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09.02.2012

30 Jahre Videotext
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Seit 1980 auf den Punkt

 

ARD-Text-Mitarbeiter Marco Käber (Bild: ARD/rbb/Oliver Ziebe) Bild vergrößern Bildunterschrift: ARD-Text-Mitarbeiter Marco Käber bei der Live-Untertitelung ]
Mit 75 Tafeln im Programm startete der Videotext am 1. Juni 1980. Redaktionsleiter Alexander Kulpok kündigte an, die Redaktion werde programmbegleitende,
programmergänzende und programmerläuternde Informationen auf die Tausende von Punkten der Bildröhre bringen.

Beteiligt waren auch fünf überregionale Tageszeitungen, die auf 15 Tafeln eine Pressevorschau lieferten. Für das Programm, zunächst ein auf zwei Jahre angelegter Test, zeichneten ARD und ZDF gemeinsam verantwortlich.

Zeitautonomie

Dem Zuschauer bescherte das neue Medium eine völlig neue Erfahrung: Er konnte nun selbst entscheiden, wann er sich über die Ereignisse des Tages informierte. Da Nachrichten sofort auf Sendung geschickt werden konnten, war das Videotext-Angebot hochaktuell.

Zudem war das Angebot des Videotexts jederzeit abrufbar. Videotext-Nutzer mussten nicht warten, bis die "Tagesschau" lief oder die Nachrichtensendung im Radio kam, um auf dem neuesten Stand zu sein. Sie drückten einfach eine Taste ihrer Fernbedienung.

Das Wichtige in wenigen Worten

Auch an die Redaktion stellte das neue Medium ganz eigene Anforderungen. Wegen des beschränkten Platzes auf einer Videotext-Tafel mussten die Meldungen knapp formuliert sein.

Bis heute gilt: Eine gute Videotext-Meldung filtert den Kern der Nachricht heraus und vermitteltet das Wichtige in wenigen Worten.


16 Millionen Nutzer täglich

30 Jahre nach dem Start lässt sich sagen, Videotext hat sich durchgesetzt. Auch in Zeiten des Internets hat er immer noch viele Fans: Nach neueren Studien schalten knapp 16 Millionen Menschen die Teletexte der deutschen Fernsehsender täglich ein.

Im Jahr 2007 sank die Nutzerzahl zum ersten Mal – wohl auch, weil bei neuen Fernsehern mit EPG die laufende und die folgende Sendung standardmäßig beim Umschalten eingeblendet werden.

Abends am stärksten genutzt

Am stärksten nutzen die Zuschauer Videotext am Abend, also, wenn der Computer schon runtergefahren ist. Am meisten gesehen werden neben den Programminformationen aktuelle Nachrichten aus Sport und Politik.

Bei Sport-Großereignissen wie den Olympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften im Fußball steigt die Nutzerzahl regelmäßig deutlich an.

Seiten und Ausspielwege vervielfacht

Die Zahl der Seiten im Videotext und die Ausspielwege haben sich gegenüber dem Start im Jahr 1980 deutlich vervielfacht.

Der Nachrichtenstil hingegen bleibt ein ganz eigener, denn Videotext-Tafeln bestehen aus 24 Zeilen mit je 40 Anschlägen, drei Viertel davon für die Nachricht: Die Anforderungen an eine gute Meldung bleiben also dieselben wie schon 1980.

Auf den neuesten Stand bringen

Man könnte sagen: Was Twitter seinen Autoren im Internet bietet, bietet Videotext seinen Empfängern. Wer etwas teilen, aber gerade keinen langen Blogeintrag schreiben will, kann zwischendurch einfach einen "tweet" absetzen, eine Nachricht von maximal 140 Zeichen Länge.

Wer gerade keine Lust hat, lange Artikel über die aktuellen Ereignisse zu lesen, aber auf dem Laufenden sein will, schaltet zwischendurch den Videotext ein. Dort findet er Nachrichten auf den Punkt. Seit 30 Jahren. Heute auch im Netz und auf dem Handy.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW