DasErste.de - Springe direkt zu

Inhalt.
Hauptnavigation.
Suche.

Inhalt

Hans Rosenthal

Hans Rosenthal in seiner Sendung "Dalli Dalli" (Bild: WDR/Interfoto) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Hans Rosenthal bei seinem legendären "Dalli Dalli"-Sprung ]
Ein Sprung in die Höhe mit ausgestreckten Zeigefingern, dazu der Ruf: "Sie sind der Meinung, das war spitze!" Mit diesem Markenzeichen aus seiner Sendung "Dalli Dalli" wurde Hans Rosenthal in der ganzen Nation bekannt. Sein einfühlsamer und unkomplizierter Umgang mit den Kandidaten machte ihn beim Publikum zu einem der beliebtesten Moderatoren der 70er und 80er Jahre. "Dalli Dalli" markierte auch den beruflichen Höhepunkt in seinem Leben, das tragisch begann und tragisch endete.

Im Gegensatz zu seiner friedlichen Kindheit, die der talentierte Fußballer Hans Rosenthal in Berlin/Prenzlauer Berg verlebt, ist seine Jugend ein tragischer Kampf ums Überleben. Als Jude von den Nazis verfolgt, muss er Zwangsarbeit leisten. Als Rosenthal gerade zwölf Jahre alt ist, stirbt sein Vater. Fünf Jahre später auch die Mutter. 1943 wird sein kleiner Bruder nach Riga deportiert und kehrt nie zurück. Hans Rosenthal ist nun völlig auf sich gestellt. Zwei Jahre wird er von zwei deutschen Frauen in einer Laubenkolonie vor den Nazis versteckt.

Bestärkt durch die Erfahrung mit den beiden Helferinnen, gelingt es ihm später, ein neues Leben in Deutschland aufzubauen – ohne Ressentiments gegen das deutsche Volk. Er nennt es selbst sein zweites Leben. Schnell will er sich zurückholen, was ihm genommen wurde: Er heiratet mit 22, will eine Familie gründen. Er wünscht sich einen Sohn, um ihn nach seinem verschollenen Bruder Gert zu nennen. Er arbeitet wie ein Getriebener, um sich Respekt und Anerkennung zu holen.

Rosenthal ist durch die Zeit der Verfolgung für sein Leben geprägt: Er hasst Ungerechtigkeiten und stellt sich ihnen in den Weg. Wo er kann, bietet er seine Hilfe an. Die Angst, ihm könne ein zweites Mal alles genommen werden, lässt ihn zu einem Perfektionisten in der Arbeit werden. Schnell arbeitet er sich zum Unterhaltungschef beim Rias Berlin hoch.

Doch er will ständig mehr. Die verlorene Zeit, der Verlust seiner Jugend, treibt ihn dazu, sich immer mehr Arbeit aufzuladen. Als er nach über 30 Jahren beim Rias kündigt, um sich noch einmal selbstständig zu machen, vermarktet Rosenthal geschäftstüchtig seinen guten Namen, aber die Gesundheit spielt nicht mit.

Im Alter von 61 Jahren treiben ihn starke Schluckbeschwerden zum Arzt. Die Diagnose lautet Magenkrebs. Der Arzt gibt ihm noch ein Vierteljahr Lebenszeit. Hans Rosenthal versucht dagegen anzukämpfen, aber nach einigen schweren Operationen muss er Ende Januar 1987 geschwächt und abgemagert aufgeben. Er stirbt am 10. Februar 1987. Mit ihm ging einer der beliebtesten deutschen Fernsehmoderatoren der 80er Jahre.

Film von Lothar Schröder

Sendetermin
Mo., 30.08.10 | 21:00 Uhr
Das Erste