Julia Dahmen im Interview

Besuch aus Südamerika

Sturm der Liebe Folge 2160 06.02.2015: Charlotte und Leonora
Charlotte legt Leonora nahe, sich der Polizei zu stellen. | Bild: ARD / Ann Paur

Warum ist das hier so anders?

Ich weiß es nicht. Denn "Sturm der Liebe" hat beispielsweise auch international extrem gute Einschaltquoten! Die Italiener lieben "Sturm der Liebe" - ich weiß das, denn mein Mann ist Italiener. Eine mögliche Erklärung sind die Sendezeiten: Format, die in der Primetime ab 20:15 Uhr läuft, werden hierzulande eher von den Entscheidungsträgern wahrgenommen.

Ist die Telenovela Ihr persönliches Lieblingsformat?

Ich habe es gern, gefordert zu sein. Und nach meiner langen Soap-Erfahrung muss ich sagen, dass die Arbeiten für eine wöchentliche Serie für mich fast wie Urlaub sind. Natürlich ist beides toll – aber die tägliche Herausforderung mag ich persönlich sehr. Sicherlich gibt es auch Schauspieler, die mit einem Format wie "Sturm der Liebe" an ihre Grenzen kommen.

Sie haben jahrelang in diesem mental und auch zeitlich fordernden Job gearbeitet – wie haben sie das mit drei Kindern hinbekommen?

Als ich 2005 bei "Marienhof" anfing, war ich noch alleinerziehend mit zwei Kindern. Ich habe das hingekriegt mit einem Aupair-Mädchen und meiner Mutter, die als Babysitterin einsprang. Man organisiert sich eben und hat eben nicht nur Plan B, sondern auch C, D, E und F in der Tasche. Inzwischen sieht das schon besser aus: Die großen Söhne gehen auf die Ganztagsschule und der Kleine in den Kindergarten. Vieles erscheint mir heute im Vergleich zu früher einfach.

Sie stammen aus einer echten Schauspielerfamilie – nicht nur die Eltern, sondern auch ihre Großeltern standen auf der Bühne. Geben Sie das Ihren Kindern mit auf den Weg?

Ich kenne den Beruf des Schauspielers mit all seinen Höhen und Tiefen. Meine Söhne haben zwar alle einen gewissen Hang zur Selbstdarstellung, aber sie entwickeln auch ganz andere Interessen. Mir ist für sie eine gute Schulbildung wichtig und ich würde ihnen raten, dass sie sich zumindest ein weiteres Standbein aufbauen. Denn es ist heute noch viel schwieriger als früher, von dem Beruf des Schauspielers zu leben.

Sturm der Liebe Folge 2160 06.02.2015: Leonora will Friedrich küssen
Leonora macht sich erneut an Friedrich heran. | Bild: ARD / Ann Paur

Haben Sie sich als Vollblut-Schauspielerin, die seit ihrem 16. Lebensjahr vor der Kamera steht, ein weiteres Standbein aufgebaut?

Ja, das habe ich. Irgendwann habe ich mich gefragt: "Was wäre, wenn ich irgendwann einmal nicht mehr drehen kann?" und meine Fähigkeiten analysiert. Ich habe herausgefunden, dass ich Menschen gut vermitteln kann, wie man sich präsentiert und das Meiste aus seiner Stimmer herausholt. Dieses Wissen wollte ich weitergeben und gebe seit 2012 Camera-Acting-Kurse für Kinder und Jugendliche, aber auch für Firmen. Es gibt zum Beispiel viele Kinder, die bereits in frühem Alter vor der Kamera stehen. Ich mache mit ihnen ein Training, in dem ich sie auf die Situation vor der Kamera vorbereite, d.h. wir machen Stimmübungen, Konzentrationsübungen und lernen eine kleine Szene. So kann ich ihnen beibringen, wie man mit Requisiten umgeht, wann man mit einer Textstelle aufhört etc. Und für Firmen biete ich Coachings in den Bereichen Präsenz- und Medientraining an – beispielsweise für Mitarbeiter in leitenden Funktionen, die sich auf Vorträge oder Interviews vorbereiten wollen.

Rückblickend gesehen: Was hat Ihnen am meisten Spaß bei den Dreharbeiten zu "Sturm der Liebe“ gemacht?

Das kann ich gar nicht an einer einzelnen Begebenheit festmachen – die Zeit war insgesamt eine wahnsinnig schöne Erfahrung. Das fängt damit an, dass ich mit allen sieben Regisseuren, mit denen ich in den fünf Wochen gearbeitet habe, sehr gut ausgekommen bin. Ich hatte tolle Schauspielkollegen – es gäbe ja bei stressigen Tagen so viele Gelegenheiten für schlechte Stimmung, aber die gab es nie. Und ich hatte eine wirklich toll geschriebene Rolle.

Herzlichen Dank für das Gespräch.


Interview: Iris Nölle-Wehn

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