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Hyaluron-Behandlung: Das schnelle Geschäft mit riskanten Spritzen

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Hyaluron-Behandlung: das schnelle Geschäft mit riskanten Spritzen | Video verfügbar bis 17.07.2020 | Bild: WDR

  • Weniger Falten, volle Lippen – der Markt für Hyaluron-Behandlungen und Hyaluronprodukte boomt. Spritzen darf das vermeintliche Wundermittel nur ein Arzt oder Heilpraktiker.
  • "Plusminus" zeigt, wie es tatsächlich oft läuft mit gravierenden Folgen für die Patientinnen.

Hyaluron verspricht weniger Falten und volle Lippen. Durch seine Fähigkeit, große Mengen Wasser zu binden, lässt es die Haut praller aussehen. Das Mittel wird dafür unter die Haut gespritzt – ein Eingriff, der keinesfalls harmlos ist.

Nebenwirkungen können gravierend sein

Es kann bei unsachgemäßer Anwendung zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen. Neben Infektionen sind auch so genannte Hautinfarkte möglich, bei denen ganze Hautpartien absterben können. Für Patienten ist das nicht nur schmerzhaft und belastend, sondern kann durch notwendige Nachbehandlungen auch teuer werden. Denn die Krankenkasse kommt für Folgeschäden aus solchen unsachgemäßen Behandlungen nicht unbedingt auf.

Nur Mediziner dürfen Hyaluron spritzen

Wegen der Risiken darf Hyaluron nur spritzen, wer ein Medizinstudium abgeschlossen oder die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde hat. Das heißt: nur Ärzte – ausgenommen Zahnärzte – und Heilpraktiker. Zudem muss jede Injektion genauestens in einen Patientenpass dokumentiert werden.

Doch nicht selten wird Hyaluron auch bei Friseuren oder Schönheitssalons angeboten. Das Spritzen durch Laien ist strafbar – das Werben für Hyaluronbehandlungen, der Kauf oder das Anbieten von Hyaluronprodukten jedoch nicht. Man kann Hyaluron legal im Internet kaufen, es ist nicht verschreibungspflichtig.

Ärztekammer will Änderung der Gewerbeordnung

Die Ärztekammer Nordrhein sieht das kritisch und versucht seit Jahren Änderungen durchzusetzen, sagt sie uns. "Man müsste eine Regel finden, damit auch die Ankündigungen verboten sind. Das bedarf dann einer klugen Gesetzgebung einerseits, andererseits Systeme, die die Kontrolle ausüben. Das erfordert auch staatlich mehr Arbeit", teilt die Ärztekammer auf Anfrage mit.

Werbung für Behandlungen ist legal

Es darf bis dahin auch auf Messen oder in Schönheits- oder Friseursalons für invasive medizinische Hyaluron-Behandlungen geworben werden oder Produkte vertrieben werden. Der entscheidende Punkt ist, wer nimmt die Behandlung vor?

Behandlung durch Ärzte

Fakt ist: Ärzte dürfen nur in medizinischen Einrichtungen behandeln, so die Ärztekammer. Verstöße dagegen können mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld geahndet werden. Auf Anfrage, wo invasiv Hyaluron gespritzt werden darf, erfährt Plusminus von der Ärztekammer Nordrhein: "Laut der Berufsordnung (§17) der Ärztekammer Nordrhein ist die Ausübung ambulanter ärztlicher Tätigkeit außerhalb von Krankenhäusern einschließlich konzessionierter Privatkliniken an die Niederlassung in eigener Praxis gebunden."

Richtigstellender Hinweis:
Wir haben den Beitrag (Video) in einer kurzen Bildsequenz geändert. Wir weisen darauf hin, dass das Unternehmen Croma-Pharma GmbH und dessen Produkte keine Verbindung zu den im Beitrag gezeigten illegalen, gefährlichen und gesundheitsschädlichen medizinischen Handlungen haben.

Stand: 09.08.2019 12:02 Uhr

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Westdeutscher Rundfunk
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