordert viele Details, die im Schnitt – zusammen mit den Soundeffekten und der Musik – eine große Rolle spielen. Das hat aber niemanden davon abgehalten, eine geradezu kindliche Freude am Spiel zu entwickeln. Besonders für Zazie de Paris in der Rolle der Fanny, die vom Geist besessen ist, war es eine schauspielerische Tour de force, die sie großartig bewältigt hat.

Würden Sie diesen Tatort mit Ihren Kindern anschauen?

Ja, unbedingt. Der Horrorfilm und der Kriminalfilm sind ja quasi eine Fortführung des Märchenerzählens. Eine wohlige Mischung aus Grusel und Suspense in der Geborgenheit des Wohnzimmers.

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