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Durstige Mandeln: Kampf ums Wasser in Kalifornien

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Durstige Mandeln: Kampf ums Wasser in Kalifornien | Video verfügbar bis 23.01.2020 | Bild: picture alliance/ZUMA Press / Joan Barnett Lee

– Der Anbau von Mandeln verbraucht riesige Mengen Wasser.
– In Kalifornien wachsen 80 Prozent der weltweit verkauften Mandeln.
– Es entsteht Wassermangel durch Grundwasser-Brunnen.

Der Delta Smelt ist ein Fisch im Delta des Sacramento-Rivers in Kalifornien. Acht Zentimeter lang ist der kleine Fisch und könnte zum Verlierer einer politschen Diskussion werden. Dabei geht es um seinen Lebensraum – Wasser.

Das ist in Kalifornien knapp und wird nicht nur vom Delta Smelt beansprucht, sondern auch von der Landwirtschaft und dabei besonders von den Mandel-Farmern.

Die Nachfrage nach Mandeln wächst

80 Prozent aller weltweit verkauften Mandeln stammen aus Kalifornien. Dank eines riesigen Aquädukts, das Wasser vom regenreichen Norden Kaliforniens in den Süden des Landes bringt, entwickelte sich das Central Valley von einem trockenen Wüstental zu einem der produktivsten Agrargebiete der Welt.

Hier hat Mandelfarmer David Phippen seinen Betrieb – und freut sich über die wachsende Nachfrage aus Europa. Drei Millionen Tonnen Mandeln produzierte seine Farm im vergangenen Jahr. Tendenz steigend. Das Problem: Mandeln sind extrem durstige Pflanzen. Bis zu 15.000 Liter Wasser braucht man, um ein Kilo zu produzieren.

Farmer bohren Grundwasserbrunnen

Umweltschützerin Carolee Krieger ist sich sicher, dass es für den Mandelanbau in Südkalifornien eigentlich nicht genug Wasser gibt – und wird von Anwohnern des Tals in dieser Annahme bestätigt. 2014 konnte das Aquädukt aus dem Norden wegen einer Jahrhundertdürre nicht mehr genug Wasser liefern, die Farmer bohrten kurzerhand Grundwasserbrunnen. Seitdem konkurrieren Landwirtschaft und Menschen um das knapper werdende Wasser.

Wassermangel bei den Bewohnern

Viele der Anwohner im Tal sind nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen. Und seit die Farmer das Grundwasser angezapft haben, so klagen sie, seien ihre Brunnen ausgetrocknet. Mittlerweile müssen sie von der Stadtverwaltung über Wassertanks versorgt werden.

Delta Smelt wird für Wasserknappheit verantwortlich gemacht

Was hat das alles mit dem kleinen Delta Smelt zu tun? Der Fisch lebt im Delta des Sacramento Rivers. Seit mehr Wasser aus dem Delta zu den Farmen im Süden abgepumpt wird, drückt Salzwasser aus dem Meer ins Delta - und vernichtet damit den Lebensraum des Fischs.

Unterstützung der Farmer durch Donald Trump

Die kalifornischen Umweltbehörden haben daher die Wassermenge beschränkt, die abgepumpt werden darf. Sehr zum Ärger der Farmer, die auf einen mächtigen Verbündeten zählen können: Donald Trump. Der kritisierte das Vorgehen der Umweltschützer – und macht sie dafür verantwortlich, dass den Farmern das Wasser fehlt.

"Es ist leicht, dem Fisch die Schuld geben, so dass die Leute die wahren Gründe für die Wasserprobleme nicht sehen – die vielleicht eher damit zu tun haben, wie sie Landwirtschaft betreiben", so Peter Moyle von der Universität Davis, die eine Schutzstation für den Delta Smelt betreibt.

Genauer Anbauort steht nicht auf der Packung

Der Mandelboom fordert einen hohen Preis - und das ausgerechnet an einem der trockensten Orte der Erde, in Südkalifornien. Mandeln aus den kleineren Anbaugebieten im regenreichen Norden des Staates wären besser, sagen Umweltschützer. Auf den Packungen steht als Herkunftsort nur Kalifornien.

Autor: Matthias Fuchs
Bearbeitung: Peter Schneider

Stand: 13.09.2019 00:05 Uhr

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Westdeutscher Rundfunk
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