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Aufmachergrafik zu Die großen Kriminalfälle
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Der Hammermörder – Blutspur eines Polizisten

(Erstausstrahlung: 24.05.2001)

Das Wohnhaus des Täters (Bild: dpa) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Das Wohnhaus des Täters in Strumpfelbach/Backnang. ]
Mitte der achtziger Jahre verbreitet eine mysteriöse Mordserie Angst und Schrecken in der schwäbischen Provinz. Der Täter lauert seinen Opfern in der Nähe von einsamen Waldparkplätzen auf, schießt immer mitten ins Gesicht – nur, um sich ein Fluchtauto zu beschaffen und anschließend kleine Bankfilialen zu überfallen. Mit aller Wucht schlägt er mit einem kiloschweren Vorschlaghammer ein Loch in die Sicherheitsverglasung der Kassenhäuser, streckt seine Pistole durch und verlangt Bargeld. Schon nach dem zweiten Überfall wird er nur noch "der Hammermörder" genannt.

Die Polizei steht unter gewaltigem Erfolgsdruck. Sie will nicht wahrhaben, was sich in den ersten Monaten bereits abzeichnet: Der Täter stammt aus den eigenen Reihen, er ist Polizist. Kurz bevor die spektakuläre Verbrechensserie aufgeklärt werden kann, tötet der Mann seine Familie und schließlich sich selbst: Der Täter, damals 34, Polizeiobermeister bei der Hundestaffel Stuttgart-Mühlhausen.

Bis heute stehen ehemalige Kollegen vor einem Rätsel: der lustige Kollege, der hilfsbereite, freundliche Beamte ein brutaler Massenmörder? Die Nachbarn aus dem kleinen Ort Strümpfelbach bei Backnang können es immer noch nicht fassen: der Familienmensch, der Kindernarr und Hundefreund, gleichzeitig ein gesuchter Schwerverbrecher? Niemand kann es sich erklären, und doch ist es geschehen.

Im Grunde genommen eine schwäbische Geschichte: Ein kleiner Beamter gewinnt 30.000 DM im Lotto, der Grundstock fürs "Häusle". Der Bau gerät zu groß, die Inneneinrichtung zu luxuriös, vor der Tür ein dicker Mercedes, die Banken geben zu viel Kredit. Am Ende hat die fünfköpfige Familie im Monat ganze 250 Mark zum Leben.

Der finanzielle Druck, der Druck, die Fassade aufrecht zu erhalten, den sozialen Status nicht wieder aufzugeben, kann als Erklärung für die Banküberfälle herhalten. Aber wie erklärt sich die unglaubliche Brutalität, mit der dieser Mann die Morde an den Autobesitzern begeht? Wie lässt sich die "Hinrichtung" seiner Frau und seiner unschuldigen Kinder durch Kopfschüsse erklären?

Der Film zeichnet die Lebensstationen des "Hammermörders" nach, seinen Weg vom Biedermann zum Brandstifter. Es werden Freunde, Kollegen, Journalisten und Kripo-Beamte befragt. Mögliche Tatmotive, Spekulationen über die Psyche des Täters, aber auch die Fahndungsarbeit der Polizei wird thematisiert, die Pannen und die Hilflosigkeit während der Suche nach dem Serienkiller.

Sendetermin
Di, 23.04.13 | 22:30 Uhr
SWR Fernsehen