Interview mit Maxim Leo

Autor des "Tatort: Wahre Liebe"

»Dieser Prozess ist magisch, vor allem für einen Schreiber wie mich, der daran gewöhnt ist, mit seinen Worten allein zu bleiben.«

Sie beschäftigen sich als Autor regelmäßig mit Beziehungsthemen. Im "Tatort: Wahre Liebe" suchen Männer und Frauen den Traumpartner im Internet. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Krimi im Umfeld einer Online-Partnerbörse anzusiedeln?

Ich schrieb eine Geschichte für die "Berliner Zeitung", in der es um eine Internet-Liebes-Agentur ging. Ich führte ein langes Interview mit der Psychologin, die einen Algorithmus zur Partnersuche entwickelt hatte. Das ist eine mathematische Formel, mit deren Hilfe man berechnen kann, so die Psychologin, ob ein Paar zusammenpasst oder nicht. Während des Gesprächs dachte ich plötzlich: Diese Frau wäre ein interessantes Mordopfer. Weil sie zu einer Art Liebes-Göttin wird, die darüber entscheidet, wer beziehungsfähig ist und wer nicht. Eine interessante, aber auch gefährliche Rolle. Na ja, so fing alles an.

Sie sind als Journalist und Buchautor erfolgreich. Wie kam es zu dem Schritt, jetzt auch für das Fernsehen zu schreiben?

Ich wollte das mal probieren, weil es mich interessiert hat, etwas zu schreiben, was sich später in Bilder verwandeln würde. Dieser Prozess ist magisch, vor allem für einen Schreiber wie mich, der daran gewöhnt ist, mit seinen Worten allein zu bleiben. Ich habe es sehr genossen, zusammen mit der Produzentin Sonja Goslicki und dem Redakteur Frank Tönsmann über den Stoff nachzudenken, ihn zu entwickeln und schließlich vom Regisseur André Erkau zum Leben erwecken zu lassen.

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