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Falsche Düfte

PlayZwei Parfum-Flakons von Chanel nebeneinander.
Falsche Düfte | Video verfügbar bis 10.04.2020 | Bild: picture alliance/dpa / Matthias Balk

- Parfum-Fälschungen sind nur schwer zu erkennen.
- Mögliche Gefahr durch Schadstoffe.
- Behörden führen keine engmaschigen Kontrollen durch.

Die Namen der Parfums sind klangvoll, die Verpackung wertig – und der Preis scheinbar extrem günstig. Doch es handelt sich um Markenfälschungen – und die können sogar Schadstoffe enthalten.  

Vermeintliche Superschnäppchen

Mitte Februar stellte die Staatsanwaltschaft Kleve 5.400 Flakons sicher. Pro Paket zum Beispiel drei Flakons – zum Preis von insgesamt 15 Euro. Zu kaufen waren sie in einem Bekleidungsgeschäft – offen im Regal.

Häufig findet man die vermeintlichen Parfum-Schnäppchen auch auf dem Flohmarkt. Die Preise sind verlockend: 100 ml „Armani ,Si’“ für 30 statt rund 100 Euro. Oder „Coco mademoiselle“ für 25 Euro statt regulär gut 110 Euro. Die Verkäufer begründen die günstigen Preise gerne mit angeblichen Großhandelsrabatten. Doch tatsächlich handelt es sich häufig um Fälschungen.

Details verraten die Fälschung

Plusminus macht den Test und nimmt das falsche „Armani ,Si’“ vom Flohmarkt und ein Original genauer unter die Lupe. Wenn man genau hinschaut, kann man die Unterschiede sehen. Beispielsweise beim kleinen Schlauch, der mit der Sprühdüse verbunden ist. Bei dem echten Produkt ist er fast durchsichtig, bei der Fälschung gut zu sehen.   

Fälscher werden immer professioneller

Solche Merkmale zu erkennen, ist gar nicht so einfach. Martin Ruppmann, Geschäftsführer des Kosmetikverbands, kennt fast alle. Aber selbst er muss teils genau hinschauen, um zu erkennen, ob es sich um Original oder Fälschung handelt. Teilweise sind es zum Beispiel Packungsgrößen, die ihn auf die Spur bringen – dann nämlich, wenn es diese Größen gar nicht regulär zu kaufen gibt. 

Schwermetall im Duftstoff

Die Fälscher würden immer professioneller, sagt Martin Ruppmann, die Kopien zumindest äußerlich immer besser. Das Problem: „Wir wissen nicht, was hier enthalten ist – da kann alles drin sein.“ Es seien bereits Schwermetalle gefunden worden - und Urin als Farbstoff. 

Fragt sich, ob man Fälschungen auch am Duft erkennen kann. Die ausgebildete Parfumeurin Marie Urban erkennt beim Armani-Duft sofort den Unterschied. Bei „Coco Mademoiselle“ von Chanel urteilt sie: „Da ist offensichtlich keine natürliche Rose drin, da ist kein Jasmin drin.“

Keine engmaschigen Kontrollen der Behörden

2018 stellte der Zoll Parfum und Kosmetik im Wert von gut fünf Millionen Euro sicher. Die Fälschungen werden gewöhnlich zerstört. Doch der Nachschub kommt - meistens aus China. Und die Kontrollen sind dürftig, wie Plusminus-Recherchen zeigen. 

Auf Nachfrage bei verschiedenen Kommunen und der Bezirksregierung Köln nach der Dichte von Kontrollen zeigt sich ein Zuständigkeits-Wirr-Warr. Außerdem wird über zu wenig Personal geklagt. Dichte Kontrollen gibt es offenbar nicht.  

Fazit: Wer sicher Originaldüfte kaufen will, der muss schon ganz genau hinschauen. Der Kosmetikverband rät zum Kauf in einer Parfümerie, der man vertraut. 

Stand: 10.04.2019 23:16 Uhr

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Westdeutscher Rundfunk
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