Bye-bye, Paul: Abschiedsinterview mit Sandro Kirtzel

Paul (Sandro Kirtzel) verschweigt Josie (Lena Conzendorf) seinen Anteil an der Café-Rettung.
Sandro Kirtzel als Paul Lindbergh | Bild: ARD/WDR / Christof Arnold

"Optimistisch, mutig und vor allem ein Familienmensch!" So Sandro Kirtzel die Rolle des Paul Lindbergh, für die er das erste Mal vor über fünf Jahren vor der Kamera stand. Wir haben mit Sandro Kirtzel anlässlich seines Ausstiegs gesprochen.

Erinnerst du dich noch an den Moment, als du die Zusage für die Rolle des Paul Lindbergh bekommen hast?

Klar. Ich erhielt einen Anruf und wurde gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, als Staffelhauptrolle wieder zu kommen. Ein paar Tage später saß ich mit unserer Producerin Julia Bachmann am Viktualienmarkt. Wir gingen zusammen die Geschichte von Paul Lindbergh durch. Nach alldem, was er erleben durfte, war die Möglichkeit, Josies und Pauls "… und sie lebten glücklich und zufrieden, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!" bis zum Ende zu erleben, zu verlockend, als dass ich hätte ablehnen können.

Wie hast du deinen ersten Drehtag erlebt?

Der Erste Drehtag war… will mir grad nicht einfallen. Der erste Drehtag, an den ich mich erinnere, war der Vorspann-Dreh. War ein richtiges Spektakel: Old-Timer-Ausfahrt, Schokobrunnen-Unfälle und natürlich das Steine-Flitschen, bei dem ich fast die Drohne erwischt hätte.

Wie hast du dich auf deine Rolle vorbereitet?

Paul hat ja schon eine Vorgeschichte am Fürstenhof und natürlich habe ich mir vor meinem Wiederkommen als Hauptfigur nochmal vergegenwärtigt, was passiert ist: 

Die Beziehung mit Michelle, wie und weshalb die beiden auseinandergingen, das Physio-Zentrum, bei dem er seinem "falschen Freund" vertraute und dabei bitterlich enttäuscht wurde und der Umzug von Luna, Jessica & Henry nach Portugal hinterließen Spuren bei Paul. Der Grundgedanke war dabei, dass er erst noch zu einem "Traummann" heranwachsen darf, dass ihn auch alle weiteren Herausforderungen mehr und mehr dazu machen werden.

Gab es eine Szene deiner Kolleginnen oder Kollegen, die du selbst gerne gespielt hättest?

Der Kampf zwischen Sebastian Fischer und Dieter Bach (Viktor und Christoph Saalfeld) im See, das war Action pur. Und natürlich alle Poker-Szenen von Max Baier (Tobias Ehrlinger im Kampf gegen seine Spielsucht).

Was war das Verrückteste, das dir am Set passiert ist?

Oh, da muss ich ein wenig weiter ausholen. Paul hatte einen Unfall mit einer Drohne, und lag danach im Koma. Ich hatte eine Woche, in der ich ausschließlich im Krankenhauszimmer im Bett lag, drei Tage davon nicht ansprechbar (Koma). Während einer herzzerreißenden Szene, als Romy Paul am Krankenbett beschwörte, dass er doch bitte aufwachen soll, war ich tatsächlich in einen komatösen Schlaf gefallen. Alle am Set sind in Gelächter ausgebrochen, als ein lautes Schnarchen mich verriet.

Gibt es einen Job am Set, den du gerne mal für einen Tag ausprobieren würdest?

Cutter, quasi die Damen und Herren, die die Szenen dann zu dem zusammenfügen, was unsere Zuschauer dann sehen. Lena und ich hatten das Vergnügen, im Rahmen eines Instagram-Beitrags beim "Sturm" hinter die Kulissen blicken zu dürfen.

Man sagte mir einst, dass es einer der wichtigsten und gleichzeitig schwierigsten Jobs sein kann, denn wenn der Schnitt in einem Film gut gemacht ist, fällt er dem Zuschauer nicht auf. Es hat ganz viel mit Rhythmus, Timing und Kohärenz zu tun. Gerade das finde ich sehr reizvoll.

Was vermisst du am "Sturm" am meisten?

Die Menschen, die den Sturm ausmachen. Klingt immer wieder kitschig, aber der familiäre Umgang dort ist etwas, das es vermutlich in Deutschland kein zweites Mal gibt.

Wo möchtest du karrieretechnisch noch hin? Wo siehst du dich in ein paar Jahren?

Ich freue mich gerade riesig auf alles was kommt:

Theaterspielen mit meinen Lieblings-Stürmern Desirée von Delft, Max Baier und Jenny Löffler unter der Regie von Jacoub Eisa. Nach unserem Erfolg von "Kasimir und Kaukasus" sind wir es den Sturm-Fans schuldig da im Mai 2023 nachzulegen.

Hinzu kommt eine Lesung der "Wallenstein-Trilogie" auf dem "Festival der deutschen Sprache" und meine ersten Kurzfilm Produktion "gebrochen", geschrieben und gespielt von der bezaubernden Anna Bomhard unter der Regie von Lisa Wagner.

Außerdem habe ich das große Vergnügen mit Sebastian Fischer (Viktor Saalfeld) in meinem ersten Film, unter der Regie von Christoph Baumann mitzuwirken. Endlich auch mal als Antagonist.

Alle diese Projekte wären ohne "Sturm der Liebe" niemals zustande gekommen. Ich hatte das große Glück, dass ich von der Schule (DAS Zerboni) zum Sturm gekommen bin, denn sehr viel von dem, was mich heute als Schauspieler ausmacht, habe ich erst hier gelernt. Ich werde immer voller Dankbarkeit auf diese intensive Zeit zurückblicken.

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