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Legendäre Experimente (1): Stanford Prison

Ciani-Sophia Hoeder wird in den USA von ehemaligen Teilnehmern des weltberühmten Stanford Prison Experimentes Erstaunliches erfahren.
Ciani-Sophia Hoeder wird in den USA von ehemaligen Teilnehmern des weltberühmten Stanford Prison Experimentes Erstaunliches erfahren. | Bild: WDR/Bilderfest GmbH / Krischan Dietmaier

Können Menschen innerhalb kurzer Zeit durch eine besondere Situation zu Gewalttätern werden? Dies will der amerikanische Psychologe Prof. Philip Zimbardo 1971 mit dem heute legendären Stanford Prison Experiment herausfinden und damit die katastrophalen Zustände in den Gefängnissen in den USA anprangern. Ciani-Sophia Hoeder durchleuchtet mit ehemaligen Teilnehmern und Experten das Experiment: Was ist damals passiert? Ist es wissenschaftlich korrekt durchgeführt worden? Und welche Relevanz haben die Ergebnisse heute noch?

Das Stanford Prison Experiment ist eines der berühmtesten Experimente der Psychologie. Prof. Philip Zimbardo lässt männliche Studenten im Keller der Stanford Universität eine Gefängnissituation simulieren, eingeteilt in Wärter und Gefangene. Das Experiment läuft aus dem Ruder, die Wärter misshandeln die Gefangenen und nach sechs Tagen muss es vorzeitig abgebrochen werden. Trotzdem zeigt das Experiment für Zimbardo, dass die Situation allein normale Menschen innerhalb kürzester Zeit zu Gewalttätern machen kann. Das Echo in der Fachwelt ist damals gewaltig. Doch heute steht die Schlussfolgerung des Psychologen stark in der Kritik.

Ciani-Sophia Hoeder trifft in den USA zwei ehemalige Teilnehmer: einen der Wärter und einen der Gefangenen. Sie begegnen sich zum ersten Mal wieder. Wie werden sie reagieren? Wie haben sie das Experiment erlebt und welche Auswirkungen hat das für sie bis heute?

Der französische Wissenschaftler Thibault Le Texier von der Sorbonne Université beschäftigt sich seit Jahren mit den Originalaufnahmen und -aufzeichnungen des Stanford Prison Experimentes. Für den Historiker ist klar, dass Prof. Philip Zimbardo die Studenten damals zu Gewalt angestiftet und somit die Ergebnisse stark beeinflusst hat. In der Analyse mit Ciani-Sophia Hoeder kommt er zu dem Ergebnis: „Wenn du ihnen sagst, was sie tun sollen, ist das keine Wissenschaft!“

Auch der schottische Wissenschaftler Prof. Stephen Reicher von der St. Andrews Universität steht dem Stanford Prison Experiment sehr kritisch gegenüber. Der Sozialpsychologe hat mit einem Kollegen 2001 das Experiment für die BBC wiederholt und ist zu neuen Erkenntnissen gekommen. Für ihn spielt die Toxizität eine besondere Rolle, damals wie heute.

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Westdeutscher Rundfunk
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