Sendeplatzprofile und Minutenpreise im Ersten: Fiktionale Fernsehfilm- und Spielfilmplätze

Krimi am Sonntag ("Tatort" + "Polizeiruf 110")

Logos Tatort und Polizeiruf 110
Logos Tatort und Polizeiruf 110 | Bild: ARD

Kennzeichen der Reihen "Tatort" und "Polizeiruf 110" ist außer der selbst­verständlichen Voraussetzung spannender Kriminalgeschichten und der optimalen dramaturgischen und schauspielerischen Umsetzung vor allem die Abbildung der föderalen Vielfalt der ARD. Es gibt kaum ein anderes fiktionales Unterhaltungsformat im deutschen Fernsehen, in dem sich die regionalen Besonderheiten Deutschlands so widerspiegeln wie in den Krimireihen "Tatort" und "Polizeiruf 110".

Die Krimi-Reihen "Tatort" und "Polizeiruf 110" gehören zu den herausragenden Hervorbringungen des kultiviert-unterhaltsamen Erzählfernsehens im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland. Für die Krimi-Programme ist die Zielsetzung die Marktführerschaft des Ersten auf dem Sendeplatz.

43 bis 48 Erstsendungen der Reihen "Tatort" und "Polizeiruf 110" werden insgesamt am Sonntag pro Jahr eingeplant. Der durchschnittliche Minuten­preis für die 90-minütigen Folgen liegt bei 18.500 Euro brutto.

FilmMittwoch im Ersten

Logo "FilmMittwoch im Ersten"
Logo "FilmMittwoch im Ersten" | Bild: DasErste.de

Der Fernsehfilm ist die Königsdisziplin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, das fernsehkulturelle Spezifikum schlechthin. Er ist integraler Bestandteil eines erfolgreichen Qualitätsprogramms und ein Angebot von substanzieller Unterhaltsamkeit – erheblich, sehenswert, nachhaltig, denkwürdig, publikumsfreundlich, realitätsbezogen. Damit ist er ein Ausweis kritischer und vielfältiger Erzählkultur.

Für den klassischen Fernsehfilm am Mittwochabend in der ARD gelten damit andere Maßstäbe als für den Krimitermin am Sonntag. Der Unterschied besteht in der Vielfalt der Stoffe, der Inhalte und Formen. Das Spektrum reicht auf dem Sendeplatz vom zeit- und sozialkritischen Film bis zum emotionalen Melodram, von der Komödie bis zum politischen Thriller, vom großen Drama bis zum Kammerspiel, von der reinen Fiktion bis zum Dokudrama. Der "FilmMittwoch" ist die unverwechselbare ARD-Marke für den vielfach preisgekrönten Fernsehfilm im deutschen Fernsehen. Diese große Bandbreite von künstlerisch Anspruchsvollem bis zur gelungenen Unterhaltung ist für die ARD hier eine selbstgesetzte Verpflichtung, die sich mit einem hohen Qualitätsstandard (Besetzung, Ausstattung, Dramaturgie, Regie) verbindet. 

Die Pflege einer zeitgemäßen Erzählkultur besteht dabei in der ständigen Weiterentwicklung von individueller und relevanter Bildsprache und Erzählweise, die sich an aktuellen, gesellschaftlichen Strömungen orientiert. Wir vermitteln Werte, wir vermitteln Standpunkte, wir vermitteln Haltungen. Dabei einen anderen Blick auf die Dinge zu werfen, um damit beim Zuschauer in der Erinnerung zu bleiben und ein Programm zu präsentieren, das den Tag überdauert, sollte ein Anliegen sein.

Die Ambition des Fernsehfilms muss auch in der Schärfung der Qualität im Populären liegen, sowohl bei den großen Eventstoffen als auch im "normalen" Fernsehfilm. Der Fernsehfilm am Mittwoch soll das große Primetime-Publikum erreichen und in der Gesamtakzeptanz über dem durchschnittlichen Marktanteil des Ersten liegen. Neben publikumswirksamen historischen Stoffen (wie "Nackt unter Wölfen"), mit denen Das Erste weit über dem durchschnittlichen Marktanteil liegt, müssen auch Filme im Portfolio des Ersten präsent sein, die in ihrer Themensetzung und Machart segmentierter sind und in profilbildender Weise junge Publikumsgruppen ansprechen. Dazu gehören zeitkritische Eventproduktionen (wie "Auf kurzer Distanz" oder "Das weiße Kaninchen"), die nicht automatisch das tradierte Zielpublikum des "FilmMittwoch" ansprechen, aber einen Zugewinn in Marktanteil und Image bei den unter 50-Jährigen darstellen. Die Marktanteilserwartungen müssen allerdings auf diesem Platz mit einer sich ständig ändernden Gegenprogrammierung realistisch bleiben.

Die ARD betrachtet den eigen- bzw. auftragsproduzierten Fernsehfilm als eine der wesentlichen Kernaufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Fernsehfilme tragen zur wesentlichen "Vermögensbildung" der ARD bei.

38 bis 40 Erstsendungen werden auf dem Sendeplatz am Mittwoch, 20:15 Uhr, geplant pro Jahr ausgestrahlt. Der durchschnittliche Minutenpreis für die 90-minütigen Fernsehfilme, die unter dem Label "FilmMittwoch im Ersten" laufen, beträgt 18.500 Euro brutto. Für herausragende Eventproduktionen liegt ein individuell zu verhandelnder Minutenpreis zugrunde, für den kein allgemeingültiger Durchschnittswert angegeben werden kann.

FilmDebüt im Ersten

Logo "FilmDebüt im Ersten"
Logo "FilmDebüt im Ersten" | Bild: ARD

Die ARD engagiert sich in der Nachwuchsförderung und arbeitet aktiv an der Entwicklung innovativer Filme mit unverwechselbarer Handschrift. Mit der Reihe "FilmDebüt im Ersten" trägt die ARD zur Förderung und Pflege des Filmnachwuchses in Deutschland bei und erfüllt eine wichtige Aufgabe im Interesse der deutschen Filmwirtschaft und Filmkultur. Der Sendeplatz bietet kreativen Jungregisseuren, Autoren und Filmhochschulabsolventen die Möglichkeit, ihre Erstlingswerke einem breiteren Publikum vorzustellen. Filme mit experimentellen Ansätzen und neuartigen und ungewöhnlichen ästhetischen Strukturen können auf diesem Spättermin im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Programmauftrags zur Ausstrahlung kommen.

Pro Jahr zeigt Das Erste acht bis zehn Produktionen in der Reihe "FilmDebüt im Ersten" mit jeweils unterschiedlicher Kinobeteiligung der Landesrundfunkanstalten.

Der DonnerstagsKrimi, 20:15 Uhr

Der Bozen-Krimi: Das fünfte Gebot
Der Bozen-Krimi: Das fünfte Gebot | Bild: ARD

"Der DonnerstagsKrimi im Ersten" hat sich zum zweiten Hauptabend-Sendeplatz für Krimifreunde etabliert. Unter diesem Label zeigt Das Erste erfolgreich regionale und europäisch verankerte Krimireihen, die in besonderem Maße von den faszinierenden Schauplätzen und den unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und Kulturen leben.

Ein weiteres wichtiges Kennzeichen des Sendeplatzes sind die charismatischen und eigenwilligen Ermittlerfiguren. Die Besetzung zeichnet sich durch etablierte und populäre Fernseh- und Theaterdarsteller sowie durch neue Talente aus, die ihre Figuren individuell prägen. Anders als im klassischen Krimi kommen im „DonnerstagsKrimi“ nicht nur polizeiliche Ermittler zum Einsatz, sondern auch Anwälte, Psychologen und Privatdetektive – selbst Tierärzte können ermittlerisch tätig sein, wodurch eine große erzählerische Bandbreite möglich ist.

Die Krimis erzählen packende und substantielle Geschichten. Die Inszenierung richtet sich dabei konsequent nach dem besonderen Schauplatz und den charakterstarken Hauptfiguren aus, so dass jedes Format ein eigenes unverwechselbares Aussehen hat.

Das geplante Produktionsvolumen an Erstsendungen am Donnerstag, 20:15 Uhr, beläuft sich auf 24 Filme pro Jahr, der durchschnittliche Minutenpreis je 90-minütiger Produktion liegt bei 20.140,-Euro brutto.

Endlich Freitag im Ersten, 20:15 Uhr

Die Eifelpraxis
Die Eifelpraxis | Bild: ARD

Unter dem Sendeplatz-Label "Endlich Freitag im Ersten" zeigt Das Erste unterhaltsame Reihenformate und Einzelstücke. Die Filme auf diesem Sendeplatz wollen die Zuschauer am Freitagabend auf das Wochenende einstimmen und bieten lebensnahe, kurzweilige und humorvolle Unterhaltung.

Der Sendeplatz zeichnet sich vor allem durch Familienunterhaltung, (romantische) Komödien und moderne Heimat- oder Liebesfilme aus. Gemeinsam ist allen Genres und Geschichten die Darstellung heutiger Lebenskonzepte und Familiensituationen, die thematische Vielfalt und Diversität. Die Besetzung mit etablierten und preisgekrönten Schauspielstars und neuen Talenten sowie eine handwerklich hochwertige Machart sind weiteres Kennzeichen der „Endlich Freitag im Ersten“-Filme.

Das geplante Produktionsvolumen an Erstsendungen am Freitag, 20:15 Uhr, beläuft sich auf 38 Filme pro Jahr. Der Minutenpreis je 90-minütiger Produktion liegt bei durchschnittlich 19.550 Euro brutto.

Spielfilm am Samstag, 20:15 Uhr

Die Zielfahnder - Flucht in die Karpaden
Die Zielfahnder - Flucht in die Karpaden | Bild: ARD / Thomas Kost

Neben den etablierten Unterhaltungsformaten und großen Shows, steht der Samstagabend ganz im Zeichen hochklassiger Krimis und Thriller sowie turbulenter Komödien mit prominenter Besetzung. Auch aufwendige historische Produktionen werden den Zuschauerinnen und Zuschauern immer mal wieder auf diesem Sendeplatz geboten. Neben vielen attraktiven Einzelstücken, gibt es auch erfolgreiche Reihen. Ziel am Samstagabend ist es, die ganze Familie zu unterhalten, anspruchsvolle Krimifans in Spannung zu versetzen oder alle zum Lachen und Träumen zu bringen.

Das geplante Produktionsvolumen an Erstsendungen am Samstag, 20:15 Uhr, beläuft sich auf zehn Filme pro Jahr. Der Minutenpreis je 90-minütiger Produktion beträgt durchschnittlich 21.300 Euro brutto.

Filme am Feiertag, 20:15 Uhr

Die Dasslers: Pioniere, Brüder und Rivalen
Die Dasslers: Pioniere, Brüder und Rivalen | Bild: ARD Degeto / Philip Peschlow

Die fiktionalen Hauptabendfilme an Feiertagen zeichnen sich durch ausgeprägten Event-Charakter, ausgezeichnete Darsteller, eine besondere Qualität und möglichst große gesellschaftliche Relevanz aus. Ausgestrahlt werden sowohl Fernseh- als auch Kinofilme. Hinsichtlich Genre und Tonalität ist eine große Vielfalt geboten. Die Programme sind familiengerecht, für alle Altersgruppen geeignet und bieten eine hochkarätige Inszenierung mit hohen Schauwerten. Die sorgfältige Recherche ist bei den themensetzenden Filmen ein Markenzeichen.

Das geplante Produktionsvolumen an Erstsendungen am Feiertag, 20:15 Uhr, beläuft sich auf 10 Filme pro Jahr. Der durchschnittliche Minutenpreis des Sendeplatzbudgets bei 10 als TV-Premieren geplanten Filmen beträgt 21.300 Euro brutto.

Krimi um 21:45 Uhr

Erik Bäckström (Rolf Lassgård) schlüpft erneut in die Rolle des einsamen „Jägers“, der schonungslos ein Verbrechen aufklären möchte.
Erik Bäckström ist der "Jäger" | Bild: ARD Degeto/ITV Global entertainment / Oscar Lovnér

Auf diesem Sendeplatz, vornehmlich an Sonn- und Feiertagen, zeigt Das Erste besondere internationale und nationale Krimiserien und
-Mehrteiler. Gefragt sind außergewöhnliche Fälle, charismatische Ermittler und eine markante filmische Umsetzung. Die Filme, häufig nach Romanbestsellern, sind mit deutschen und internationalen Darstellern hochkarätig besetzt.

Das geplante Volumen an Krimi-Erstsendungen, 21:45 Uhr, beläuft sich auf 14 Filme pro Jahr. Der Aufwand für diese 90-minütigen Koproduktionen und Lizenzen, die in Erstsendung laufen, liegt bei durchschnittlich 500.000 Euro brutto pro Film.

SommerKino im Ersten

Plötzlich Papa: Samuel (Omar Sy) bekommt das Ergebnis eines One-Nights-Stands vorbeigebracht: die kleine Gloria.
"Plötzlich Papa" | Bild: ARD Degeto

Das „SommerKino“ um 20:15 Uhr ist der populärste Sendeplatz für Kinofilme im Ersten: Montags zur Hauptsendezeit wird hochkarätiges deutsches und internationales Star-Kino als Fernsehpremiere präsentiert. Das Angebot in den Sommermonaten reicht von populären Komödien und Romanzen bis hin zu preisgekrönten Dramen und Historienfilmen. Gezeigt werden Filme für die ganze Familie, die generationenübergreifend attraktiv sind.

Für das SommerKino im Ersten, 20:15 Uhr, sind pro Jahr acht Filme geplant, die koproduziert oder auf dem internationalen Markt als Lizenz erworben werden.

Aufgrund unterschiedlicher/m Vertragsformen, Filmlängen, Ausstattungsaufwand, Besetzung und weiterer produktionsbedingter Faktoren kann kein Minutenpreis als allgemeingültiger Durchschnittspreis angegeben werden.

SommerKino im Ersten, 22:45 Uhr

Das „SommerKino“, dienstags um 22:45 Uhr, ist ein wichtiger Sendeplatz, um dem Publikum im Ersten einzigartige Kinofilme zu zeigen: Deutsche und internationale Festivalerfolge und Hochkaräter werden hier als Fernsehpremiere präsentiert. Das Angebot spiegelt mit aufsehenerregenden, preisgekrönten, unterhaltsamen, emotional fesselnden besonderen Kinoerfolgen die ganze Vielfalt des Kinos wider.

Für das SommerKino im Ersten, dienstags 22:45 Uhr, sind pro Jahr acht Filme geplant, die koproduziert oder als Lizenz auf dem internationalen Markt erworben werden.

Aufgrund unterschiedlicher/m Vertragsformen, Filmlängen, Ausstattungsaufwand, Besetzung und weiterer produktionsbedingter Faktoren kann kein Minutenpreis als allgemeingültiger Durchschnittspreis angegeben werden.

KinoFestival, 23:30 Uhr

"KinoFestival“ ist der Sendeplatz für den künstlerisch anspruchsvollen Spielfilm im Ersten. Hier werden Erfolge des deutschen Arthouse-Kinos und sehenswerte Filme der weltweiten Festivals präsentiert. Um die Vielfalt widerzuspiegeln, steht das „KinoFestival“ allen Genres offen. Präsentiert werden Filme, die einen besonderen Blick auf Gesellschaft, Kultur und Kinolandschaft vermitteln, gleichwohl attraktiv für ein Vollprogramm wie Das Erste und möglichst viele Zuschauer sind. Die Filme werden koproduziert oder auf dem internationalen Markt als Lizenz erworben.

Für das KinoFestival sind ca. 27 Filme pro Jahr geplant.

Zerissene Umarmungen
Zerissene Umarmungen | Bild: ARD

Aufgrund unterschiedlicher/m Vertragsformen, Filmlängen, Ausstattungsaufwand, Besetzung und weiterer produktionsbedingter Faktoren kann kein Minutenpreis als allgemeingültiger Durchschnittspreis angegeben werden.

Märchen "6 auf einen Streich"

Märchenfilme
Märchenfilme | Bild: ARD

Die ARD Märchenreihe "Sechs auf einen Streich" ist seit 2008 fester Bestandteil des Weihnachtsprogramms im Ersten. Darüber hinaus werden die 60-minütigen Märchenfilme auf einem Regelplatz sonntags von 10:00 bis 12:00 Uhr im Ersten ausgestrahlt und gehören für viele Zuschauer zum beliebten Sonntagsritual. Für das Portfolio der ARD sind die Filme ein wichtiger Programmbestandteil. Märchenfilme sind relevantes Kulturgut, das an nachfolgende Generationen weitergegeben wird – beste Familienunterhaltung auch für den KiKA und die Dritten.

Die Märchenfilme werden qualitativ hochwertig produziert und haben eine prominente Besetzung. Mit eindrucksvollen Bildern werden märchenhafte Schlösser, Wälder, Dörfer und Städte, die sich über das gesamte Bundesgebiet erstrecken, in Szene gesetzt. Das eröffnet den Zuschauern neue Perspektiven und zeigt die Vielfalt der jeweiligen Regionen.

In den vergangenen 11 Jahren sind in der Reihe "Sechs auf einen Streich" 46 Filme entstanden. 2 Erstsendungen werden für die Sendeplätze an den Weihnachtsfeiertagen ausgestrahlt. Der durchschnittliche Minutenpreis beträgt 20.970 Euro.

(Stand: August 2019)