[W] wie Wissen: Sendetermine

Ein Datum eines Kalenderblatts
Samstag ist [W] wie Wissen-Tag | Bild: imago stock&people

15. Dezember: Die Zeit drängt!

Dauerhaft Winterzeit – oder besser Sommerzeit?  Oder die Umstellung lieber doch beibehalten?  Eine emotional geführte Debatte – ohne eine "richtige" Lösung. So oder so – die Zeit bestimmt unser Leben.  Hilft uns hier die Biologie?

Takt der Gesundheit – Chronomedizin

Warum treten Asthmaanfälle meist nachts auf und warum ist das Herzinfarktrisiko um 8 Uhr morgens am höchsten? Fragen, auf die Chronobiologen und Mediziner überraschende Antworten haben. Der Schlüssel dazu ist unsere innere Uhr. Sie tickt in jedem Organ unseres Körpers und beeinflusst, welche Gene gerade aktiv sind. Hormone, Herz-Kreislauf-System und Gehirn folgen diesem Rhythmus und damit auch viele Krankheiten und deren Symptome. Der richtige Zeitpunkt spielt in der Medizin eine immer größere Rolle. Prof. Achim Kramer von der Charité in Berlin ist überzeugt, dass er sogar wichtiger sei, als die Dosis eines Medikaments, da zu verschiedenen Tageszeiten ganz unterschiedlich wirken kann. Deshalb werden an der Charité gezielt Chronotherapien entwickelt.

Sport zur richtigen Zeit

Joggen am frühen Abend wirkt blutdrucksenkend, am Morgen jedoch nicht. Wer in der Mittagszeit intensiv trainiert, bei dem ist Muskelkater vorprogrammiert. Weltrekorde werden meist am späten Nachmittag aufgestellt. Ist also die Tageszeit entscheidend, wie effektiv und gesund eine Trainingseinheit ist? 

Chronobiologen beantworten diese Frage mit einem klaren ja. Der Leistungsunterschied schwankt je nach Tageszeit um zehn Prozent. Körperliche Höchstleistungen werden in der Regel dann erbracht, wenn unsere Körpertemperatur am höchsten ist: zwischen 16 und 19 Uhr. Das hat weitreichende Konsequenzen vor allem für das optimale Training.

Die Zeit, die uns im Leben bleibt

Jede Zelle und jeder Organismus altert früher oder später. Doch warum eigentlich? Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg haben jetzt erstmals ein Protein entdeckt, das eine zentrale Schaltstelle im Alterungsprozess darstellt. Es kontrolliert die Lebensspanne eines Individuums – von der Fliege bis hin zum Menschen. Das eröffnet neue Möglichkeiten, um Therapien gegen altersbedingte Krankheiten zu entwickeln. 122 Jahre sind bisher der absolute Rekord in Langlebigkeit. Doch eine Obergrenze des Lebens ist laut Forschern noch nicht in Sicht.

Zeitgefühl: wie tickt unsere innere Uhr?

 Mal bleibt sie stehen, mal vergeht sie wie im Flug, mal zieht sie sich wie Kaugummi. Wie wir Menschen Zeit empfinden, ist höchst subjektiv und hängt nicht nur davon ab, was wir gerade machen - sondern auch, in welchem Lebensabschnitt wir uns befinden. So rast die Zeit während eines Abenteuerurlaubs nur so dahin, während sie im Nachhinein als lange empfunden wird, da das Gedächtnis viele Anknüpfungspunkte bilden kann. Als Kind erlebt man häufiger Langeweile, während die Zeit in der Rushhour des Lebens mit Familie und Beruf vorbeizufliegen scheint. Auch die Stärke der Emotionen beeinflusst das Zeitempfinden. So bleiben Momente, in denen wir extrem aufgeregt sind, eher in Erinnerung. [W] wie Wissen trifft Zeitforscher und Psychologen und ergründet mit ihnen ein spannendes Phänomen: warum tickt unsere innere Uhr mal schneller, mal langsamer?

12. Januar: Impfen rettet Leben

Impfungen gehören zu den erfolgreichsten Entwicklungen der modernen Medizin. Gegen viele schwere Erkrankungen sind sie bis heute das einzige wirklich wirksame Gegenmittel. Kinderlähmung, Tetanus oder Pocken – die Schrecken von früher sind heute gebannt. Doch mit den Erfolgen mach sich auch eine gewisse Impfmüdigkeit oder auch Impfskepsis breit. Wer will schon Nebenwirkungen riskieren, wenn keine Ansteckungsgefahr mehr besteht? Bei ansteckenden Krankheiten wie Diphterie oder Masern ist eine hohe Impfquote von 95 Prozent in der Bevölkerung wichtig. Sie ist Voraussetzung für den so genannten Herdenschutz. Je mehr Menschen geimpft sind, desto geringer ist das Risiko einer Ansteckung, und alle die, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, profitieren dann von der Immunität der Anderen.

Impfpflicht in Frankreich

In Deutschland bemüht man sich durch Aufklärung, die Impfbereitschaft zu erhöhen. Andere Länder – wie Frankreich – setzen auf härtere Maßnahmen. Seit Anfang 2018 gilt für französische Kinder: kein vollständiger Impfstatus, kein Kita-Platz. Eine umstrittene, aber durchaus wirkungsvolle Maßnahme. [W] wie Wissen befragt die Eltern in Frankreich, wie sie das finden. 

Gefährliche Masern

Bis 2022 sollten die Masern ausgerottet sein, so das Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO. Doch davon ist man weit entfernt. In Deutschland sind geschätzt 180.000 Kinder ungenügend oder gar nicht gegen Masern geimpft. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Immer wieder kommt es in den letzten Jahren zu Epidemien – mit schwerwiegenden Folgen. [W] wie Wissen geht einem schweren Fall nach.

Grippeimpfung

Winterzeit – Grippezeit. Und jedes Jahr wieder das Bangen: Ob die Grippewelle diesmal wieder heftig zuschlägt, so wie im letzten Winter? Neun Millionen Menschen mussten zum Arzt, und sogar geimpfte Menschen erkrankten. Das Gesundheitssystem war am Limit. [W] wie Wissen geht der Frage nach, wie die Lage in diesem Jahr ist. 

HPV Impfung

Eine Impfung gegen die krebserregenden HPV-Viren: Für diese Entdeckung bekam der deutsche Forscher Harald zur Hausen 2008 den Medizinnobelpreis. HPV-Viren werden beim Sex übertragen. Bisher galt die Empfehlung hauptsächlich für Mädchen, denn die Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs.  Inzwischen sollen sich aber auch Jungen impfen lassen, denn sie können die Viren übertragen oder auch selbst an bestimmten Krebsformen erkranken. Wichtig ist, dass sich Kinder und Jugendliche rechtzeitig impfen lassen. Wie kann man die Jugendlichen erreichen? [W] wie Wissen war bei einer Aufklärungskampagne an einem Gymnasium dabei. 

26. Januar: Die Kraft der Riesenwellen

Zum Surfen, zum Hüpfen in der Brandung – Wellen machen Spaß.  Aber woher kommen sie eigentlich? Wellen sind Energie.  Ebbe, Flut und Wind bringen die Wassermoleküle in Schwingung.  Bei Oberflächenwellen bewegen sich die Wassermoleküle auf kreisförmigen Bahnen, der Durchmesser steht dabei senkrecht auf der Wasseroberfläche. Trifft das Meer auf die Küste, werden die unteren Wasserteilchen gebremst, die oberen nicht – das sind die Flachwasserwellen.

Die Riesenwellen von Portugal

Und die können riesig werden. An keinem Strand der Welt schlagen höhere Wellen auf als in Nazaré in Portugal.  Über 30 Meter hoch sind die Riesenwellen, die hier in den Wintermonaten brechen. Big-Wave-Surfer aus aller Welt warten auf die nächste Riesenwelle, Rekorde werden aufgestellt, Touristen beobachten das Spektakel. [W] wie Wissen hat sich die Szene mal angeschaut.

1858: Tsunami an der Nordseeküste

Am 5. Juni 1858 türmten sich die Wassermassen vor Dänemark und der deutschen Nordseeküste. Ohne Vorwarnung rollte eine sechs Meter hohe Flutwelle an dem warmen, windstillen Sommertag auf die Küstenregion zu. Der Geograf Jürgen Newig von der Kieler Christian-Albrechts-Universität erforscht diesen Tsunami und stützt sich auf zeitgenössische Berichte von Menschen, die das Ereignis auf Sylt, Wangerooge und Helgoland beobachteten.  Er nimmt an, dass die Riesenwelle durch einen Hangabrutsch im Atlantik entstanden ist. [W] wie Wissen geht der Frage nach, ob so etwas heute wieder passieren könnte. 

Wie entstehen Riesenwellen?

Aber wie genau entstehen derartige Riesenwellen? Bei Experimenten im Wellenkanal kann man das nachvollziehen.  Das ist auch wichtig bei der Frage, wie Menschen die große Energie des Meeres besser nutzen können. Oft schienen Forscher und Ingenieure in den letzten Jahrzehnten dabei kurz vor dem Durchbruch zu stehen, der Bau von großen Kraftwerken wurde geplant oder angekündigt.  Doch bisher ist es noch nicht geglückt, die Energie in großem Maßstab zu nutzen. Ein Problem:  die Technik ist teuer und reparaturanfällig, weil das Salzwasser die Turbinen angreift. Aber Forscher tüfteln immer weiter an neuen Konzepten.