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Wespenarten in Deutschland

Hornisse (Vespa crabro). Hornissen-Königinnen werden bis 35 mm, Arbeiterinnen bis zu 25 mm groß. Neststärke: 100 – 700 Tiere. Besondere Merkmale: Die Königinnen beginnen Ende April, Anfang Mai mit der Nestsuche. Die Tiere bilden Staaten mit durchschnittlich 100 bis 700 Tieren. Großnester sollen bis zu 900 Arbeiterinnen beherbergen. Ein Hornissenvolk vertilgt täglich etwa 500 Gramm Insekten. Die Tiere sind nachtaktiv und können auch bei Dunkelheit gut sehen. Verbreitungsgebiet: ganz Deutschland. Häufigkeit: Hornissen sind in manchen Teilen Deutschlands kaum mehr zu finden.  | Bild: Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:European_Hornet-27527-1.jpg#/media/File:European_Hornet-27527-1.jpg / Ken Thomas

Hornisse (Vespa crabro). Hornissen-Königinnen werden bis 35 mm, Arbeiterinnen bis zu 25 mm groß. Neststärke: 100 – 700 Tiere. Besondere Merkmale: Die Königinnen beginnen Ende April, Anfang Mai mit der Nestsuche. Die Tiere bilden Staaten mit durchschnittlich 100 bis 700 Tieren. Großnester sollen bis zu 900 Arbeiterinnen beherbergen. Ein Hornissenvolk vertilgt täglich etwa 500 Gramm Insekten. Die Tiere sind nachtaktiv und können auch bei Dunkelheit gut sehen. Verbreitungsgebiet: ganz Deutschland. Häufigkeit: Hornissen sind in manchen Teilen Deutschlands kaum mehr zu finden.

Die Hornisse war sogar vom Aussterben bedroht. Durch strengen Schutz erholen sich die Bestände langsam. Auch die milderen Winter sorgen dafür, dass die Tiere wieder häufiger anzutreffen sind. Hornissen sind – entgegen ihres Rufes – extrem friedliche Wespen, die man ohne weiteres auch in der Nähe ihres Nestes entspannt beobachten kann. Nur auf Erschütterungen, oder wenn das Nest angegriffen wird, reagieren sie (wie alle Wespenarten) empfindlich. Hornissen, die sich in oder an Gebäuden angesiedelt haben, müssen oft umgesiedelt werden, da die Nester durch verrottenden Unrat, den die Tiere unter ihrem Nest ansammeln, eine ziemlich penetrante Geruchsbelästigung abgeben können. Auch Scharrgeräusche sind oft störend, weil die Tiere nachtaktiv sind.

Mittlere Wespe oder Kleine Hornisse (Dolichovespula media). Größe: Die Königin wird bis zu 22 mm groß, die Arbeiterinnen bis zu 19 mm. Damit ist die Mittlere Wespe nach der Hornisse die zweitgrößte soziale Faltenwespe in Deutschland. Neststärke: 150 – 350 Tiere. Besondere Merkmale: Sie bauen ihre Nester bevorzugt an hellen, gut sichtbaren Standorten. Deshalb wurden sie in der Vergangenheit vom Menschen leider auch stark dezimiert. Verbreitungsgebiet: ganz Deutschland. Häufigkeit: Schon seit 1984 steht die Mittlere Wespe auf der Roten Liste. Weil sie vom Menschen so stark verfolgt wurde, ist sie in manchen Teilen Deutschlands nur noch sehr selten zu finden. Gefährlichkeit für den Menschen: Die Tiere sind ähnlich wie Hornissen recht friedlich. Doch weil ihre freihängenden Nester meist an sichtbaren Standorten hängen, wurden und werden sie vom Menschen stark verfolgt.

Sächsische Wespe (Dolichovespula saxonica). Größe: Die Königin wird bis zu 18 mm groß, die Arbeiterinnen bis zu 14 mm. Neststärke: 100 – 300 Tiere. Besondere Merkmale: Lässt sich häufig in Nähe des Menschen nieder. Man findet sie meist auf Dachböden oder im Dachbereich. Allerdings interessiert sie sich überhaupt nicht für menschliches "Nahrungsangebot". Verbreitungsgebiet: ganz Deutschland. Häufigkeit: Die Sächsische Wespe kommt relativ häufig vor, obwohl sie oft das Opfer illegaler Bekämpfungsaktionen ist. Sie kann beim Umsiedeln aggressiv werden. Gefährlichkeit für den Menschen: Wenn man sie in Ruhe lässt, ist sie sehr friedlich. Bei Umsiedelungsaktionen oder plötzlichen Störungen durch Menschen (zum Beispiel Erschütterungen) kann sie aber durchaus auch aggressiver sein und sticht zu. Unangenehm wird es, wenn sich die Tiere angegriffen fühlen, und das ganze Volk den Menschen attackiert.

Waldwespe (Dolichovespula sylvestris). Größe: Königinnen bis 19 mm, Arbeiterinnen bis 15 mm. Neststärke: cirka 300 Tiere. Besondere Merkmale: Für die Waldwespe gelten im Prinzip die gleichen Angaben wie für die Sächsische Wespe. Sie siedelt gerne an geschützten Stellen, beispielsweise an Garten- und Gerätehäuschen, Dachböden oder in Rolladenkästen. In der Natur besiedelt sie auch gerne Erdhöhlen. Sie wird oft mit der Sächsischen Wespe verwechselt und ist im Unterschied zu den meisten anderen Wespenarten am Kopf- und Brustbereich stark behaart. Die Waldwespe ist äußerst friedlich. Verbreitungsgebiet: ganz Deutschland. Häufigkeit: Die Waldwespe gehört mit der Sächsischen Wespe zu den Arten, die noch relativ häufig zu finden sind. Gefährlichkeit für den Menschen: Vergleichbar mit der Sächsischen Wespe.

Norwegische Wespe (Dolichovespula norwegica). Größe: Königinnen werden bis zu 18 mm, Arbeiterinnen bis zu 14 mm. Neststärke: etwa 200 bis 300 Tiere. Besondere Merkmale: Siedelt nur selten in Nähe des Menschen. Baut Nester in der Natur, meist in der Nähe zum Erdboden. In unserem Beitrag können wir beobachten, wie gerade eine neue Norwegische Wespenkönigin aus ihrer Brutwabe schlüpft. Typisch für die Norwegische Wespe ist die rötlich-braune Zeichnung der ersten beiden Hinterleibsringe. Verbreitungsgebiet: ganz Deutschland. Häufigkeit: Die Norwegische Wespe kommt nur sehr selten vor. In manchen Teilen Deutschlands ist sie praktisch gar nicht zu finden. Da sie in Bodennähe siedelt, werden ihre Nester neben dem Menschen auch von anderen natürlichen Feinden aus dem Tierreich zerstört. Gefährlichkeit für den Menschen: Diese Wespenart findet sich nur selten in menschlichem Siedlungsbereich. Sie werden Menschen so gut wie nie lästig und sind sehr friedlich.

Deutsche Wespe (Vespula germanica). Größe: Königin bis 20 mm, Arbeiterinnen bis 16 mm. Neststärke: Die Nester beherbergen zwischen 1.000 und 10.000 Tieren. Besondere Merkmale: Die Tiere sind sogenannte Dunkelbrüter, das heißt ihre Nester sind oft versteckt. Erst im Spätsommer, wenn das natürliche Nahrungsangebot in der Natur schwindet, gehen sie ähnlich wie die Gemeine Wespe auch gerne an menschliche Speisen.

Die Tiere sind eigentlich recht friedlich und selbst im Nestbereich nicht sehr angriffslustig. Sie  gelten als probate natürliche "Insektenvertilger". Durch die große Neststärke "verputzen" die Tiere große Mengen an Insekten, vor allem Fliegen. Außerdem sind sie wichtig als "Gesundheitspolizei"; das heißt, sie verwerten auch Aas, dessen Fleisch sie in vielen Flügen in ihre Nester schleppen – als eiweißhaltige Nahrung für ihre Brut. Verbreitungsgebiet: ganz Deutschland. Häufigkeit: Die Tiere sind noch zahlreich vorhanden. Gefährlichkeit für den Menschen: Auch die Deutsche Wespe ist sogar im Nestbereich eher friedlich. Lästig und aufdringlich ist sie allerdings, weil sie an süße und herzhafte menschliche Nahrung geht. Hier kann sie dem Menschen gefährlich werden, wenn auch nicht mit Absicht, sondern eher durch Unfälle. Die Tiere krabbeln gern in Flaschen oder Dosen – oder setzen sich auf Speisen, die man gerade essen möchte. Deshalb im Sommer nie aus Flaschen oder Dosen trinken, in die man nicht hineinsehen kann. Strohhalme verwenden.

Gemeine oder Gewöhnliche Wespe (Vespula vulgaris). Größe: Königin bis 19 mm, Arbeiterinnen bis 14 mm. Neststärke: etwa 500 bis 7.000 Tiere. Besondere Merkmale: Recht aggressiv. Wie die Deutsche Wespe ist sie Aasfresser und auch an Wurst, Schinken und Grillgut des Menschen interessiert. Süßes interessiert sie ebenso. Als Dunkelbrüter sind ihre Nester ebenfalls selten direkt sichtbar. Verbreitungsgebiet: ganz Deutschland. Häufigkeit: Sie ist die in Deutschland am häufigsten vorkommende Wespenart. Gefährlichkeit für den Menschen: Die "Gemeine Wespe" ist wohl die aggressivste Wespenart. Im Unterschied zur Deutschen Wespe ist sie deshalb auch im Nestbereich recht angriffslustig. Bis zu 7.000 Tiere besiedeln ein Nest.

Rote Wespe (Vespula rufa). Größe: Königin bis 20 mm, Arbeiterinnen bis 14 mm. Neststärke: etwa 150 bis 350 Tiere. Besondere Merkmale: Markant ist die rote Färbung, die ihr den Namen gibt. Die Wespenart liebt es nicht so warm. Sie ist darum häufiger im kühleren Norden anzutreffen. Beim Dreh zu unserem Beitrag hatten wir Glück und konnten ein Nest der Roten Wespe filmen. Verbreitungsgebiet: ganz Deutschland. Häufigkeit: Die Rote Wespe ist nur noch sehr selten in Deutschland anzutreffen. Gefährlichkeit für den Menschen: Sehr friedliche Wespenart, die meist in der Natur in Bodennähe siedelt und kaum im menschlichen Siedlungsbereich.

Feldwespen (Polistes). Größe: Königin bis 18 mm, Arbeiterinnen bis 15 mm. Neststärke: sehr klein, nur 10 bis 30 Tiere. Besondere Merkmale: Während des Flugs lassen Feldwespen ziemlich deutlich die Beine hängen. Das gilt als typisches Merkmal, an dem man die Tiere erkennen kann. Auffällig ist auch der tropfenförmig geformte Hinterleib der Tiere. Die Tiere siedeln meist jedes Jahr am selben Standort. Im menschlichen Siedlungsbereich findet man sie häufig an Dachböden, denn sie lieben die Wärme. Dort sitzen sie gerne auch an Dachziegeln oder Dachfenstern, die man kippen kann. Eine Besonderheit dieser Art: Es gibt mehrere Königinnen, bei denen eine als Alphatier "dominiert". Verbreitungsgebiet: ganz Deutschland.

Häufigkeit: Die Feldwespen nehmen nach jahrelanger Dezimierung allmählich wieder zu. Gefährlichkeit für den Menschen: Die Nester der Feldwespen werden oft gar nicht bemerkt, weil die Tiere nur sehr kleine Völker bilden. Sie sind friedlich und dem Menschen nicht lästig. Angriffe gibt es nur bei direkten Störungen im Nestbereich. Allerdings können die Feldwespen mit ihren Stacheln kaum die menschliche Haut durchdringen.