Pasquale Aleardi als Kommissar Dupin

Auch im Urlaub: Kommissar Dupin (Pasquale Aleardi) jagt einen Verdächtigen.
Pasquale Aleardi in seiner Rolle als Kommissar Dupin. | Bild: ARD Degeto / Wolfgang Ennenbach

Gähnende Langeweile breitet sich in diesen Hochsommertagen im Polizeikommissariat von Concarneau aus: kein Mord, keine Leichen, kein Verbrechen. Für Kommissar Dupin unerträglich. Nicht nur seine Verlobte Claire freut sich, als Dupin sich entschließt, sie in die Sommerferien an die Côte de Granit Rose zu begleiten – auch seine Mitarbeiter Nolwenn und Kadeg sind froh, ihren Chef und seine schlechte Laune für zwei Wochen nicht ertragen zu müssen. Doch den ganzen Tag nur am Strand zu verbringen, fällt Dupin extrem schwer. Da erfreut ihn der Hinweis auf einen ungelösten Mord im nahe gelegenen Steinbruch regelrecht. Kurze Zeit später stürzt sich Madame Durand, die mit ihrem Ehemann im gleichen Hotel wie Dupin logiert, vor den Augen der Hotelgäste ins Meer. Ein Selbstmord? Als dann auch noch die Leiche einer unbekannten Frau entdeckt wird, ist Dupin ganz in seinem Element.

Fragen an Pasquale Aleardi

Herr Aleardi, Georges Dupin ermittelt inzwischen in seinem sechsten Fall. Hat er sich mittlerweile in der Bretagne eingelebt?

Ich denke, er hat große Fortschritte gemacht (lacht). Dupin hat sich nicht nur auf das unberechenbare Wetter der Bretagne eingestellt, sondern vor allem auch auf die Bretonen selbst. Mit diesen verbindet ihn bei genauer Betrachtung eine gewisse "Kauzigkeit" auf menschlicher Ebene. Dupin ist ja selbst ein äußerst eigenwilliges Exemplar von Mensch. Sicherlich ist ihm aber bei der Eingewöhnung in der Bretagne und gegenüber ihren Bewohnern seine Verlobte Claire eine große Hilfe.

"Bretonisches Leuchten" spielt an der traumhaften Küste Côte de Granit Rose an der Nordküste der Bretagne, wo viele Franzosen ihre Ferien verbringen. Gerät Dupin da auch in Urlaubsstimmung?

Nicht wirklich. Urlaub und alles, was damit zusammenhängt, sind für Dupin Fremdwörter. Ohne eine gezielte Aufgabe bewegt er sich im Urlaub wie auf einem fremden Planeten und fühlt sich unwohl. Da es zu Beginn der Geschichte im Kommissariat absolut nichts zu tun gibt für ihn, ist der Urlaub mit Claire nicht nur ein Versuch, das zu tun, was alle normalen Menschen tun, sondern auch eine Erlösung: So kann er seine unstillbare Neugier entfalten, seine Fühler wenigstens auf dem fremden Planeten ausstrecken, in der Hoffnung auf irgendwas Interessantes zu stoßen. Da ist die Côte de Granit Rose letzten Endes ein großartiges Ziel. Mich persönlich hat die Küste sehr beeindruckt, eine nahezu magisch anmutende Kulisse, die man gesehen haben muss.

Die Ermittlungen, in die sich Dupin stürzt, lassen wenig Zeit für gemeinsame Stunden mit Claire. Was bedeutet das für die Beziehung?

Dass man mit Dupin keinen Urlaub machen sollte (lacht). Es ist schon unglaublich, wie Dupin es schafft, selbst im Urlaub in Ermittlungen zu geraten. Insgeheim freut ihn das, weil er dann tun kann, was er am besten kann – andererseits hat er natürlich Gewissensbisse, weil er Claire vernachlässigt und das die Beziehung belastet. Dupin hat wirklich großes Glück, mit einer äußerst toleranten Frau zusammen zu sein, die ihn wirklich so mag, wie er ist.

Dupin scheint sich mit Gilbert Durand anzufreunden. Aber hat Dupin überhaupt Freunde?

Leider nein. Er ist ein Einzelgänger, der Tag und Nacht mit seinem Beruf beschäftigt ist. Seine Verlobte Claire ist seine einzige wirkliche Bezugsperson, danach kommt lange nichts. Wenn es sie nicht gäbe, wäre es sehr einsam um ihn, dessen ist sich Dupin aber nicht wirklich bewusst. Das ist seine große Schwäche. Dupin ist durch ein traumatisches Erlebnis in seiner Kindheit davon besessen, jegliche Ungerechtigkeit und kriminelle Tat ans Licht zu bringen. Das ist seine Mission, und das ist sein Leben.

Georges Dupin hasst Fischgerichte. Haben Sie inzwischen ein bretonisches Lieblingsessen?

Ich persönlich mag zwar alle Fischgerichte, die ich in der Bretagne bisher gegessen habe, aber mein Favorit ist nach wie vor Dupins medium gebratenes, saftiges Entrecôte mit Pommes frites.

Wie erleben Sie die Popularität, die "Kommissar Dupin" inzwischen in der Bretagne ausgelöst hat?

Es ist erstaunlich und erfreulich zugleich, weil die Menschen, denen wir in der Bretagne bisher begegnet sind, mit aufrichtiger Begeisterung auf uns zukommen. Auch wirtschaftlich ist seit 2014 ein Boom entstanden, der sehr hilfreich für die Region ist. Es gibt bereits Reisen, die sich explizit auf den Spuren Kommissar Dupins bewegen. Zufälligerweise ist so eine Reisegruppe an der Côte de Granit Rose während der Dreharbeiten auf uns gestoßen. Damit hatten sie nicht gerechnet, und die Freude war riesig.

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