[W] wie Wissen: Sendetermine

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Samstag ist [W] wie Wissen-Tag | Bild: imago stock&people

12. November: Was macht das Glück mit uns?

Maximilian Schwarzhuber aus Wolnzach ist Extremsportler – mit zwei Beinprothesen. Er läuft Marathon, radelt in 48 Stunden quer durch Deutschland und sagt erstaunlicherweise von sich: "Meine Amputation hat mir Glück gebracht."

Während wir bei Maximilian Schwarzhuber das Unglück vermuten und das Glück finden, ist es bei Achim Bubert genau andersherum. Der Jackpot im Lotto – Spiel 77. Doch das Glücksmärchen wurde bald zum Albtraum.

In der Sendung wird versucht, dem Glück auf die Spur zu kommen: Mit zwei Glücksgeschichten und zwei Experten und einer Expertin, die die schönste aller Emotionen erforschen oder sogar unterrichten: der Neurowissenschaftler Tobias Esch, der Ökonom Karl-Heinz Ruckriegel und die Glückslehrerin Belma Günther.

Glück ist auch in der Wissenschaft schwer zu fassen: Es wird versucht, es in Wohlstand zu messen, es gibt Glücks-Checklisten, Umfragen, Hirnscans. Inzwischen gibt es immerhin einige feste Parameter, denen alle Glücksforscherinnen und –forscher zustimmen: Gesundheit, Geld, Großzügigkeit, Gemeinschaft – all diese Dinge beeinflussen unser Glücksgefühl. In Skandinavien sind die Menschen scheinbar am glücklichsten. Die Deutschen sind laut aktuellem “Glücksatlas” gerade in einer regelrechten Glücks-Delle. Was tun? Gibt es eine Formel oder ein Rezept zum Glücklichsein?

19. November: Was macht der Hass mit uns?

Hass scheint uns die Evolution mitgegeben zu haben, damit wir in extremen, lebensbedrohlichen Situationen reagieren können. Aber was ist Hass eigentlich? Die Überraschung: Hass wissenschaftlich zu definieren, ist extrem schwierig, denn es gibt kaum wissenschaftliche Studien. Der Grund: Es ist ethisch nicht vertretbar, ein so starkes Gefühl unter Laborbedingungen zu provozieren.

Ist die Gesellschaft dem Hass schutzlos ausgeliefert? Was macht der Hass mit uns? Und kann jeder etwas dagegen tun?

Verschiedene Wissenschaftler bringen uns näher, was Hass sein könnte. Außerdem kommt ein Polizist zu Wort, der in den letzten Monaten in seinem Beruf Hass erfahren musste und Einblick in seine Bewältigungsstrategien gibt. Und eine Hilfsorganisation wird vorgestellt, an die sich alle wenden können, die Hassbotschaften bekommen.

10. Dezember: Was macht Ekel mit uns?

Wir alle kennen das reflexhafte körperliche Unbehagen, das bis zu Erbrechen oder Ohnmacht führen kann, wenn etwas eitert, stinkt oder verschimmelt. Der Ekelreiz kann ein Schutzmechanismus sein, um uns vor Gesundheitsgefahren zu warnen - oder aber das Symptom einer Angst-Störung wie bei der Spinnenphobie. Die gute Nachricht: Wir können lernen mit unseren Ekelgefühlen umzugehen.

Die Künstlerin Sandra Bejarano spielt in ihren Arbeiten mit Tabus und Ekelreflexen. Sie fragt: Warum sind lebensnotwendige Körperflüssigkeiten, wie Speichel, Blut oder Schweiß, so abstoßend, wenn sie den Körper verlassen haben? Dabei ist auch der jungen Frau Ekel nicht fremd – sie testet ihre eigenen Grenzen. Reaktionen des Publikums beweisen: Kunst zwischen Ekel und Ästhetik provoziert, aber ermutigt auch über die gesellschaftliche Prägung von Ekel und Scham nachzudenken.
Forschende messen, wie sich Ekel-Emotionen durch Geruch und Geschmack aber auch durch Bilder und unsere Sprache erzeugen lassen. Sie fragen auch: Wie werden abfällige Bezeichnungen genutzt, um uns von Minderheiten oder politischen Gegnern emotional abzugrenzen? Ekel kann das Leben unterbewusst einschränken, deshalb wollen Forschergruppen unsere Abwehremotion beherrschbarer machen.
Die Coronapandemie hat mit der Angst vor Ansteckung und sozialer Distanz auch unsere Ekelwahrnehmung verstärkt. Sich die eigenen Ekelreflexe bewusst zu machen und sie besser in den Griff zu bekommen, lohnt sich gerade jetzt: Wer selbstbestimmt und überlegt seine Ekelgrenzen zieht, kann vom Schutz dieses mächtigen Abwehrreflexes profitieren.